Das Gefecht bei Gispersleben jährt sich in der Nacht zum 10. April zum 80. Mal. Im Zweiten Weltkrieg kam es hier bis zum 11. April 1945 zu schweren Kämpfen zwischen Deutschen und Amerikanern. Die amerikanischen Einheiten hatten trotz heftigem deutschen Widerstand den Erfurter Stadtrand von Gispersleben über Marbach, Rohda und den Steigerwald erreicht.

Auch interessant

Amtmann-Kästner-Haus diente als Gefangenenlager

Am Abend des 10. April griffen die Amerikaner über offenem Feld an und drangen über Kiliani nach Gispersleben ein. Zwischen 20 und 23 Uhr kam es zu Straßenkämpfen. Vor allem zwei Brücken, die als Wege Richtung Weimar und Jena wichtig waren, gelangten in den Fokus. Am Morgen des 11. Aprils gingen die Kämpfe weiter. Die Deutschen konnten nicht lange standhalten und zogen sich nach Erfurt zurück. Laut historischen Quellen soll es bis Mittag Schusswechsel und Panzerfeuer gegeben haben, bis die Deutschen letztendlich unterlagen. Die Gefangenen wurden im Amtmann-Kästner-Haus untergebracht. Amerikanische wie deutsche Zeitzeugen berichteten später von Kriegsverbrechen.

Gefecht bei Gispersleben
Im Kilianipark in Erfurt-Gispersleben wird mit zwei Kreuzen und einer Namestafel an die Gefallenen gedacht.© Funke Medien Thüringen | Marco Schmidt

Auf deutscher Seite fielen mindestens 45 Angehörige der Wehrmacht, Waffen-SS, Volkssturm und Hitlerjugend. Die Amerikaner hatten 11 Gefallene und mehrere Dutzend Schwerverwundete zu beklagen. Im Kilianipark können die Erfurter heute eine Grabanlage besuchen, in der die gefallenen Deutschen bestattet sind. In Vorbereitung der Bundesgartenschau in Erfurt wurde das Areal aufwendig restauriert. Zu der Anlage gehören zwei Steinkreuze und eine Erinnerungstafel mit den Namen und Lebensdaten der Soldaten.