Kaum das Zeugnis am Freitag erhalten, bricht unsere Reisegruppe in der Nacht von Freitag auf Samstag um zwei Uhr auf. Drei Eltern erklärten sich dankenswerterweise bereit, die zwölf Islandverrückten zum Frankfurter Flughafen zu fahren. Die Kofferräume sind bis oben hin mit Koffern vollgepackt, die ihrerseits ebenfalls bestens gefüllt sind. Natürlich nicht nur mit Kleidung!

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Neben Isomatte und Schlafsack hat jeder Schüler zusätzlich drei Kilogramm Verpflegung dabei. Bei einer so aktiven Reise verzichtet unsere Eichsfelder Reisegruppe schließlich nicht auf den Luxus von hausgemachtem Feldgieker oder einer Tafel Zartbitterschokolade.

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Am Flughafen angekommen, verlaufen der Check-in und die Gepäckabgabe problemlos. Auch die beiden Betreuerinnen des Schülertrupps, der überwiegend aus Mädchen besteht, trudeln rechtzeitig am Gate ein. Wie die Sardinen sitzen wir schließlich im Flugzeug zusammen und werden beim Start in die Sitze gedrückt. Müde, aber gefesselt von der beeindruckenden Aussicht auf Gletscher und die Atlantikküste, landen wir um 9 Uhr Ortszeit beziehungsweise 11 Uhr deutscher Zeit in Keflavík.

Reykjanes: Gruppe erkundet Folgen tektonischer Verschiebungen

Dort treffen wir auch die beiden mutigen Pioniere wieder, die bereits eine Woche zuvor mit der Fähre ein Auto, Verpflegung und das große Zelt nach Island gebracht hatten. Damit ist die Gruppe vollständig. Nach neun Stunden Reise haben alle einen Bärenhunger, sodass wir uns zunächst stärken, bevor das Abenteuer Island richtig beginnt.

Island-Tour Lingemann 2026
Zwischen Europa und Amerika. Auf der Halbinsel Reykjanes „stützen“ die Eichsfelder die Brücke „zwischen“ den Kontinentalplatten.© Lingemann-Gymnasium Heiligenstadt | Katharina Perlepes

Glücklicherweise haben die Ferien gerade erst begonnen und die im Unterricht erworbenen Kenntnisse der Geologie sind noch nicht völlig in Vergessenheit geraten. Auf den Spuren des Mittelatlantischen Rückens erkunden wir die Halbinsel Reykjanes, zu Deutsch „rauchende Halbinsel“. Diesen Namen trägt sie zu Recht, wie wir bei der Besichtigung des Ortes Grindavík erfahren. Dieser wurde durch tektonische Verschiebungen schwer getroffen; viele Häuser wurden beschädigt.

Am Abend kehren die Junggeografen auf einem Campingplatz ganz im Südosten der Insel ein und beweisen beim Zeltaufbau zum ersten Mal im fremden Land ihr Können. Glücklich, erschöpft und gesättigt kuscheln sich alle in ihre Schlafsäcke, bis die „sanften“ Weckrufe des Exkursionsleiters Siegfried Arand die Gruppe am nächsten Morgen kurz vor 5 Uhr Ortszeit beziehungsweise 7 Uhr deutscher Zeit ereilen. Zu diesem Zeitpunkt hat jedoch kaum jemand ein Gefühl für Raum und Zeit, denn selbst in der Nacht bleibt es taghell. Ursache dafür ist der Polartag, den ein Großteil unserer Gruppe zuvor noch nie erlebt hat.

Island-Tour Lingemann 2026
Belohnung für einen frühmorgendlichen Fußmarsch über fünf Kilometer: Im Kjölur-Hochland geht es bei Hveravellir zum Baden in den Hot Pot.© Lingemann-Gymnasium Heiligenstadt | Frank Kaufhold

Das frühe Aufstehen wird jedoch nach einem kleinen fünf Kilometer langen Fußmarsch mit einem Bad in einer heißen Quelle belohnt. Bei solch kuscheligen Temperaturen vergisst man schnell alles um sich herum und entschleunigt vollkommen.

Nach einem ausgiebigen Brunch und dem Verstauen des Equipments machen wir uns auf den Weg zum Geysir und zum Gullfoss, einem beeindruckenden Wasserfall – vermutlich zwei der touristischsten Orte ganz Islands. Deshalb zieht es uns anschließend weiter ins Hochland. Auf dem Weg dorthin befahren wir eine besonders naturnahe Piste mitten durch die faszinierende Mondlandschaft Islands. Die Aussicht auf die Gletscher Langjökull und Hofsjökull ist dabei schlicht unübertrefflich.

Island-Tour Lingemann 2026
Das muss einfach sein: Steinmännchenbau im Kjölur-Hochland. Ein Gruppenarmband für jeden gibt es auch.© Lingemann-Gymnasium Heiligenstadt | Katharina Perlepes

Am zweiten Abend arbeitet auch das Versorgungsteam bereits eingespielt und auf Hochtouren. Das gezauberte isländische Risotto mit Curry und Thunfisch schmeckt nach frischer Luft und viel Bewegung natürlich noch besser als ohnehin schon.

Am späten Abend geht es für alle noch einmal in den Hot Pot. Bis zum Hals im warmen Wasser führen wir Gespräche mit anderen Touristen und auch mit Einheimischen. Selbst die Schafe, die sich frei in den unendlichen Weiten der Insel bewegen, scheinen uns neugierig beim Baden zuzusehen.

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So neigt sich der zweite von zehn Reisetagen dem Ende zu. Bereits randvoll mit Erlebnissen sind wir gespannt auf alles, was noch kommen wird, und senden herzlichste Grüße in die Heimat!

Marlene Schulze ist Schülerin am Lingemann-Gymnasium Heiligenstadt und gehört zum Geografie-Leistungskurs, der gerade auf Island weilt