Man nehme einen Raum voller Kulturakteure, Petersbergliebhaber und Stadtpolitiker und erhält als Resonanz vor allem eins: Unmut. Und das teils zu Recht. Einerseits begrüßen auch die älteren Erfurter in der Debatte um die Pop-up-Ausstellungshalle die Idee und stellen sich tolle Projekte rund um Handwerk und Floristik vor. Diese haben aber eher keine Chance in dem modern konzipierten Ansatz.

Städtische Museen müssen wegen des neuen Projekts zurückstecken

Vielen Bürgern fehlt ein klar definiertes Projekt. Und gerade jungen Künstlern, denen man laut Idee eine Bühne bieten will, können kaum das Geld auftreiben, um ein Jahr im Vorlauf eine Zusage für eine Schau in der Defensionskaserne geben zu können.

Das bewusst schwammige Konzept, das alles ermöglichen sollte, wird nun zum engen Korsett, das der Kulturdirektion auf die Füße fällt. Von den erwartbaren Konflikten mit den Museen einmal ganz abgesehen. Diese standen nahe am Fördertopf des neuen Museumskonzepts, für das die Stadt viel Geld bereitstellt. Dann grätschte das Petersberg-Projekt dazwischen und verdrängte die Museen in der Warteschlange nach hinten.

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Erfurter hätten früh nach ihren Wünschen gefragt werden müssen

Eben dieser Unmut und die ganze Diskussion hätten sich vermeiden lassen, wenn man die Erfurter bereits im Ideenprozess eingebunden hätte. Die Bürger in einer wirren kulturpolitischen Gemengelage vor vollendete Tatsachen zu stellen, war eine schlechte Entscheidung. Dass dann die Erfurter und darunter selbst bekennende Kulturliebhaber von der Umsetzung abraten, ist also nicht verwunderlich.

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In den teuer angemieteten Räumen sollte nun bald etwas passieren, das ist die Stadt schuldig. Die Runde in der Defensionskaserne hat gezeigt, dass dabei nicht nur gemeinsam über das „Was?“ verhandelt werden muss, sondern auch über das „Wie?“.