Die partielle Sonnenfinsternis ließ am vergangenen Mittwoch zahlreiche Eichsfelder den Blick in den Himmel richten. Auch für die Interessierten aus den Gemeinden rund um den Hülfensberg bot sich die Gelegenheit, die Abdeckung der Sonnenscheibe durch den Mond ausgiebig zu beobachten.

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Darunter war auch der Heiligenstädter Gerhard Conrad, der von dem Ereignis berichtet. „Bruder Bernardin vom Kloster auf dem Hülfensberg ist ein begeisterter Hobbyastronom und hatte für 19 Uhr zu einer gemeinsamen Beobachtung unterhalb des Hülfensbergs eingeladen. Von dort aus bestand freie Sicht nach Westen. Rund 100 Interessierte aus den umliegenden Orten, aber auch aus Dingelstädt und Heiligenstadt, waren seiner Einladung gefolgt.“

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Für die Beobachtung hatte Bruder Bernardin neben einem großen Spiegelteleskop, einem 11-Zoll-Celestron mit Leitteleskop, auch eine Lochkamera, einen großen Binokulartubus – ein Astro-Stereofernrohr – und ein normales Fernglas mitgebracht.

„Bei allen optischen Geräten waren die Objektive mit spezieller Sonnenschutzfolie versehen, sodass gefahrlos durch die Optiken geschaut werden konnte. Diese Folie besteht aus Polyester, auf das eine hauchdünne Metallschicht aufgedampft wird. Je nach verwendetem Metall erscheint die Sonne in einer unterschiedlichen Färbung. In diesem Fall war sie hellgrau, während die wenigen sichtbaren Sonnenflecken schwarz hervortraten“, erklärt Conrad.

Beobachtung mit dem Schöpflöffel

„Ich selbst hatte einen Sonnenschutzfilter der Firma Carl Zeiss Jena aus Glas dabei, der mit Chromdioxid beschichtet ist und die Sonne in einer gelblich-orangen Färbung erscheinen lässt“, fährt er fort. „Bei beiden Arten von Sonnenschutzfiltern werden lediglich 0,001 Prozent des Sonnenlichts durchgelassen.“

Für viele Besucher dürfte die Beobachtung mit der sogenannten Schaum- oder Schöpflöffel-Lochkamera ein besonderer Höhepunkt gewesen sein. „Jedes einzelne Loch des Schöpflöffels wirkte dabei wie eine kleine Lochkamera, sodass zahlreiche Projektionen der teilweise bedeckten Sonne gleichzeitig auf einer Fläche zu sehen waren“, erklärt der Heiligenstädter das Phänomen.

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„Nach dem Untergang der Sonne konnte Bruder Bernardin mit dem 11-Zoll-Spiegelteleskop noch die Venus zeigen. Wie der Mond weist auch die Venus verschiedene Phasen auf – ein schöner Abschluss eines gelungenen Beobachtungsabends“, so Conrad abschließend.

red