Wenn es eine Feuerwehr im Eichsfeld gibt, die sich jedes Jahr einer besonderen Herausforderung stellt, dann ist es die aus Kirchworbis. Wieder einmal hat sie erst fleißig trainiert und ist am Samstag beim großen „X-Mas Stairrun“ an der Skischanze im Kanzlersgrund in Oberhof angetreten. Der „Weihnachts-Treppenlauf“ hat es in sich. Nicht umsonst wird er vom TFA-Team Mitte veranstaltet, wobei TFA durchaus als Abkürzung für „Toughest Firefighter alive“ steht, zu Deutsch: „Härtester lebender Feuerwehrmann“.

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Das Motto lautete wie immer: „Ein Team, ein Ziel, ein Erfolg“. „Ohne Teamarbeit geht hier gar nichts“, bestätigt Kirchworbis‘ Gemeindebrandmeister Christian Eckardt, der mit vor Ort war. Die Schirmherrschaft hatte Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) inne. Vertreten wurde er vor Ort von Thüringens Innenminister Georg Maier (SPD), der selbst zusammen mit einem Polizisten die 701 Stufen nach oben bewältigte.

Der Aufstieg auf die Oberhofer Schanze ist alles andere als ein Kinderspiel

„Fast 300 Teams mit rund 600 Startern von Feuerwehr, THW und Polizei stellten sich wieder der Herausforderung. Dabei kamen die Teams nicht nur aus Deutschland, sondern sogar aus Österreich, Polen, Tschechen, Dänemark und den Niederlanden“, erzählt Eckardt. „Für sie galt es, die 701 Stufen und 120 Höhenmeter im Zweier-Trupp mit kompletter Schutzkleidung und angeschlossenem Atemschutzgerät zu überwinden – und das in einer möglichst guten Zeit.“

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Dies sei alles andere als ein Kinderspiel, denn die Kombination aus Stufen mit unterschiedlicher Tritthöhe und das Überwinden von vielen Höhenmetern stelle eine besondere Herausforderung auch für erfahrene Treppenläufer dar. Und so war neben Fitness und Ausdauer vor allem Teamgeist ein Schlüssel zum Erfolg. „Immer wieder war zu beobachten, wie der stärkere Team-Partner den etwas Schwächeren durch Schieben am Atemschutzgerät oder mit einer gemeinsamen Verschnaufpause unterstützte“, berichtet Christian Eckardt. „Denn am Ende heißt es wie im echten Einsatz: Zusammen starten und zusammen ankommen.“ Dabei gab es lautstarke Unterstützung von anderen Teilnehmern und Teams am Treppenrand. „Es ist ein unvergessliches Gefühl der Gemeinschaft, denn das Erreichen des Schanzenkopfes und nicht der Sieg stand bei allen Teams im Vordergrund.“

Kirchworbiser beim Treppenlauf in Oberhof
Sie haben es wieder getan: Die Kirchworbiser sind wieder beim Treppenlauf auf der Schanze in Oberhof gestartet und alle ins Ziel gelangt.© Feuerwehr Kirchworbis | Christian Eckardt

Auch dieses Jahr war die Feuerwehr Kirchworbis wieder mit einer starken Wettkampfmannschaft von vier Kameradinnen und acht Kameraden angereist. Hinzu kam eine Hand voll mitgereister Unterstützer. Start war um 6 Uhr in Kirchworbis. Gegen 8 Uhr war Ankunft in Oberhof. Danach wurde das „Lager“ aufgebaut und der Start vorbereitet. Ab 10 Uhr war der Wettkampf im Gange, der erste Start für die Kirchworbiser war gegen 12.15 Uhr.

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Angenehmes Wetter gab es in Oberhof nicht. „Es war nasskalt, um die null Grad herum, teilweise leichter Schneefall und dichter Nebel. So dicht, dass die Schanze vom Start nicht gesehen werden konnte“, schildert Eckardt. Insgesamt sechs Teams aus Kirchworbis starteten in den verschiedenen Laufklassen, teils in Kombination männlich/weiblich, teils als reines Männerteam. „Erstmals ging auch unser Jugendfeuerwehrwart zusammen mit dem Sprecher der Jugendfeuerwehr an den Start, das natürlich ohne Maske und mit leichten Übungsgeräten.“

Kirchworbiser beim Treppenlauf in Oberhof
Alexander und Karina Paul beim Aufstieg unter voller Montur.© Feuerwehr Kirchworbis | Christian Eckardt

Mit viel Willenskraft, Teamgeist und lautstarker Unterstützung der Mitgereisten konnten alle Kirchworbiser Teams das Ziel erreichen und eine der begehrten „Finisher-Medaille“ in Empfang nehmen. Am Ende landeten die Eichsfelder in den verschiedenen Altersklassen im guten Mittelfeld. Das schnellste Kirchworbiser Team, Mario Kaufung und Felix Paul, benötigte für die Treppe gerade mal 10:09 Minuten und belegte damit in den Altersklassen bis 80 Jahren (beide Teammitglieder zusammen – größtes Starterfeld) Platz 80 von 154 Startern. „Das ist ein Ergebnis, das uns sehr stolz macht, bedenkt man, dass unter den Startern viele Berufsfeuerwehren und Wettkampfteams waren.“

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Auch dieses Jahr nutzten die Eichsfelder die Möglichkeit, bei der großen Aftershow-Party mit anderen Feuerwehren ins Gespräch zu kommen und einen schönen Abend in gemütlicher Runde zu verbringen, denn neben Fitness soll diese Veranstaltung vor allem den Teamgeist und das Miteinander fördern. Am Sonntag ging es dann zurück nach Kirchworbis, wo noch einige Zeit in die Wiederherstellung der Einsatzbereitschaft investiert wurde. Diese wurde während des Wettkampfs durch die Nachbarwehren sichergestellt.

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„Ein großer Dank geht an unsere Nachbarwehren, Sponsoren und Förderer, die uns auf ganz unterschiedliche Art und Weise unterstützt haben. Abschließend lässt sich sagen: Es ist schön zu wissen, eine so motivierte und fitte Mannschaft zu haben. Denn ein regelmäßiges Training zahlt sich spätestens im Einsatz aus. Daher unterstützen wir die Teilnahme nach unseren Möglichkeiten.“ Ob es eine Wiederholung im kommenden Jahr gibt, das entscheiden die Treppenläufer nach einer Verschnaufpause im neuen Jahr.