Im Kampf um das Direktmandat im wichtigen Wahlkreis 192 (Erfurt - Weimar - Weimarer Land II) liegt Linke-Kandidat Bodo Ramelow nach Auszählung von knapp 300 der 324 Stimmbezirke deutlich vor dem Kandidaten der AfD, Alexander Claus. Demnach bis dahin gingen knapp 37 Prozent der Erststimmen an Ramelow, knapp 27 Prozent an Claus. CDU-Kandidat Michael Hose konnte etwa 16 Prozent der Erststimmen einsammeln. Carsten Schneider (SPD), der den Wahlkreis vor dreieinhalb Jahren gewann, landet mit knapp 8 Prozent auf Platz 4.

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Ramelow erfüllte damit auch die Hoffnungen seiner Partei, mit der Kampagne „Silberlocke“ einen von mindestens drei Wahlkreisen zu erobern, um unabhängig von der Fünf-Prozent-Hürde in den Bundestag einzuziehen. Ein Bundesergebnis von knapp 9 Prozent machten diese Überlegungen jedoch obsolet. „Wir sind der Knaller dieser Bundestagswahl. Uns hatte niemand auf dem Zettel“, jubilierte Ramelow.

Wir sind der Knaller dieser Bundestagswahl. Uns hatte niemand auf dem Zettel.

BUNDESTAGSWAHL 2025- WAHLPARTY DIE LINKE  THÜRINGEN
Bodo Ramelow (Linke), Direktkandidat im Wahlkreis 192

Der Wahlkreis 192 dürfte der einzige in Thüringen werden, in dem die AfD nicht das Direktmandat holen konnte. Bei den Zweitstimmen lag zum Zwischenstand die AfD auch in Erfurt und Weimar mit knapp 27 Prozent vorn, gefolgt von Linke (22 Prozent) und CDU (knapp 18). Die Wahlbeteiligung war mit über 80 Prozent deutlich größer als dreieinhalb Jahre zuvor. Die Bundestagswahl im Herbst 2021 stand allerdings unter dem Eindruck der Corona-Pandemie.

Aktuelle Nachrichten aus Thüringen

Im ungewöhnlich prominent besetzten Wahlkreis 192 kämpften neun Kandidaten um das Direktmandat, neben Ramelow und dem Ostbeauftragten der Bundesregierung, Carsten Schneider, auch Ex-Ministerpräsident Thomas Kemmerich (FDP) und die Bundestagsvizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt (Grüne). Umfrageergebnisse vor der Wahl waren uneindeutig, Chancen auf ein Direktmandat wurden sowohl der AfD als auch Linke und CDU eingeräumt.