Am 10. April 1961 war der Spatenstich für den VEB Baumwollspinnerei und Zwirnerei. Es war der Auftakt zur Umsetzung des sogenannten Eichsfeldplans der SED. So erhielt Leinefelde zu DDR-Zeiten das Stadtrecht und wurde 1989 sogar zur größten Stadt im Eichsfeld. Es gab mehrere Gründe, die für den Standort Leinefelde sprachen: Das Baugelände war relativ eben und in der Nähe des Bahnhofes sowie in überschaubarer Distanz zu umliegenden Webereien, auch gab es ausreichend freie Arbeitskräfte. Über 4000 Menschen arbeiteten zu Spitzenzeiten in dem Betrieb.

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Der Bau des Werkes in Leinefelde verlief holprig: Probleme beim Tiefbau, der Entwässerung, den Zufahrtswegen sowie Transport- und Lieferschwierigkeiten prägten die Anfangsphase. 1963 wurde die erste, eingeschossige Halle auf einer Grundfläche von 200 mal 480 Metern fertiggestellt. Weitere Hallen wurden gebaut. Der Bau der letzten Halle begann 1988 – bei einer Gesamtinvestition von knapp einer Milliarde Mark.

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Das Werk florierte bis zur Wende 1989. 1990 streikte die Belegschaft für den Erhalt des Betriebes. Unter dem Namen Leinefelder Textilwerke GmbH lief die Produktion in Halle 2 zunächst weiter. Im Juli 2013 folgte die Insolvenz, im Mai 2014 das endgültige Ende der Garnproduktion.

Bauhaus-Studentin sammelt Geschichten

Und jetzt sind Frauen, die einst in der Leinefelder Baumwollspinnerei gearbeitet haben, zu einem besonderen Erinnerungs- und Recherche-Treffen eingeladen. Das Projekt hat ein klares Ziel: Persönliche Geschichten und Erfahrungen aus dem Arbeitsalltag eines der prägendsten Industriebetriebe der Stadtgeschichte von Leinefelde sollen gesammelt, dokumentiert und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden, heißt es in einer Mitteilung der Stadt Leinefelde-Worbis.

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Im Mittelpunkt stehen dabei Gespräche, Interviews und der Austausch über Arbeitsbedingungen und das Miteinander in der Spinnerei. Gesucht werden Frauen, unabhängig davon, wie lange sie in der Baumwollspinnerei beschäftigt waren, um ihre ganz persönlichen Erinnerungen und Geschichten aus dem damaligen Arbeitsalltag und darüber hinaus für die Nachwelt festzuhalten.

Initiiert und durchgeführt wird das Projekt von Hannah Uhlmann, einer Studentin der Weimarer Bauhaus-Universität. In einer gemütlichen Runde soll das Treffen Raum für gemeinsames Erinnern bieten. Historische Fotografien werden dabei ebenso eine Rolle spielen wie persönliche Mitbringsel: Eigene Fotos, Dokumente oder Gegenstände aus der Zeit in der Spinnerei sind ausdrücklich willkommen, um Erinnerungen lebendig werden zu lassen und die Geschichte gemeinsam zu bewahren, heißt es in der Mitteilung weiter. Voraussetzung für die Teilnahme ist die Zustimmung zu Interview- und Fotoaufnahmen im Rahmen des Projekts.

Die Ergebnisse sollen schließlich im Rahmen der Landesgartenschau Leinefelde-Worbis 2026 in einer Ausstellung präsentiert werden. Die Stadt und die Initiatorin möchten damit einen wichtigen Beitrag zur Aufarbeitung und Würdigung der lokalen Industriegeschichte leisten.

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Das Treffen findet am Mittwoch, 4. März, um 13 Uhr im Fachamt Öffentlichkeitsarbeit/Tourismus/Kultur (ÖTK) der Stadt Leinefelde-Worbis in der Siemensstraße 8 statt. Anmeldungen werden per E-Mail an hannahmarieluise@gmail.com oder telefonisch unter 0152/37367773 bei Hannah Uhlmann erbeten.