Besucher aus nah und fern können sich auf ein vielseitiges Gelände während der 172 Schautage der Landesgartenschau in Leinefelde freuen, das Natur, Geschichte, Kunst und Gemeinschaft auf einzigartige Weise vereint. Mehr als 1460 neu gepflanzte Bäume, über eine Million Blumenzwiebeln und rund 80.700 Stauden lassen die Leinefelder Südstadt und den Außenbereich im Lunapark erstrahlen. Ein Überblick über die einzelnen Geländeabschnitte.

Lunapark und Tüffers Garten: Tradition trifft Moderne

Bereits seit 1929 gehört der Lunapark zur Stadt Leinefelde und präsentiert sich zur Landesgartenschau in neuem Gewand. Die rund 3,8 Hektar große Grünfläche wurde umfangreich modernisiert. Vielfältige Sport- und Spielangebote, ein Waldspielplatz, Picknickareale und ein Wiesentheater mit Insektenhotels laden zum Verweilen ein. Insgesamt wurden hier 36 neue Bäume gepflanzt, dazu kommen 1160 Quadratmeter Staudenflächen, 2560 Quadratmeter Strauchflächen und rund 45.000 Blumenzwiebeln.

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Direkt daneben erwacht Tüffers Garten zu neuem Leben. Der Arzt Paul Tüffers (1888–1975), der in Leinefelde lebte und wirkte, hatte einst hinter seiner Praxis eine grüne Oase angelegt. Im Zuge der Landesgartenschau wurde das alte Gartenhaus abgerissen und durch ein modernes Gebäude in Holzbauweise mit angeschlossenem Café ersetzt. Und das alles behutsam eingefügt in den historischen Baumbestand.

Besonders berührend ist dabei, dass die Geschichte dieses Ortes buchstäblich hörbar wird: Schülerinnen und Schüler des Worbiser Curie-Gymnasiums gestalteten eine Hörstation, an der eingesprochene Texte von Paul Tüffers, Heilkunst, Natur und Gemeinschaft erzählen.

Der Augarten im Kerngelände: Zehn Hektar Natur in der Südstadt

Das Herzstück der Landesgartenschau in der Leinefelder Südstadt ist der Augarten. Es ist ein rund zehn Hektar großes Areal, das Stadt und Landschaft auf moderne und nachhaltige Weise miteinander verbindet. Entlang eines rund 2,5 Kilometer langen Wegenetzes, gibt es viel zu entdecken. Ein Skatepark und ein Streetbasketballfeld sprechen sportbegeisterte Besucher an.

Landesgartenschau Leinefelde-Worbis
Zwei solcher Querungen über die Ohne können die Besucher nutzen, um von der Gartenstadt in den Auwald zu gelangen. © Funke Medien Thüringen | Sebastian Grimm

Ein rund 1030 Quadratmeter großer Spielplatz lädt Familien mit Kindern ein, und drei Muster-Kleingärten zeigen, wie urbanes Gärtnern aussehen kann. Der Stadtacker, der sich auch auf dem Areal befindet, präsentiert eine beeindruckende Vielfalt an Kräutern, Gemüsepflanzen, essbaren Blumen sowie Gewürz- und Heilpflanzen.

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Für Veranstaltungen wurde ein Festplatz angelegt. Mit der Bühne wird das Areal zum kulturellen Treffpunkt für Konzerte und Veranstaltungen. Für das grüne Bild des Augartens sorgen 567 neu gepflanzte Bäume, rund 35.000 Stauden, etwa 11.600 Quadratmeter Strauchflächen, rund 1035 Quadratmeter für die Wechselflorbepflanzung sowie rund 3000 Quadratmeter Wildblumenmatten.

Landesgartenschau Leinefelde-Worbis
Die Ohne wurde in ihr natürliches Bachbett zurückverlegt. Neben einigen Anpflanzungen hat sich die Natur den Bereich allerdings schon wieder selbst erobert. © Funke Medien Thüringen | Sebastian Grimm

Zwei Standorte machen den Augarten zu einem Ort mit echtem Tiefgang: der historische Mühlenstandort und die Wüstung Kirrode. Beide sind als dauerhafte Ausstellungsbereiche konzipiert und bleiben auch nach der Landesgartenschau erhalten. Ein archäologischer virtueller Rundweg lässt das historische Dorf Kirrode mit seinen Grubenhäusern, Gehöften und dem Dorfleben von einst wieder lebendig werden. Zudem ist der Grundriss der damaligen Kirche sichtbar.

An der renaturierten Ohne-Aue entstand das Grüne Klassenzimmer als außerschulischer Lernort für Kinder und Jugendliche, wo Workshops und Umweltbildungsangebote stattfinden. Ergänzt wird das Ensemble durch den Kirchenpavillon der Ökumene, einen stillen Rückzugsort für Andachten, Gespräche und Besinnung in der Natur. Zu finden ist neben dem Kirchenpavillon auch das Angebot von Thüringen Forst.

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Die Gartenstadt im Kerngelände: Von der Garagensiedlung zum Ausstellungsareal

Bis 2022 stand auf der rund fünf Hektar großen Fläche der heutigen Gartenstadt noch eine versiegelte Garagensiedlung mit rund 850 Garagen. Daraus geworden ist ein abwechslungsreiches Ausstellungsgelände, das nach der Landesgartenschau zu einem modernen, naturnahen Wohngebiet mit Einzel-, Reihen- und Mehrfamilienhäusern weiterentwickelt wird.

Großzügige Grünzüge, urbane Versickerungsmodule und eine fußläufige Anbindung an die Ohne-Aue sind dabei fest eingeplant. Angelegte Bäume, Hecken und Sträucher bleiben dauerhaft bestehen und prägen das spätere Wohnumfeld. Allein in der Gartenstadt wurden 858 neue Bäume gepflanzt. Dazu kommen rund 45.700 Stauden, rund 3160 Quadratmeter Strauch- und Staudenflächen sowie rund 260 Quadratmeter für eine Wechselflorbepflanzung.

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In der Gartenstadt ist das große Gastrozelt aufgebaut. © Funke Medien Thüringen | Sebastian Grimm

Während der Landesgartenschau präsentieren sich hier 19 Themengärten von Firmen aus dem Garten- und Landschaftsbau, dem Sportplatzbau sowie Mitgliedern des Fachverbands Hessen-Thüringen. Baumschulen, Stauden-, Zierpflanzen- und Friedhofsgärtner sowie Studierende des Fachbereichs Landschaftsarchitektur der Fachhochschule Erfurt haben Entwürfe für das Ausstellungsgelände beigesteuert.

Die Ausstellungsbeiträge greifen aktuelle Gartentrends auf, zeigen Thüringer Kulinarik, präsentieren die Partnerstädte Leinefeldes und geben Einblicke in Friedhof- und Steinmetzarbeiten sowie in die Arbeit des Lehr- und Versuchszentrums für Gartenbau in Erfurt.

Landesgartenschau Leinefelde-Worbis
Der alte Springbrunnen von Leinefelde, der vor der Obereichsfeldhalle stand, wurde in Teilen in der Gartenstadt aufgebaut. © Funke Medien Thüringen | Sebastian Grimm

Fachliche Veranstaltungen im Gärtner-Treff und GaLaBau-Treff sowie die Präsentation historischer Landmaschinen und Saaten runden das Programm ab. Ein besonderes Glanzstück ist die Dahlienschau mit rund 1700 Dahlien in verschiedensten Sorten. Der Pavillon der Region, gestaltet vom Landkreis Eichsfeld in Kooperation mit dem Heimat- und Verkehrsverband Eichsfeld, sowie ein 2200 Quadratmeter großer Gastrobereich, der von der Weißen Flotte Sachsen GmbH bewirtschaft wird, sorgen schließlich für das kulinarische und gesellige Wohl der Besucher.

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Die Grüne Achse: Grünes Willkommen vom Bahnhof bis ins Kerngelände

Wer mit dem Zug nach Leinefelde kommt, wird bereits auf dem Weg ins Gelände in Stimmung gebracht. Die sogenannte Grüne Achse verbindet entlang der Händelstraße und der Bachstraße den Bahnhof mit dem Kerngelände der Landesgartenschau. Rund 2400 Quadratmeter Pflanzflächen, 55 neu gepflanzte Bäume, mehr als 16.000 Blumenzwiebeln, über 4000 Sträucher und Rosen sowie rund 7500 Stauden und Gräser verwandeln die Straßenräume in einen einladenden grünen Bereich.

Landesgartenschau Leinefelde-Worbis: Der Blumenblock
Der Blumenblock präsentiert sich bereits an der Fassade mit Teilen der ersten Ausstellung von Christopher Ernst.© Funke Medien Thüringen | Sebastian Grimm

Der Blumenblock: Alleinstellungsmerkmal der Landesgartenschau Leinefelde

Ein absolutes Alleinstellungsmerkmal der Landesgartenschau Leinefelde ist der Blumenblock. Während andere Landesgartenschauen Blumenausstellungen meist in klassischen Hallen zeigen, wird hier ein fünfstöckiges Gebäude zum erlebnisreichen Ausstellungsort. Die Etagen sind barrierefrei per Fahrstuhl erreichbar.

Die Betonwände wurden bewusst im Originalzustand belassen und bilden einen reizvollen Kontrast zur Floristik. In der ersten und zweiten Etage gestaltet Christopher Ernst – deutscher Meister der Floristik 2022 und Sechstplatzierter der Weltmeisterschaft 2025 – im vierzehntägigen Rhythmus wechselnde Blumen- und Kunstausstellungen. Die oberen Etagen beherbergen unter anderem eine IGA-Ausstellung, Kunstausstellungen, ein Grünes Klassenzimmer und eine Nostalgiewohnung.

Landesgartenschau Leinefelde-Worbis
Bis zur Eröffnung muss der Rollrasen gegossen werden, damit er angeht. © Funke Medien Thüringen | Sebastian Grimm

Beeindruckende Zahlen: So viel wurde für die Landesgartenschau Leinefelde gepflanzt

Die Landesgartenschau Leinefelde ist auch in Zahlen ein Großprojekt. Über das gesamte Gelände verteilt wurden rund 1461 neue Bäume gepflanzt sowie rund 18.480 Quadratmeter Strauch- und Staudenflächen angelegt. Hinzu kommen rund 80.700 Stauden, rund 1300 Quadratmeter für die Wechselflorbepflanzung und 420 Quadratmeter Dahlienflächen sowie über eine Million Blumenzwiebeln, die sogenannten Geophyten.

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Fortschritte der Landesgartenschau Leinefelde-Worbis: Einblicke in die Vorbereitungen

Rund 2500 Quadratmeter vorkultivierte Blumenmatten wurden verlegt, auf rund 4000 Quadratmeter wurden Blumeneinsaaten vorgenommen und im März schließlich rund 25.000 Quadratmeter Rollrasen ausgelegt. Die Landesgartenschau ist damit nicht nur ein Fest für Gartenfreunde, sondern ein nachhaltiges Stadtentwicklungsprojekt, das die Stadt Leinefelde-Worbis dauerhaft verändern wird, heißt es aus dem Landesgartenschaubüro.