„Kindheitserinnerungen werden wach“, „Nostalgie pur“, „eine Reise in die Vergangenheit“: Wer im Blumenblock der Landesgartenschau Leinefelde durch die inzwischen fünf Gästebücher blättert, merkt schnell: Dieser Ausstellungsort hinterlässt mehr als den Eindruck einer Schau.

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Seite für Seite erzählen handschriftliche Einträge davon, was der Rundgang durch den ehemaligen Plattenbau bei seinen Besuchern auslöst. Manche hinterlassen nur wenige Worte, andere schreiben ganze Absätze, berichtet René Weißbach, Pressesprecher der Stadt Leinefelde-Worbis. Immer wieder gehe es um die eigene Kindheit, die erste Wohnung, die Großeltern oder um Gegenstände, die jahrzehntelang vergessen schienen.

Vor allem die eingerichtete DDR-Wohnung entfalte eine besondere Wirkung**, sagt Weißbach**. Möbel, Geschirr, Fernseher, Küchengeräte, Tapeten und unzählige kleine Details sorgen für den immer gleichen Moment: „So oder ganz ähnlich sah es früher auch zu Hause aus.“

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Mehrere Generationen entdecken gemeinsam Erinnerungen

„Wir haben uns in unsere Kindheit zurückversetzt gefühlt“, heißt es in einem der Bücher. Ein anderer Gast schreibt schlicht: „Danke für die Zeitreise in die Vergangenheit.“

In vielen Einträgen kommen mehrere Generationen zusammen zu Wort, so Weißbach. „Wie schön, das meinen Kindern zeigen zu können“, notiert ein Besucher. Andere erzählen davon, wie die Enkel staunen oder schmunzeln, wenn ihnen die Großeltern zeigen, wie sie einst gelebt haben.

So wird die Ausstellung ganz nebenbei zum Gespräch: Menschen bleiben vor einzelnen Gegenständen stehen, tauschen Geschichten aus und entdecken Gemeinsamkeiten. Was für die einen vertrauter Alltag war, ist für jüngere Gäste längst Geschichte.

„Gerade die kleinen, sehr persönlichen Bemerkungen machen die Gästebücher lesenswert“, erklärt René Weißbach. Ein Besucher erkennt auf einem ausgestellten Foto sogar seinen Vater wieder, andere entdecken Dinge, die sie selbst noch heute benutzen.

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Erinnerungen treffen auf moderne floristische Kunst

Ein Satz bringt die Wirkung des Rundgangs besonders schön auf den Punkt: „Ich war wieder Kind.“ Die Einträge spiegeln sehr unterschiedliche Lebensgeschichten und zeigen, wie sehr sich Wohnen und Leben in den vergangenen Jahrzehnten verändert haben. Und manchmal darf geschmunzelt werden: Die Puppe auf dem Bett gilt gleich mehreren Gästen als „gruselig“.

Der Blumenblock lebt jedoch nicht allein von Erinnerungen. Auch die floristischen Inszenierungen in den oberen Etagen loben Gäste in den Büchern als „beeindruckend“, „fantasievoll“ und „mit viel Liebe zum Detail“. Gerade der Kontrast macht den Reiz aus: Stadt- und Alltagsgeschichte einerseits, moderne Floristik andererseits.

Die Einträge stammen von Besuchern aus Leinefelde-Worbis und dem Eichsfeld, aber auch aus anderen Teilen Deutschlands und aus dem Ausland. Wer den Blumenblock bereits kenne, habe trotzdem einen Grund, zurückzukehren, sagt Weißbach.

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Noch bis zum 27. September ist die Ausstellung „Modern und Tradition“ zu sehen, vom 1. bis 11. Oktober folgt die Ausstellung „Begegnung und Trennung“. Bis zum Ende der Landesgartenschau am 11. Oktober bleibt Zeit, selbst durch die Räume zu gehen – und ein paar eigene Zeilen im Gästebuch zu hinterlassen.

red/sg