Lindewerra hatte am Donnerstag Grund zum Feiern: Nach 20 Jahren wurde dort das Flurbereinigungsverfahren offiziell beendet. Im November 2006 hatte das Amt für Landentwicklung und Flurneuordnung in Gotha das Verfahren angesetzt. Ziele des Verfahrens waren unter anderem die Regulierung und Vermessung der Ortslage, der Aus- und Neubau ländlicher Wege, die Dorfentwicklung beziehungsweise Dorferneuerung, die Sicherung des Grünen Bandes und eine Verbesserung des Hochwasser- und Naturschutzes. Auch die Neuordnung der Eigentumsverhältnisse hatte das Verfahren zum Zweck.

Täglich
Der Newsletter für das Eichsfeld
Alle wichtigen Informationen aus dem Eichsfeld, egal ob Politik, Wirtschaft, Sport, Kultur oder gesellschaftliches Leben.
Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.
Insgesamt waren rund 1,14 Millionen Euro in das Projekt geflossen, von denen 90 Prozent durch Fördermittel des Freistaates, des Bundes und der Europäischen Union finanziert wurden. Auch Teile der Gemarkung Wahlhausen waren nach einem Starkregenereignis in das Verfahren einbezogen worden, um auch dort Hochwasserschutzmaßnahmen treffen zu können. In diesem Zusammenhang wurden ein Regenrückhaltebecken und drei Fanggräben angelegt, sowie ein verrohrtes Gewässer freigelegt. Gleichzeitig wurde die Anzahl der Flurstücke von 740 auf 353 reduziert.
Auch interessant
Zur offiziellen Feier war auch Thüringens Infrastrukturminister Steffen Schütz (BSW) nach Lindewerra angereist. „Wir wollen den ländlichen Raum stärken und gleichwertige Lebensverhältnisse in allen Landesteilen schaffen. Mit der Flurbereinigung Lindewerra wurde ein weiterer Schritt in diese Richtung getan. Die hier bestens gelungene Kombination aus Bodenordnung und Investitionen in die ländliche Infrastruktur ist ein weiteres Paradebeispiel für die Leistungsfähigkeit des Förderinstruments Flurbereinigung“, so der Minister.
Knapp eine Million Euro für die Dorfentwicklung
Bis zur politischen Wende im November 1989 lag Lindewerra abgeschieden unmittelbar an der innerdeutschen Grenze. Die Folge waren zahlreiche bauliche Missstände und eigentumsrechtliche Nutzungskonflikte. Im Rahmen der Flurbereinigung wurden alle Grundstücksgrenzen geprüft und an die tatsächliche Nutzung angepasst, bau- und liegenschaftsrechtliche Mängel beseitigt und Grundbuch und Kataster komplett erneuert.
Auch interessant
Durch Zusammenlegung der Flächen der Stiftung Naturschutz Thüringen im früheren Grenzbereich wurde zudem die dauerhafte Sicherung des „Grünen Bandes“ als nationales Naturmonument unterstützt. Im Rahmen der Flurbereinigung wurden außerdem sieben ländliche Wege auf einer Länge von zweieinhalb Kilometern ausgebaut.
Uwe Köhler, Präsident des Landesamtes für Bodenmanagement und Geoinformation, hob besonders die Maßnahmen zum Hochwasserschutz hervor: „Dass die Gefahr von Schadensereignissen durch Starkregen gebannt ist, ist in Zeiten des Klimawandels und der Zunahme von Extremwettereignissen besonders wichtig.“ Zahlreiche landschaftspflegerische Anlagen wie uferbegleitende Pflanzungen und wiederhergestellte Streuobstwiesen runden die Investitionen ab.
Mit dem Flurbereinigungsbeschluss wurde die Gemeinde Lindewerra von 2007 bis 2012 auch Förderschwerpunkt in der Dorferneuerung. Insgesamt flossen in dieser Zeit zusätzlich rund 983.000 Euro Fördermittel in die Dorfentwicklung – bei einer Gesamtinvestitionssumme von mehr als zwei Millionen Euro.
Lesen Sie auch
„Lindewerra ist heute wieder ein lebendiges Dorf, in dem es sich lohnt, zu leben. Das ist das Ergebnis einer jahrelangen vertrauensvollen Zusammenarbeit engagierter Akteure vor Ort mit dem Flurbereinigungsbereich Nordthüringen des Thüringer Landesamtes für Bodenmanagement und Geoinformation“, so Schütz abschließend.
red









