In der Tischlerei der Eichsfelder Werkstätten entstehen Möbel nach Maß, stabile Waldschänken und vieles mehr – gefertigt von Menschen, die zeigen, was in ihnen steckt. Teamgeist, klare Strukturen und individuelle Förderung tragen dazu bei, dass Arbeit hier mehr bedeutet als nur Produktion.

Täglich

Der Newsletter für das Eichsfeld

Alle wichtigen Informationen aus dem Eichsfeld, egal ob Politik, Wirtschaft, Sport, Kultur oder gesellschaftliches Leben.

Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.

Drei ausgebildete Tischler und rund sieben Beschäftigte sind in der Holzwerkstatt tätig, berichtet Melanie Dombrowski, Pressesprecherin der Raphael Gesellschaft gGmbH. Wer die Tischlerei der Eichsfelder Werkstätten betritt, erlebe ein Arbeitsumfeld, das weit mehr als eine gewöhnliche Werkstatt sei. Hier werde nicht einfach nur gehobelt und gesägt. Hier wird gefördert, ermutigt und gemeinsam gewachsen, so die Pressesprecherin.

Bereichsleiter Tobias Kaspari bringt es auf den Punkt: „Wir fördern und ermutigen unsere Beschäftigten aktiv.“ Das bedeutet in der Praxis: Gruppenleiter beobachten genau, wer welche Aufgaben übernehmen kann und wer gerade Unterstützung braucht. Ob an der Maschine oder beim Abnehmen von Holzteilen: Jede und jeder soll Teil des Produktionsprozesses sein.

Auch interessant

Maschinenpark fordert jeden in der Tischlerei

Der Alltag in der Tischlerei ist anspruchsvoll. Formatkreissäge, Hobelmaschinen, Schleifmaschinen, Bandsäge, Leimpresse – der Umgang mit diesen Geräten setzt Fachwissen, klare Abläufe und vor allem gegenseitiges Vertrauen voraus. Kaspari beschreibt das Fundament, auf dem die tägliche Arbeit ruht: „Das Verhältnis zwischen uns Tischlern und den Beschäftigten ist gut. Nur so kann ich sicher Anweisungen geben und gleichzeitig hören: Das traue ich mir zu – oder: Da brauche ich Unterstützung.“ Dieser offene Austausch ist kein Zufall, sondern das Ergebnis jahrelanger gemeinsamer Arbeit, berichtet Melanie Dombrowski.

Viele Beschäftigte seien bereits seit Jahren Teil des Teams. Sie haben Schritt für Schritt gelernt, übernehmen ihre Aufgaben heute weitgehend selbstständig und entwickeln sich stetig weiter – ähnlich wie Fachkräfte in einer regulären Tischlerei, meint die Pressesprecherin. Der entscheidende Unterschied liege in den Rahmenbedingungen: mehr Zeit, individuelle Begleitung und ein wacher Blick dafür, welche Unterstützung gerade gebraucht werde. Das könne ein klärendes Gespräch sein, eine konkrete Anleitung oder einfach das Ohr für persönliche Themen.

Eichsfelder Werkstätten
Bereichsleiter Tobias Kaspari, Gruppenleiter Carsten Trost sowie die Beschäftigten Edgar Döring, Steven May und Michael Friedrichs (von links) der Eichsfelder Werkstätten neben einer ihrer Waldschänken.© Raphael Gesellschaft gGmbH | Melanie Dombrowski

Um in der Tischlerei arbeiten zu können, müssten die Beschäftigten Lehrgänge absolvieren und bestimmte Voraussetzungen mitbringen. Erste Erfahrungen sammeln sie oft über Praktika im Berufsbildungsbereich der Eichsfelder Werkstätten, so Dombrowski. In arbeitsbegleitenden Angeboten würden sie Schritt für Schritt den sicheren Umgang mit den Maschinen lernen.

Die Umgebung mit lauten Sägen oder großen Werkstücken sei für viele am Anfang eine Herausforderung. Wer die Tauglichkeit erreiche, könne Berechtigungsscheine für einzelne Maschinen erhalten. Diese Scheine seien für die Beschäftigten von großem Wert, weil sie zeigen, welches Wissen und Können sie sich erarbeitet haben.

Schritt für Schritt entstehen die Waldschämnken

Die Produktpalette der Tischlerei sei beachtlich vielfältig. Maßgefertigte Möbel für Küchen und Wohnzimmer, Markthütten, Paletten in Standard- und Sondermaßen, Vogelhäuser und dekorative Holzkisten gehören zum Sortiment. Besonders bekannt seien die eigens konzipierten Waldschänken – robuste, hochwertige Holzbauten, die in der Werkstatt Schritt für Schritt entstehen und längst weit über die Region hinaus gefragt sind.

Die Beschäftigten kennen jeden einzelnen Arbeitsschritt: ablängen, schleifen, hobeln, reparieren, abbinden, schlitzen, zapfen, Plattungen setzen, lasieren, streichen oder spritzen. Auch individuelle Farbgestaltung in Firmenfarben ist möglich und wird mit großer Sorgfalt umgesetzt, so die Pressesprecherin. Am Ende stehe eine fertige Waldschänke, komplett montiert und bereit zur Auslieferung.

Was die Tischlerei der Eichsfelder Werkstätten letztlich auszeichne, ist nicht allein die Qualität der gefertigten Produkte. Es sei das, was dahinterstecke: Menschen, die Verantwortung übernehmen, die ihre Fähigkeiten ausbauen und die am Ende auf etwas zeigen können, das sie selbst geschaffen haben.