Sein medizinisches Angebot erweitert das Duderstädter Krankenhaus St. Martini. Die Abteilung für Allgemein- und Viszeralchirurgie unter Leitung von Chefarzt Udo Iseke wird durch den Chirurgen Alexandros Karamanlidis verstärkt. Damit reagiere man auf den wachsenden medizinischen Bedarf in der Behandlung der chronischen Erkrankung Adipositas (Fettleibigkeit), so Krankenhaussprecher Florian Grewe.

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Alexandros Karamanlidis sei Facharzt für Chirurgie, Viszeralchirurgie sowie spezielle Viszeralchirurgie und verfüge über eine Expertise im Bereich der metabolischen Chirurgie, also operativer Verfahren zur Behandlung von starkem Übergewicht und seinen Folgeerkrankungen. „Adipositas ist keine Frage mangelnder Disziplin, sondern eine komplexe chronische Erkrankung“, erklärt Karamanlidis. „Mit modernen Therapiekonzepten – dazu gehören auch operative Verfahren – können wir vielen Betroffenen helfen, Gewicht zu reduzieren und schwere Begleiterkrankungen deutlich zu verbessern.“

Der gebürtige Grieche studierte an der Aristoteles-Universität Thessaloniki und durchlief seine Facharztausbildung an großen Kliniken in Griechenland. Karamanlidis übernahm verschiedene Leitungsfunktionen. Sein Weg führte ihn auch an das renommierte Karolinska-Universitätsklinikum in Stockholm, wo er sich weiter in der hepatobiliären Chirurgie sowie in der Chirurgie des oberen Verdauungstraktes spezialisierte, so Grewe.

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Adipositas-Therapie erfordert enge Teamarbeit und Vernetzung

Der Mediziner verfüge über umfassende Erfahrungen in der Magen-, Darm- und Leberchirurgie, in der endokrinen Chirurgie sowie der Notfall- und Traumachirurgie. Seit 2018 arbeitet er in Deutschland, zuletzt in Stendal. Neben seiner klinischen Tätigkeit engagiert er sich in der wissenschaftlichen Fortbildung und ist Mitglied mehrerer internationaler Fachgesellschaften.

Bei der Behandlung von Adipositas setzt das Krankenhaus auf eine interdisziplinäre Versorgung, erklärt Grewe. Eine enge Kooperation ist mit den Haus- und Fachärzten sowie dem Diabetologen in der MVZ-Praxis geplant. Gemeinsam sollen Patienten entlang eines strukturierten Behandlungspfades begleitet werden – von der Diagnostik über konservative Therapien bis zu operativen Maßnahmen und der Nachsorge. „Die Behandlung von Adipositas gelingt nur im Team“, betont Udo Iseke

Die metabolische Chirurgie umfasst ihrerseits verschiedene operative Verfahren, etwa die Verkleinerung des Magens oder die Umleitung von Teilen des Verdauungstraktes. Diese Eingriffe führen laut dem Krankenhaussprecher nicht nur zu einer deutlichen Gewichtsreduktion, sondern beeinflussten auch hormonelle und stoffwechselbedingte Prozesse.

Bemerkenswert sei der Effekt auf Begleiterkrankungen wie Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck, Schlafapnoe oder Gelenkverschleiß. Studien zeigten, dass sich der Zuckerstoffwechsel bei vielen Patienten nach einer OP deutlich verbessere – in manchen Fällen könne ein Diabetes sogar vollständig in Remission gehen.

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Chirurgische Verfahren der Adipositaschirurgie

In der Adipositaschirurgie werden verschiedene minimal-invasive Operationsverfahren eingesetzt, die meist in sogenannter Schlüssellochtechnik durchgeführt werden. Beim Schlauchmagen wird der Magen deutlich verkleinert, sodass nur noch ein schlauchförmiger Restmagen verbleibt. Dadurch können Patienten nur noch kleinere Nahrungsmengen aufnehmen und verspüren schneller ein Sättigungsgefühl; gleichzeitig wird die Produktion des appetitanregenden Hormons Ghrelin reduziert, erläutert Grewe.

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Beim Magenbypass wird zusätzlich zur Verkleinerung des Magens die Nahrungspassage im Dünndarm verändert. Die Nahrung gelangt über eine kleine Magentasche direkt in einen tiefer gelegenen Abschnitt des Dünndarms, wodurch sowohl die Nahrungsaufnahme als auch die Aufnahme von Kalorien reduziert wird. Eine Variante dieses Verfahrens ist der Mini-Bypass, bei dem der Eingriff technisch etwas einfacher durchgeführt wird, indem eine Dünndarmschlinge mit dem verkleinerten Magen verbunden wird. Welches Operationsverfahren eingesetzt wird, hängt von verschiedenen Faktoren wie dem Körpergewicht, möglichen Begleiterkrankungen und der individuellen Situation der Patienten ab, so Grewe.

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Eine operative Therapie komme in der Regel für Patienten mit stark ausgeprägter Adipositas infrage. Dazu zählen Menschen mit einem Body-Mass-Index von 40 oder höher. Auch bei einem ab 35 könne eine Operation sinnvoll sein, wenn bereits schwerwiegende Begleiterkrankungen wie Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck oder Schlafapnoe vorlägen. Darüber hinaus könne ein chirurgischer Eingriff erwogen werden, wenn konservative Maßnahmen, etwa Ernährungsumstellung, mehr Bewegung oder eine medikamentöse Therapie, über einen längeren Zeitraum nicht den gewünschten Erfolg brachten.

red/sma