Die Staatsanwaltschaft Erfurt hat am Mittwoch zwei Anklagen wegen Mordes erhoben. Sie beziehen sich auf zwei Vorfälle, die sich im Abstand von nur vier Wochen im Mai und Juni dieses Jahres im Norden Erfurts ereignet haben. Zwei Menschen sind dabei getötet worden.
Täter stellte sich selbst der Polizei
Der Mitteilung zufolge wird einem 65-jährigen Vietnamesen vorgeworfen, am Vormittag des 24. Mai einem 63-jährigen Landsmann mehrfach mit einem Hammer auf den Kopf geschlagen zu haben. Das Opfer verstarb noch am Tatort, einem Asia-Großmarkt an der Lache. Der Beschuldigte habe mit dem Angriff verhindern wollen, dass eine ihm vorgeworfene Veruntreuung von 100.000 Euro bekannt wird. Er habe daher eine andere Straftat verdecken wollen.
Laut Staatsanwaltschaft lebt der Beschuldigte seit etwa 30 Jahren in Deutschland. Er sei nicht vorbestraft und habe sich noch am selben Tag der Polizei gestellt. Er habe angegeben, in Notwehr gehandelt zu haben. Seitdem sitzt er in Untersuchungshaft.
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Die zweite Anklage trifft einen 48-jährigen Erfurter. Dieser hatte am 26. Juni, gegen 23.30 Uhr, einen 39-jährigen Deutschen mit drei Schüssen aus einer Pumpgun getötet. Die Tat trug sich vor einem Mehrfamilienhaus am Julius-Leber-Ring zu und sorgte für Aufsehen. Der Täter flüchtete und wurde nach intensiver Fahndung zwei Tage später festgenommen. Er sei „umfangreich vorbestraft“ und habe zum Tatzeitpunkt unter Bewährung gestanden.

Die Ermittler werfen dem Täter niedere Beweggründe vor. Er habe einen Nebenbuhler beseitigen wollen. Der Beschuldigte selbst habe zwar die Schüsse bestätigt, aber angegeben, dass er den angreifenden Hund des Opfers treffen wollte. Die Staatsanwaltschaft weist abschließend darauf hin, dass Mord mit lebenslanger Freiheitsstrafe bestraft.
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