Das Spektakel dauert nur rund 15 Minuten, doch der Weg hoch auf den Erfurter Petersberg lohnt. Am Freitagabend, den 23. August, begeisterte die Videoinstallation des Künstlers Dirk Rauscher bereits mehr als 500 Schaulustige, am Sonnabend soll sie noch einmal wiederholt werden, wieder um 21.30 Uhr bei freiem Eintritt.

Videoinstallation an der Defensionskaserne auf dem Erfurter Petersberg
Gekonnt spielt die Installation mit den architektonischen Elementen der Kasernenfassade.© Funke Medien Thüringen | Markus Stelle

Rauscher spielt mit der wechselvollen Geschichte der massigen Defensionskaserne, indem er 80 Meter der 167 Meter langen Fassade zur Projektionsfläche macht. Eine Geschichte, die von der Errichtung als Teil des preußischen Festungswerks bis in die DDR-Zeit vor allem auch eine Geschichte der militärische Nutzung, der Gewalt ist. So gehörte es zu einem der eindrücklichsten Momente, als der von elektronischen Beats unterlegte Farbenrausch unterbrochen wurde durch eine lange Sequenz aus dem Charlie-Chaplin-Klassiker „Der große Diktator“, einem Aufruf zur Menschlichkeit.

Videoinstallation an der Defensionskaserne auf dem Erfurter Petersberg
Mit einem Aufruf zu Frieden und Menschlichkeit endet der Charlie-Chaplin-Klassiker „Der große Diktator“. Dirk Rauscher nutzt die Szene zu einer eindrücklichen Unterbrechung seines Videospektakels.© Funke Medien Thüringen | Markus Stelle

Vertraut mit der Defensionskaserne ist der Investor Frank Sonnabend, der das Gebäude derzeit zu einem Campus für Kultur und Kreativwirtschaft umbaut. Er initiierte gemeinsam mit dem Künstler das aufwendige Videoprojekt, das das Bauwerk einmal mehr in den öffentlichen Blick der Erfurter rücken soll.

mst