Über 200 Studierende aus fünf Kontinenten beteiligen sich dieses Jahr an dem Global Communication Projekt (GlobCom), darunter auch junge Frauen und Männer aus Erfurt. In internationalen Teams entwerfen sie eine Werbekampagne für einen realen Kunden. In diesem Jahr ist das die US-amerikanische Nichtregierungsorganisation Panthera. Diese setzt sich für den Schutz und Erhalt von 40 Wildkatzenarten ein.

Katzen retten in Minecraft?

Die Werbekampagne soll nicht mit klassischen Plakaten, Fernsehspots oder Beiträgen in den sozialen Medien für Aufmerksamkeit sorgen, sondern in der Gamingwelt, also in Videospielen wirken. In der digitalen Welt sieht Panthera eine Chance, Nutzer von Artenschutz und Nachhaltigkeit zu überzeugen. Wie das konkret gelingen kann, müssen sich die Studierenden überlegen.

Kooperationen mit bekannten Online-Spielen wie Sims oder Minecraft bieten sich dazu an. Eine Gruppe entwickelt aktuell die Idee, dass Spieler in Minecraft virtuelle Wildkatzen suchen und retten müssen. Damit die Kampagne Erfolg hat, braucht es neben einem kreativen Konzept auch Werbestrategien mithilfe von Influencern und mittels Veranstaltungen.

Teilnehmende aus 15 Ländern

Neben den Studierenden der Universität Erfurt nehmen angehende Akademiker aus 14 weiteren Ländern an dem Projekt teil. Dazu zählen unter anderem Australien, Indien, Thailand und Spanien. In neun internationalen Teams entwerfen sie zurzeit die Kampagne. Ende Mai stellen die Teams ihre Strategien bei einer Tagung in Abu Dhabi dem Kunden vor.

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„Das Projekt ist sehr nah an der Realität der internationalen PR“, sagt Kursleiter Daniel Silberhorn. Er ist seit 2015 für das Kommunikationsprojekt in Erfurt zuständig. Silberhorn blickt auf 15 Jahre Berufserfahrung in der internationalen PR-Branche zurück. Zuvor studierte er selbst in Erfurt Kommunikationswissenschaft. „Motivierend ist, dass die Erkenntnisse der Studierenden tatsächlich von den Kunden aufgegriffen werden können“, betont der Kursleiter.

Interkultureller Austausch

Uni
Die Erasmus-Studierende Fatoumata Fall erklärt ihr Schaubild.© Funke Medien Thüringen | Merle Jakobus

Für die Erfurter Studierenden der Kommunikationswissenschaft ist die Teilnahme an GlobCom eine Möglichkeit, berufspraktische Erfahrungen zu sammeln. „Besonders bereichernd ist es, Menschen aus aller Welt und deren Kulturen näher kennenzulernen“, schildert Isabella May. Die 21-Jährige studiert Kommunikationswissenschaft und Anglistik im vierten Semester und nimmt dieses Jahr am PR-Projekt teil. Auch für das spätere Berufsleben erhofft sie sich, mit den Teilnehmenden in Kontakt zu bleiben.

Die Zusammenarbeit in Teams mit über zwanzig Personen aus unterschiedlichen Zeitzonen bringt auch Herausforderungen mit sich. Die Organisation der Gruppenarbeit liegt dabei vollständig bei den Studierenden. „Ich sehe meine Aufgabe darin, die Gruppenarbeit voranzubringen“, sagt Lilly-Marie Graumann. Als sogenannter „Global Leader“ ihrer Gruppe koordiniert sie den Arbeitsprozess. Neben regelmäßigen Gruppentreffen tauschen sich die Studierenden auch mit dem Kunden Panthera aus. „Es verbindet uns, dass wir alle das gleiche Ziel verfolgen – unabhängig von Herkunft oder Muttersprache“, so Isabella May.

Gründung des Projektes in Erfurt

Noch befinden sich die Teilnehmenden mitten in der Strategieentwicklung. „Die Grundlagen der PR haben die Studierenden bereits im Wintersemester vermittelt bekommen“, erklärt Kursleiter Silberhorn. Nun geht es darum, soziale, politische und wirtschaftliche Gegebenheiten der Länder zu berücksichtigen, in denen die Kampagne umgesetzt werden soll.

Das GlobCom-Projekt wurde 2002 in Erfurt ins Leben gerufen. Bis heute bleibt die Universität Erfurt die einzige deutsche Lehreinrichtung, die an dem Projekt mitwirkt.