• Die Wahlbeteiligung zur Landtagswahl liegt in Erfurt bei 75,2 Prozent.
  • Bodo Ramelow (Die Linke) holt in seinem Wahlkreis 42,4 Prozent.
  • Erfurts OB Andreas Horn (CDU) hofft auf eine schnelle Regierungsbildung.

15.53 Uhr: Einziger Erfurter BSW-Kandidat verpasst Mandat und ist doch zufrieden

Thomas Schmid wird nicht in den Landtag einziehen. Im südöstlichen Wahlkreis 27 landete der einzige Erfurter BSW-Kandidat hinter der CDU auf Platz 3. Dass AfD-Kandidat Marek Erfurth das Direktmandat gewann, stimme ihn traurig, sagte Schmid am Montag. Dennoch sei er stolz darauf, aus dem Stand 3900 Stimmen erhalten zu haben und die Kandidaten von SPD und Linke auf die Plätze verwiesen zu haben. „Das ist beachtlich, da ich politisch bislang wenig hier verankert bin. Aber ich wohne auch hier, das hat viele an den Wahlständen positiv überrascht“, sagt Schmid. Er wolle auch ohne Landtagsmandat für die Belange der Einwohner hier eintreten, deren Frustration etwa über die Wohnsituation er gut nachvollziehen könne.

14.42 Uhr: Laura Wahl sieht Grüne vor großen Herausforderungen

„Bis zur letzten Minute“ hat Laura Wahl gehofft, dass es die Grünen doch noch in den Landtag zu schaffen. Dementsprechend habe der Kreisverband Erfurt in den letzten Wochen mit voller Kraft gekämpft. „Ich persönlich komme mit dem Ergebnis zurecht, ich sorge mich mehr um Thüringen, welchen Weg das Land bei dieser Konstellation nimmt.“ Für die Grünen bedeute es, dass sie nicht mehr im Landtag vertreten sind, an erster Stelle das Wegbrechen von Strukturen. Eine Herausforderung. „Aber wir stecken den Kopf nicht in den Sand. Auch in der außerparlamentarischen Opposition können wir uns für unsere Themen einsetzen oder Demos organisieren.“ Für Wahl steht durch den Verlust des Mandates auch eine berufliche Neuorientierung an. „Als Politikerin weiß ich, dass solche Momente eintreten können. Schwieriger ist es für unsere Mitarbeitenden, die nun eine neue Arbeitsstelle suchen müssen.“

13.26 Uhr: Denny Möller muss Thüringer Landtag verlassen

2633 Stimmen. Diese reichten bei weitem nicht aus, um ein Direktmandat zu erlangen. Über die Liste klappt es auch nicht, mit Listenplatz 11 und nur sechs SPD-Mandaten. Der Erfurter Denny Möller wird fortan nicht mehr im Landtag sitzen. Er war 2020 als Nachfolger von Georg Maier nachgerutscht. „Ich war sehr gern Landtagsabgeordneter, habe mich sehr engagiert und bin natürlich enttäuscht über das Ergebnis“, sagt Denny Möller auf Anfrage. „Vielmehr mache ich mir aber Sorgen um die Situation in Thüringen. Die AfD hat die Sperrminorität erreicht, das ist eine Katastrophe. Demokratische Kollegen im Landtag sind nun gefordert, für den Umgang damit eine Lösung zu finden.“ Er werde der Politik in Erfurt auf jeden Fall treu bleiben und sich weiterhin im Stadtrat engagieren, kündigt er an.

12.11 Uhr: Katja Maurer: „Die Leute haben gekämpft wie verrückt“

Enttäuschung herrscht auch bei Katja Maurer, Linke-Direktkandidatin im Wahlkreis 25. Angesichts des dramatischen Absturzes ihrer Partei holte sie dort respektable 23,3 Prozent, unterlag aber CDU und AfD. „Die Leute haben gekämpft wie verrückt, wir hatten, glaube ich, noch nie so viel Unterstützung“, sagte Maurer am Tag nach der Wahl. Auf Platz 11 der Landesliste verpasst sie voraussichtlich auch auf diesem Weg den Einzug in den Landtag. In Erfurt konnte die Linke nur einen Wahlkreis sichern, den des amtierenden Ministerpräsidenten Bodo Ramelow.

11.24 Uhr: Niklas Waßmann hoch erfreut über Direktmandat

CDU-Stadtrat Niklas Waßmann (39) holte mit 11.478 Stimmen das Direktmandat. „Das war zwar immer mein Ziel, aber ich habe nicht damit gerechnet. Das wirkt grade alles noch surreal“, sagt er am Montag auf Anfrage. „Ich freue mich, was mich persönlich betrifft, der Wermutstropfen ist die blaue Welle, die über Thüringen geschwappt ist. Das Land liegt vor schwierigen Zeiten. Ich sorgte mich stets, dass die AfD den Durchmarsch macht, deswegen war ich angetreten. Und ich danke den mehr als 11.000 Wählern.“ Im Stadtrat bleibt Niklas Waßmann weiterhin.

10.32 Uhr: Enttäuschung über Wahlkreisverlust bei Karola Stange

Die Enttäuschung über das Wahlergebnis ist der Linken-Politikerin Karola Stange deutlich anzumerken. Sie verlor den Wahlkreis 24 im Erfurter Norden, den sie dreimal in Folge für sich reklamieren konnte, an den AfD-Kandidaten Sascha Schlösser. „Ich hatte mir mehr Rückhalt im Wahlkreis erwartet, das ist ein Wermutstropfen. Ich gehöre wirklich zu denen, die viel im Wahlkreis unterwegs sind und ihn aus dem Effeff. kennen“, sagte Stange am Montag auf Anfrage. Sie hätte sich gern noch länger für die Erfurter im Landtag eingesetzt. Die 64-Jährige ist weiterhin ehrenamtlich als Stadträtin aktiv.

2. September, 9.30 Uhr: Der Tag nach der Wahl

Guten Morgen! Auf unsere Zusammenfassung des Wahlabends folgen hier im Laufe des Tages weitere Beiträge, Stellungnahmen und Auswertungen. Unser Autor Markus Stelle hat die Landtagswahl aus Erfurter Sicht nach Schließung der Wahllokale zusammengefasst:

Auch interessant

22.15 Uhr: Wir wünschen eine gute Nacht und melden uns morgen wieder an dieser Stelle

Es war ein langer Wahltag, der mit Gewinnern und Verlierern sowie einem vorläufigen Ergebnis nun zu Ende geht. Morgen setzen wir in aller Frische die Berichterstattung über die Landtagswahl fort. Einstweilen wünschen wir Ihnen allen eine gute Nacht!

22.05 Uhr: Letze Meldung kommt aus Erfurt-Daberstedt

Die letzte Meldung zum Abstimmverhalten kam aus Daberstedt um 21.45 Uhr im Rathaus an. Danach musste nur noch jemand die Daten auf der Wahlübersichts-Seite der Stadt aktualisieren - dann konnte auch Kreiswahlleiter Norman Bulenda das Licht ausmachen im Rathaus.

21.55 Uhr: Erfurt ist komplett ausgezählt: CDU 0,8 Prozent hinter der AfD

Thüringens Landeshauptstadt ist gänzlich ausgezählt, alle 211 Wahlbezirke liegen nun vor. Das vorläufige Endergebnis der Landtagswahl für Erfurt sieht wie folgt aus:
AfD 23 Prozent der Landesstimmen.
Gefolgt von der CDU mit 22,2 Prozent.
Die Linke erhält 17,2 Prozent, das BSW 15 Prozent.
Die SPD kommt auf 9,5 Prozent, die Grünen auf 7,3 Prozent. 

Täglich

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Bei den Erststimmen, also der Wahl der Direktkandidaten, gewinnt die CDU einen Wahlkreis: Niklas Waßmann (CDU) holt 11.478 Stimmen (33,7 Prozent) in Wahlkreis II. In Wahlkreis III holt Bodo Ramelow (Linke) 15.110 Stimmen (42,4 Prozent). In den Wahlkreisen I und IV gewinnen die AfD-Kandidaten Sascha Schlösser und Marek Erfurth.

21.30 Uhr: FDP-Spitzenkandidat Thomas Kemmerich im Mix der Gefühle

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21.11 Uhr: Erfurts Oberbürgermeister Andreas Horn hofft auf handlungsfähige Regierung

Andreas Horn (CDU) hält sich in der Bewertung der Wahlergebnisse bewusst zurück. „Als Oberbürgermeister bin ich zu Neutralität verpflichtet. Für Erfurt ist es wichtig, dass es eine handlungsfähige Regierung gibt, die den städtischen Raum im Blick hat. Das sage ich als OB von Erfurt. Wenn die CDU in der Regierung ist, werde ich die Impulse der Landeshauptstadt dort einbringen.“

Wahlkampfveranstaltung der CDU zur Landtagswahl in Thüringen in Erfurt
Mario Voigt und Andreas Horn bei einer Wahlkampfveranstaltung der CDU zur Landtagswahl in Thüringen.© action press | Michael Kremer

21 Uhr: Ein Video zwischen Freud und Leid - so haben die Parteien auf die ersten Wahlergebnisse reagiert

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20.48 Uhr: Bodo Ramelow holt in seinem Wahlkreis 42,2 Prozent

Ministerpräsident Bodo Ramelow hat in bisher 50 von 58 Wahlbezirken seines Wahlkreises III in Erfurt 42,2 Prozent der Stimmen erhalten. Er hat damit doppelt so viele Stimmen wie Alexander Klaus von der AfD (21 Prozent). Wolfgang Weißkopf von der CDU erhielt bisher 23,6 Prozent. 

20.45 Uhr: Niklas Waßmann liegt deutlich vor Corinna Herold

CDU-Kandidat Niklas Waßmann liegt mit 33 Prozent der Stimmen deutlich vor der AfD-Kandidatin Corinna Herold (24,4 Prozent). Er ist damit in Wahlkreis III der eindeutige Gewinner, immerhin sind 56 von 60 Wahlbezirken ausgezählt.

20.40 Uhr: CDU und AfD nah beieinander

Nun werden nach und nach auch die Briefwahlergebnisse bekannt gegeben. Die AfD hat weiter Stimmen verloren (23,9 Prozent) in Erfurt, die CDU liegt dafür nun bei 22 Prozent. Die Grünen pegeln sich bei 7,2 Prozent ein, die Linke bei 17 Prozent und das BSW bei 15 Prozent. Ausgezählt sind in Erfurt bisher 193 von 211 Wahlbezirken.

20.30 Uhr: Meinung: Erfurter müssen nach dieser Wahl wieder zueinander finden

„Falsche Triumphgesänge und ebenso falscher Fatalismus begleiten diese Wahl. Besinnen wir uns auf das Eigentliche zurück“ - so kommentiert unser Autor Markus Stelle die Landtagswahl. Mit diesem Link geht es zum vollständigen Text.

20.25 Uhr: Mehr als zwei Drittel der Stimmen ausgezählt

Die AfD ist nach aktuellem Stand in Erfurt die stärkste Fraktion mit 24,8 Prozent, gefolgt von der CDU mit 21,4 Prozent. Die Linke bekamen bisher 16,8 Prozent, das BSW 15 Prozent. Die SPD liegt bei 9,2 Prozent, die Grünen bei 7,1 Prozent.

Linke Gruppe
Die linke Gruppe „Konsequent Antifaschistisch“ läuft durch die Erfurter Innenstadt zum Nordbahnhof. © Funke Medien Thüringen | Marco Schmidt

20.05 Uhr: 136 von 211 Wahlbezirken ausgezählt

Die AfD sinkt weiter nach unten, sie erreicht zwar nach wie vor Rang 1 in Erfurt, der Vorsprung zur CDU ist jedoch geringer geworden. 26,2 Prozent der Landesstimmen gehen derzeit an die AfD, 21,5 Prozent an die CDU, 16 Prozent an die Linke und 15,1 Prozent an das BSW. Nach jetzigem Stand erhalten die Grünen in Erfurt 6,6 Prozent und die SPD 9 Prozent.

20.01 Uhr: Grüne in zwei Erfurter Wahlkreisen weit über Landesschnitt

Die Grünen haben in zwei Wahlkreisen deutlich mehr Stimmen erreicht als im Erfurter und vor allem im Landesdurchschnitt. In Wahlkreis II erhielten sie mit Stand 19.48 Uhr 8,1 Prozent der Zweitstimmen, in Wahlkreis III, in dem Laura Wahl als Kandidatin antrat, sind es derzeit 11,6 Prozent. 

Stadtratsfraktion Erfurt 2024 Bündnis 90 / Die Grünen
Laura Wahl von Bündnis 90/Die Grünen. © Bündnis 90 / Die Grünen

19.45 Uhr Niklas Waßmann baut Vorsprung aus

Gut ein Drittel der Wahlbezirke im Wahlkreis II ist ausgezählt und der Vorsprung von CDU-Kandidat Niklas Waßmann hat sich vergrößert. Mit 33,1 Prozent der Stimmen ist er aktuell 4,4 Prozentpunkte vor der AfD-Kandidatin Corinna Herold.

CDU Stadtratsfraktion Erfurt
Niklas Waßmann, Direktkandidat der CDU in Wahlkreis II. © CDU Erfurt

19.30 Uhr: Kemmerich will FDP-Landesvorsitzender bleiben

FDP-Chef Thomas Kemmerich will trotz krachender Niederlage als Landesvorsitzender im Amt bleiben – zumindest bis Oktober, wenn der Landesvorstand neu gewählt wird. Das sagte er unserer Redaktion. Er sei niemand, der aus Euphorie oder Frustration heraus Entscheidungen treffe. Die FDP ist nach den ersten Hochrechnungen kaum noch messbar, liegt nur knapp über einem Prozent. „Der Verlierer ist bei diesem Wahlergebnis erstmal Thüringen. Wir haben uns gegen den Berliner Trend nicht durchsetzen können“, sagte Kemmerich unserer Redaktion. „Das war ein krachender Denkzettel an uns für Berlin. Ich mache mir Sorgen als Vater und Unternehmer. Wir werden wieder aufstehen.“

Landtagswahl Thüringen · Stimmenabgabe Thomas Kemmerich (FDP)
Thomas Kemmerich (FDP), Fraktions- und Landesvorsitzender und Spitzenkandidat, bei seiner Stimmabgabe.© DPA Images | Hannes P Albert

19.25 Uhr: 60 von 211 Wahlbezirken ausgezählt

Die AfD liegt bei den Landesstimmen mit 30,2 Prozent vorn, die CDU kommt aktuell auf 22 Prozent. Das BSW erhält 15,4 Prozent und die Linke 14,3 Prozent. Die Grünen verfehlen den Einzug in den Landtag aktuell mit 4,7 Prozent. 

19.24 Uhr: Die Stimmung am Landtag scheint aufgeheizt

Die Thüringer Polizei twittert zum Demo-Geschehen:

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19.18 Uhr: Kopf-an-Kopf-Rennen im Wahlkreis II

Im Wahlkreis II liegen Niklas Waßmann (CDU) und Corinna Herold (AfD) nah beieinander. Waßmann hat derzeit 35,1 Prozent, Herold 32,4 Prozent. Es sind 7 von 60 Wahlbezirken in dem Wahlkreis ausgezählt.

19.15 Uhr: Für Astrid Rothe-Beinlich (Grüne) ist die Wahl ein Anfang

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19.10 Uhr: AfD in zwei von vier Wahlkreisen vorn

Die ersten 31 von 211 Wahlbezirken in Erfurt sind ausgezählt. Bodo Ramelow liegt in seinem eigenen Wahlkreis vorn. Er erhielt 40,0 Prozent der Erststimmen. In Wahlkreis 1 (38,4 Prozent Zweitstimme ) und IV (35,7 Prozent der Zweitstimmen)liegt die AfD vorn, in Wahlkreis 2 liegt Niklas Waßmann mit 35,3 Prozent der Erststimmen vorn.

19.02 Uhr: Marion Walsmann „Ich bin erleichtert“

Die Thüringer Europaabgeordnete der CDU, Marion Walsmann, hat sich erleichtert über das Ergebnis der CDU geäußert. „Wir sind sehr froh, dass wir die Position ausbauen konnten. Die Mitte steht, die CDU wird die Mitte halten. Wir haben eine hohe Verantwortung. Ich betone, dass es mit der AfD keinerlei Zusammenarbeit geben wird. Als Erfurterin bin ich jetzt vor allem auf die Wahlkreise in Erfurt gespannt und werde die Ergebnisse den Abend über verfolgen.“

18.50 Uhr: SPD froh, im Landtag weiter vertreten zu sein

Die SPD hat es laut Prognose über die Fünf-Prozent-Hürde geschafft. Der ehemalige Oberbürgermeister Erfurts Andreas Bausewein findet klare Worte für die Werte: „Das Schlimmste, was man sich vorstellen könnte“, sagt er. Er glaubt, dass Spitzenkandidat Georg Maier dennoch einen guten Wahlkampf in sehr schwierigen Zeiten gemacht hat.

18.40 Uhr: Riesenenttäuschung bei der FDP über den Rauswurf

Christian Poloczek-Becher, Direktkandidat der FDP im Erfurter Wahlkreis 24, sieht die Verantwortung fürs Wahldebakel der Liberalen vor allem bei der Bundespolitik in Berlin. Das spiegele sich auch im Wahlerfolg des BSW wieder: Das Bündnis Sahra Wagenknecht habe allein mit Bundesthemen bei seinen Wählern punkten können. Nach ersten Prognosen zieht die FDP nicht wieder in den Landtag ein, scheitert an der Fünf-Prozent-Hürde. Immerhin sei die FDP schon im Rauswurf erprobt, sagt er sarkastisch: Schon vor zehn Jahren flog die Partei in Thüringen aus dem Landesparlament. „Nach der Wahl ist vor der Wahl“, sagt Poloczek-Becher. „An unserem Spitzenkandidaten Thomas Kemmerich hat es jedenfalls nicht gelegen“, sagt der FDP-Politiker. Das zeige das noch schlechtere Ergebnis der FDP in Sachsen, wo ebenfalls am Sonntag gewählt wurde. Dort allerdings seien die Spitzenpolitiker der Bundes-FDP im Wahlkampf sehr aktiv gewesen, während sie Kemmerich nicht im Geringsten unterstützt hätten, sagt Poloczek-Becher. Er werde mit seiner Partei im „Dasdie“ den enttäuschenden Abend nicht mit Feiern verbringen: „Wir müssen uns dem Ergebnis stellen. Wir diskutieren, debattieren und analysieren“. Poloczek-Becher hatte für seinen Wahlkreis den Wählern empfohlen, den Direktkandidaten der CDU zu wählen, weil er ein eigenes Direktmandat für aussichtslos hielt.

Christian Poloczek-Becher
Christian Poloczek-Becher (FDP)© FDP | FDP

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18.25 Uhr: Demonstration vor dem Landtag

Autonome Gruppen haben für 19 Uhr eine Demonstration vor dem Thüringer Landtag angekündigt. Unter dem Motto „Der rechten Hegemonie entgegentreten!“ rufen sie zur Teilnahme auf. Treffpunkt für den Auftakt der Demonstration ist laut Veranstalter die Arnstädter Straße, direkt gegenüber vom Landtag. 

18.10 Uhr: Fröhliche Gesichter beim BSW

Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) feiert seine Wahlparty im Dompalais. Nach der ersten Prognose für das Wahlergebnis gab es fröhliche Gesichter bei der Parteichefin und der Thüringer Spitzenkandidatin Katja Wolf.

Fröhliche Gesichter
Fröhliche Gesichter nach der ersten Prognose bei Sahra Wagenknecht und Katja Wolf vom BSW. © Funke Medien Thüringen | Marco Schmidt

18.08 Uhr: Die Prognose für die Thüringer Landtagswahl

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17.40 Uhr: 1,9 Millionen Wahlberechtigte in Thüringen

1,66 Millionen Bürgerinnen und Bürger sind wahlberechtigt und konnten heute ihre Stimme abgeben. Mit einem vorläufigen Ergebnis rechnet Landeswahlleiter Holger Poppenhäger (SPD) noch in der Nacht zu Montag. Die Auszählungen beginnen sofort 18 Uhr, wenn die Wahllokale geschlossen sind.

17.20 Uhr: Warten auf die BSW-Chefin

Kommt sie nach Erfurt, kommt sie nicht: Lange Zeit war über Sahra Wagenknechts Aufenthaltsort am Wahlabend nur spekuliert worden. Jetzt steht fest, dass sie im Dompalais in Erfurt vor die Medien treten wird. Noch warten die Journalisten auf die BSW-Vorsitzende, die bei ihrem Wahlkampfauftritt in Erfurt das Opfer einer Farbattacke wurde.

Sahra Wagenknecht
Etliche Medienvertreter warten im Erfurter Dompalais auf das Eintreffen und den Auftritt der BSW-Vorsitzenden Sahra Wagenknecht. © Funke Medien Thüringen | Marco Schmidt

17.05 Uhr: Seit 2020 wird Thüringen ohne Mehrheit regiert

In Thüringen regieren Linke, SPD und Grüne seit 2020 ohne eigene Mehrheit. Vier Stimmen fehlen den Koalitionspartnern. Die kamen in den vergangenen Jahren in der Regel von der CDU, wenn es beispielsweise um den Beschluss des Haushaltes ging.

16.45 Uhr: Polizei meldet „keine besonderen Vorkommnisse“

Bis zum Abend meldete die Polizei keine besonderen Zwischenfälle. „Alles ruhig“, erklärt Polizeioberrat Thomas Hofmann von der Landespolizeidirektion auf Anfrage. Erste Demonstrationen wie jene vor dem Anger 1 in Erfurt verliefen mit geringer Beteiligung und ebenfalls völlig unauffällig. Am Vortag hatten gleich mehrere Großdemonstrationen mit mehreren 1000 Teilnehmern Erfurt in einen Ausnahmezustand versetzt.

16.30 Uhr: Wahlempfehlungen sorgten für Diskussionen

Der Wahlkampf in Erfurt lief ohne auffällige Zwischenfälle ab. Zwei Wahlempfehlungen sorgten aber für Diskussionsstoff. Christian Poloczek-Becher, FDP-Direktkandidat im Wahlkreis Erfurt I, empfahl seinen Unterstützern für die Erststimme seinen direkten Konkurrenten Michael Hose von der CDU. Zudem warf die Erfurter Linke dem CDU-Oberbürgermeister Andreas Horn vor, sich in einem als Bürger verfassten Wahlwerbebrief nicht deutlich genug von seinem Amt distanziert zu haben - Oberbürgermeister sind zur Neutralität verpflichtet.

16 Uhr: Campact-Aktion: Höcke die kalte Schulter zeigen

Anlässlich des Wahlsonntags initiiert Campact ein Aktionsbild vor dem thüringischen Landtag. Vor Ort wird Campact ab 16 Uhr die Forderungen auf Plakaten, Bannern und durch ein überdimensionales Eis in Form eines Flutschfingers zum Ausdruck bringen. Zudem wird Speiseeis an alle demokratischen Thüringerinnen und Thüringer verteilt. So werde deutlich, „dass wir alle schon jetzt Höcke die kalte Schulter zeigen“.

15.40 Uhr: BSW: Die große Unbekannte in Erfurt?

Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) stellt in Erfurt nur einen Direktkandidaten im Wahlkreis Erfurt IV. Für die Direktmandate könnte das Bündnis daher zur großen Unbekannten werden. Zwei Fragen wird die Wahl beantworten: Wie schneidet der Kandidat im Erfurter Südosten ab? Und welche Kandidaten der anderen Parteien profitieren möglicherweise in den drei anderen Wahlkreisen davon, dass die Erststimme dort nicht an das BSW gehen kann?

15.22 Uhr: Polizei postiert sich vor Gaststätte der AfD-Wahlparty

Die AfD hat sämtliche Journalisten von ihrer Wahlparty nach der Landtagswahl in Thüringen ausgeschlossen. Die Pressevertreter sollen am Wahlabend im Thüringer Landtag die Partei- und Fraktionsvertreter befragen. Die Wahlparty findet in der Erfurter Gaststätte „Hopfenberg“ statt, wo bereits die Polizei mit mehreren Einsatzkräften vor Ort ist.

Landtagswahl in Thüringen
Die Polizei steht bereits vor dem Restaurant Hopfenberg, in dem die Wahlparty der AfD stattfinden soll.© DPA Images | Michael Kappeler

15.10 Uhr: Hoffen auf hohe Wahlbeteiligung

Nicht nur die Spitzenkandidaten hatten sich auf den Weg zur Wahlurne gemacht. Wir fragten drei der Erfurter Kandidaten, was sie sich von heute erhoffen: Denny Möller (SPD) meint: „Ich hoffe, dass viele Menschen heute von ihrem Wahlrecht Gebrauch. Leider befürchte ich, dass es lange dauern wird, bis die nationalistischen und rassistischen Töne aus der Thüringer Politik verschwinden. Das schadet uns in Thüringen sehr.“ David Maicher (Grüne) antwortete: „Vielen ist bewusst, dass heute viel auf dem Spiel steht. Und viele haben das mit der Sperrminorität verstanden.“ Und Torsten Frenzel (SPD) sagt: „Ich hoffe auf eine hohe Wahlbeteiligung. Und ich fürchte, es wird lange dauern, bis sich eine neue Regierung bilden wird.“

14.50 Uhr: Wahlbeteiligung liegt bei knapp 60 Prozent

Kreiswahlleiter Norman Bulenda gibt die Wahlbeteiligung bekannt. Stand 14 Uhr haben 59,4 Prozent der Wahlberechtigen in den vier Erfurter Wahlkreisen ihre Stimme abgegeben. Dieser Wert schließt die Briefwähler mit ein. Rechnet man die Briefwähler heraus, ergibt sich ein deutlich niedrigerer Wert: Demnach haben sich am Wahlsonntag 33,9 Prozent der Wahlberechtigten auf den Weg zur Wahlurne gemacht.

14.30 Uhr: Wahllokale sind noch dreieinhalb Stunden geöffnet

Wenn in dreieinhalb Stunden die Wahllokale schließen und danach die Stimmen ausgezählt werden, liefern wir Ihnen mit den ständig aktualisierten Grafiken - hier als Beispiel der Wahlkreis 24 - eine Übersicht über die vier Wahlbezirke Erfurts.

14.10 Uhr: Viele Wahlhelfer sorgen für reibungslosen Ablauf

Wahlhelfer im Wahllokal 0114
Christin Werner, Anna Lübbers und Tina Wohlfahrth (von links) zählen am Sonntag zur Landtagswahl zu den vielen Wahlhelfern, die für einen reibungslosen Ablauf der Stimmabgabe sorgen. Ihr Wahlbezirk 0114 ist in einem Klassenraum im Evangelischen Ratsgymnasium. © Funke Medien Thüringen | Frank Karmeyer

14 Uhr: Mit Kampfgrinsen und Zuversicht

In einem Instagram-Post schreibt Bodo Ramelow von seiner Stimmabgabe, diese sei mit Kampfgrinsen und Zuversicht erfolgt.

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13.45 Uhr: Kostenlose Führung in der Welt der Versuchungen

Wer wählen geht zur Landtagswahl, kann sich anschließend mit der Wirkung sozialer Medien auseinandersetzen - in einer Ausstellung am Erfurter Anger, Eingang Lachsgasse. Los geht‘s um 15 Uhr. Hier gibt es die näheren Infos dazu:

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13.30 Uhr: Weniger Wahlberechtigte als im Mai

Zur Landtagswahl am heutigen Sonntag sind weniger Menschen wahlberechtigt, als noch zur Wahl im Mai. Das liegt daran, dass bei der Europawahl und bei der Kommunalwahl auch unter 18-Jährige ihre Stimme abgeben durften. Dadurch hatte Erfurt damals 169.000 Wahlberechtigte. „Bei der Landtagswahl nun sind in Erfurt etwa 160.000 Personen wahlberechtigt“, sagt Norman Bulenda. Mit Stand von Donnerstag waren es exakt 159.330 Erfurterinnen und Erfurter. Die Zahl kann leicht schwanken und konnte sich beispielsweise durch Umzüge und Sterbefälle bis heute verändern.

12.45 Uhr: Bodo Ramelow wählt in der Moritzschule

Landtagswahl in Thüringen - Stimmabgabe Ramelow
Bodo Ramelow wirft seinen Stimmzettel in die Wahlurne© DPA Images | Michael Kappeler

Der Ministerpräsident hat in der Moritzschule seine Stimme abgegeben. Anschließend spricht er über Thüringen und komplizierte Zeiten, in denen weiterhin die Stimmabgabe „der Festtag der Demokratie“ sei. Nach dem Wahlergebnis nach 18 Uhr würden die politischen Verantwortlichen darüber ins Gespräch kommen, wie man zu politischen Aufträgen komme. Damit der Bürgerwille in Politik umgesetzt werden könne, wie Ramelow sagt. Er werde alles in seiner Macht Stehende dafür tun, dass es zu einer demokratisch getragenen Mehrheit kommt.

12.30 Uhr Ministerpräsident Bodo Ramelow auf dem Weg ins Wahllokal

Mit seiner Frau Germana Alberti vom Hofe schlendert Bodo Ramelow auf den Schulhof der Moritzschule in Erfurt. Hier wird der Ministerpräsident seine Stimme abgeben. Zahlreiche Medienvertreter begleiten seine Ankunft am Wahllokal.

Bodo Ramelow
Bodo Ramelow mit seiner Frau Germana Alberti vom Hofe. © Funke Medien Thüringen | Marco Schmidt
Bodo Ramelow
Hand in Hand schlendert Ministerpräsident Bodo Ramelow mit seiner Ehefrau Germana Alberti vom Hofe zum Wahllokal in der Erfurter Moritzschule. © Funke Medien Thüringen | Marco Schmidt

12.22 Uhr: Recht verhaltener Zulauf im Wahllokal

Wahllokal Gutenberggymnasium
Im Wahllokal Gutenberggymnasium ging es Sonntag gegen frühen Mittag noch sehr ruhig zu.© Funke Medien Thüringen | Anja Derowski

Im Wahllokal im Erfurter Gutenberg-Gymnasium ging es am späten Vormittag noch recht ruhig zu. Es bildeten sich keine Schlangen, jeder Wähler wurde sofort empfangen und konnte in eine der vier Wahlkabinen, die es pro Wahlbezirk gibt. Das Wahllokal ist eines von vielen barrierefreien Wahllokalen in der Stadt.

12 Uhr: Großer Andrang am Wahllokal von Bodo Ramelow

Großes Interesse der Medien vor der Erfurter Moritzschule: Hier geht zur Mittagszeit Ministerpräsident Bodo Ramelow (Die Linke) wählen. Kameraleute, Fotografen und Reporter erwarten ihn hier schon.

Der Medienandrang ist groß vor der Erfurter Moritzschule.
Der Medienandrang ist groß vor der Erfurter Moritzschule.© Funke Medien Gruppe | Marco Schmidt

11.45 Uhr: SPD-Spitzenkandidat Georg Maier hat gewählt

Georg Maier hat gewählt: Der SPD-Spitzenkandidat für Thüringen ging in Erfurt an die Wahlurne. Seit 2017 der Thüringer Minister für Inneres und Kommunales.

Georg Maier
SPD-Spitzenkandidat Georg Maier bei der Stimmabgabe.© Funke Medien Thüringen | Marco Schmidt

11.30 Uhr: Medienrummel am Landtag

„Wir erwarten zwölf Fernseh- und sieben Radiosender, 20 Zeitungs- und Onlineredaktionen sowie 16 Presseagenturen, darunter Vertreterinnen und Vertreter aus Japan, Dänemark, Österreich, der Schweiz, Spanien und der Türkei. Die Thüringenwahl wird zudem von vier Dokumentarfilm-Teams begleitet“, sagt Landtagspräsidentin Birgit Pommer.

2024 LANDTAGSWAHL THÜRINGEN - THÜRINGER LANDTAG
Fahrzeuge der Medien stehen bereits am Sonntagmorgen vor dem Thüringer Landtag. © FUNKE Foto Services | Sascha Fromm

11.15 Uhr: Grünen-Spitzenkandidat Bernhard Stengele im Wahllokal

Am Mainzerhofplatz: Bernhard Stengele, Thüringer Umweltminister und Spitzenkandidat der Grünen bei der Landtagswahl, gibt am Sonntag, kurz nach 11 Uhr, seine Stimme ab.
Am Mainzerhofplatz: Bernhard Stengele, Thüringer Umweltminister und Spitzenkandidat der Grünen bei der Landtagswahl, gibt am Sonntag, kurz nach 11 Uhr, seine Stimme ab.© Funke Medien Thüringen | Markus Stelle

11 Uhr: Vor fünf Jahren dominierte die Linke die Landtagswahl in Erfurt

Fünf Jahre liegen bis zur vorigen Landtagswahl zurück. Fünf Jahre, die die politische Landschaft in Deutschland veränderten. Das wird sich auch in Erfurt bei dieser Wahl und in den vier Wahlbezirken zeigen. Denn nach Prognosen dürfte ein Durchmarsch der Linken bei den Direktmandaten so nicht mehr eintreten. Am Ende hatte es für die Partei von Ministerpräsident Bodo Ramelow zu vier Siegen gereicht. Im Norden konnte sich knapp Karola Stange durchsetzen. Im Wahlbezirk Erfurt II lag nach der Auszählung der Stimmen Susanne Hennig-Wellsow vorn. Im Wahlbezirk Erfurt IV gewann André Blechschmidt mit 11 Prozent Vorsprung. 

10.30 Uhr: Monate des Wahlkampfes gehen zu Ende

Mit dem Wahlsonntag endet ein Wahlkampfmarathon, bei dem sich der Beginn der Landtagsplakatierung fast nahtlos an Schilderflut der Kommunalwahlen anschloss. Kurios: Die ersten Großplakate auf Grünflächen errichtete die CDU exakt zwei Monate vor dem Landtagswahltermin. Bei den Kommunalwahlen hatte es noch Ärger für SPD-Amtsinhaber Bausewein wegen eines vermeintlichen Frühstarts gegeben. Eine unklare Regelung der Grünflächensatzung war der Grund.

10.01 Uhr: Erfurter stellten mehr als 40.000 Briefwahlanträge

159.380 Erfurter sind heute zur Wahl des Thüringer Landtags aufgerufen. Ein neuer Rekord bei der Briefwahlbeteiligung zeichnet sich ab. Bis Ende vergangener Woche wurden mehr als 40.000 Briefwahlunterlagen versandt. Bei der Landtagswahl vor fünf Jahren waren es gut 27.000. Mehr als ein Fünftel der Wahlberechtigten hat bereits vor dem Wahltag seine Stimme abgegeben. Am Wahlsonntag hieß es aus dem Wahlbüro der Stadtverwaltung Erfurt: 40653 haben bislang per Briefwahl ihre Stimme abgegeben. 

9.30 Uhr: Polizeieinsatz am Landtag

2024 LANDTAGSWAHL THÜRINGEN - THÜRINGER LANDTAG
Bereits am Sonntagmorgen stehen Einsatzfahrzeuge der Polizei vor dem Thüringer Landtag. © FUNKE Foto Services | Sascha Fromm

Am heutigen Wahltag hat sich die Thüringer Polizei vor allem auf Versammlungslagen in Weimar, Jena und Erfurt vorbereitet. Besonders im Bereich des Thüringer Landtages werden mehrere Demonstrationen ab voraussichtlich 15 Uhr bis in den späten Abend erwartet. In diesem Zusammenhang wird es rund um den Landtag zu weiträumigen Absperrmaßnahmen kommen. Anwohner und Anlieger müssen hier mit Einschränkungen rechnen. Schon am Vortag hatte sich Erfurt im Ausnahmezustand befunden.

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8.45 Uhr: Aufgesprühte Sprüche und abgehängte Wahlplakate

Einige Wahlplakate, die zu dicht an den Wahllokalen hängen, werden abgenommen. Schwieriger sei es mit dem Spruch „Höcke ist ein Nazi“, den Unbekannte mit Sprühfarbe vor im ganzen Stadtgebiet verteilten Wahllokalen angebracht haben, beispielsweise am Haus der sozialen Dienste. Derzeit seien an zehn Stellen solche aufgesprühten Sprüche bekannt. Diese ließen sich nur schwer entfernen. „Wo dies nicht gelingt, versuchen wir sie immerhin abzudecken“, sagt Kreiswahlleiter Norman Bulenda auf Anfrage. Alle 150 Wahllokale hätten pünktlich geöffnet und die Wahlvorstände haben ihren Arbeitstag gestartet, sagt er. Ab 15 Uhr kämen dann noch die Briefwahlvorstände hinzu.

Norman Bulenda war bereits 2019 Kreiswahlleiter in der Stadt Erfurt für die Landtagswahl. 
Norman Bulenda war bereits 2019 Kreiswahlleiter in der Stadt Erfurt für die Landtagswahl. © Marcus Voigt | Marcus Voigt

8.30 Uhr: Das sind die vier Erfurter Wahlkreise

In Thüringen sind 1,6 Millionen Menschen zur Landtagswahl wahlberechtigt, in Erfurt sind es 160.000 Personen. Allerdings wählen die Erfurter nicht alle dieselben Kandidaten, sondern in vier verschiedenen Wahlkreisen: Norden, Weste, Mitte & Süden, sowie der Osten und Südosten der Stadt. Hier sehen Sie die einzelnen Wahlbezirke und ihre Kandidaten.

Erfurter Wahlkreise Landtagswahl
Die Karte zeigt die Wahlkreise 24, Erfurt I (rot), 25, Erfurt II (blau), 26, Erfurt III (grün) und 27, Erfurt IV (gelb).© Stadtverwaltung Erfurt | Stadtverwaltung Erfurt

8 Uhr: Der Wahlsonntag beginnt

150 Wahllokale öffnen. Die Wettervorhersage für Erfurt sagt im Tagesverlauf Temperaturen von bis zu 27 Grad voraus. Wahlbenachrichtigung und Ausweis reichen für den Gang ins Wahllokal. Ein Regenschirm kann getrost zuhause bleiben, es ist den ganzen Tag über kein Regen in Sicht.

Samstag, 31. August: Mehrere Demos am Vortag der Landtagswahl

Noch läuft auf den Straßen und Plätzen auch in Erfurt der Wahlkampf vor der Thüringer Landtagswahl am 1. September. Gleich mehrere Demonstrationen gibt es am Vortag der Wahl in der Stadt, die von einem großen Polizeiaufgebot begleitet werden. Erfurt befindet sich für mehrere Stunden im Ausnahmezustand.

Was die Erfurter über die Wahl wissen müssen:

Wer darf bei der Landtagswahl abstimmen?

Wahlberechtigt sind alle Bürger ab Vollendung des 18. Lebensjahres. Das bedeutet: Gut 160.000 Menschen in Erfurt dürfen ihre Stimme abgeben, etwas weniger als bei den Kommunal- und Europawahlen vor drei Monaten, als bereits ab 16 gewählt werden durfte. Alle Wahlberechtigten müssten inzwischen ihre Wahlbenachrichtigung erhalten haben, die spätestens bis zum 11. August versandt werden.

Wer kann gewählt werden?

Thüringen ist für die Landtagswahl in 44 Wahlkreise eingeteilt, vier davon entfallen auf das Stadtgebiet von Erfurt. Wählerinnen und Wähler haben zwei Stimmen. In jedem Wahlkreis wird mit der Erststimme ein Direktkandidat gewählt, der in den Landtag einzieht. Die Zweitstimme entscheidet über den Anteil der Sitze für die jeweiligen Parteien im Landtag. Über Landeslisten ihrer Parteien können dann weitere Kandidaten in das Parlament einziehen, das regulär insgesamt 88 Sitze umfasst. Zur diesjährigen Wahl wurden 15 Parteienlisten zugelassen.

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Welche Kandidaten treten in Erfurt an?

In den vier Erfurter Wahlkreisen wurden insgesamt 27 Direktkandidaten zugelassen. Die sechs bereits jetzt im Landtag vertretenen Parteien – Linke, CDU, AfD, SPD, Grüne und FDP – haben in jedem Wahlkreis Bewerber aufgestellt. Hinzu kommt jeweils ein Kandidat der Freien Wähler, des Bündnisses Sahra Wagenknecht (beide im Wahlkreis 27 im Südosten Erfurts) und der Marxistisch-Leninistischen Partei Deutschlands im westlich gelegenen Wahlkreis 25. Unter den Erfurter Bewerbern sind etwa der amtierende Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke, Wahlkreis 26), der FDP-Spitzenkandidat Thomas Kemmerich (WK 25) oder die derzeitige Justiz- und Migrationsministerin Doreen Denstädt (Grüne, WK 24).

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In welchem Wahlkreis darf ich wählen?

Gewählt werden kann nur in dem Wahlkreis, in dem man gemeldet ist. Bereits Ende Juli, 42 Tage vor der Wahl, wurde das Wählerverzeichnis erstellt, danach begann der Versand der Wahlbenachrichtigungen. In ihnen steht, in welchem der 150 Wahllokale die Stimme abgegeben werden kann und welchem Wahlkreis dieses zugeordnet ist. Wer keine Wahlbenachrichtigung erhalten hat oder glaubt, einem falschen Wahlkreis zugeordnet zu sein, kann in der Woche vom 12. bis zum 16. August im Briefwahlbüro in der Warsbergstraße 3 Einsicht in das Wählerverzeichnis nehmen und bis Freitag, 16. August, 13 Uhr, dort Einspruch erheben. Das Büro ist täglich von 9 bis 13 Uhr, am Dienstag und am Donnerstag bis 18 Uhr geöffnet.

Wie funktioniert die Briefwahl?

Mit der Wahlbenachrichtigung erhalten Wähler auch die Unterlagen zur Beantragung eines Wahlscheins. Der Antrag kann per Post oder direkt im Briefwahlbüro beantragt werden, spätestens bis zum Freitag vor der Wahl, den 30. August, um 18 Uhr. In Ausnahmefällen, wenn ein Gang ins Wahllokal nachweislich nicht möglich ist, kann der Antrag noch am Wahltag bis 15 Uhr gestellt werden. Je nach Antrag erhält der Wähler einen Wahlschein, mit dem er am Wahltag seine Stimme in einem beliebigen Wahllokal seines Wahlkreises abgeben kann, oder zusätzlich die Briefwahlunterlagen. Die Wahlbriefe müssen bis zum Wahlsonntag, 18 Uhr, wenn auch die Wahllokale schließen, im Briefwahlbüro eingegangen sein.

Was muss ich bei der Wahl im Wahllokal beachten?

Die Wahllokale sind am Wahlsonntag von 8 bis 18 Uhr geöffnet. Wähler sollten ihre Wahlbenachrichtigung und Personalausweis oder Reisepass mitbringen. Sollte die Wahlbenachrichtigung vergessen worden oder verloren gegangen sein, ist die Wahl dennoch möglich. Die Wahl ist geheim, der Wahlzettel muss in den dafür vorgesehenen Kabinen ausgefüllt und darf nicht herumgezeigt werden. Jeder Wähler hat eine Erst- und eine Zweitstimme. Vergibt er nur eine der beiden, dann zählt diese Stimme. Ungültig sind Wahlzettel, bei denen der Wählerwille nicht erkennbar ist: Weil keine Markierung gesetzt wurde oder mehrere Listen oder Direktkandidaten markiert wurden.