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Kritik am Kirchenumbau „polemisch und unsachlich“
Zum umstrittenen Umbau der Augustinerkirche meint Peter Kraska aus Erfurt: Wem es an sachlichen Argumenten fehlt, der verliert sich leicht in Süffisanz und Polemik. So erging es wohl auch den Herren Professoren Meier und Merzenich bei ihrer Kritik an der inneren Umgestaltung der Augustinerkirche. Deren im Namen des Erfurter Geschichtsvereins am 21. Mai geäußerte Kritik (“Weiter Gegenwind für den Umbau der Augustinerkirche“) strotzt voller Unsachlichkeit und dem offenkundigen Willen, mit teils an den Haaren herbeigezogen Argumenten ihren Trotzkopf durchzusetzen.
Die von Meier und Merzenich „in Übereinstimmung mit Glasmalerei-Restauratorinnen“ gesehene Gefahr für die wertvollen Kirchenfenster ist eine kühne Pauschalbehauptung ohne den hier spezifisch erforderlichen Nachweis. Es ist doch lächerlich, zu suggerieren, das Landeskirchenamt würde einen seiner größten Schätze durch massive Dauerbeheizung im Winter ruinieren. Die hier geplante behutsame und kontinuierliche Erwärmung des Inneren auf 16 Grad Celsius im Bodenbereich (!) entspricht den Empfehlungen der Glasexperten und ist weit davon entfernt, Schäden anrichten zu können. Den Kirchenbesuchern aus Gründen des Klimaschutzes statt Beheizung den Gebrauch von Decken zu empfehlen, kann ich nur als professoralen Hochmut und Zynismus bezeichnen. Ich frage mich, warum das nicht auch im Winter in den Hörsälen von Universität und Fachhochschule praktiziert wird?
Ebenso polemisch ist es, die auf dem Foto durch den Kamerablitz zusätzlich aufgehellte Kalkwand als angeblichen Beweis für einen „hellen Kirchenraum“ anzuführen. Ich kann jedem nur empfehlen, die Kirche zu besuchen, um sich vom Gegenteil zu überzeugen. Sie wirkt schon beim Betreten, insbesondere wegen der dunklen Holzausstattung, düster und nahezu bedrohlich.
Schließlich kann ich den wiederholten Lobgesang auf Theo Kellner nicht nachvollziehen. Dieser mag als Schüler von Lyonel Feininger und Vertreter der Neuen Architektonischen Sachlichkeit durchaus gewisse Verdienste haben, aber die Innengestaltung der Augustinerkirche von 1936 ist sicherlich kein Ruhmesblatt für einen Architekten. Auch sollten wir ihn aufgrund seines Wirkens im Dritten Reich und wesentlichen Teils der NS-Architektur in Erfurt sehr kritisch sehen. So hat er u.a., wie im offiziellen Erfurt-Web nachzulesen ist, 1942 Entwürfe für einen ausgedehnten Gebäudekomplex auf dem Petersberg unter Einbeziehung der Peterskirche als „NS-Ehrenhalle“ vorgelegt.

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Der unverschämte Höhepunkt an bornierter Unsachlichkeit ist die Darlegung, dass es bei jährlich 150.000 Besuchern und Besucherinnen keinerlei Maßnahmen der Akzeptanzsteigerung bräuchte. Ist es nicht vielmehr selbstverständlich und begrüßenswert, wenn noch weitaus mehr Menschen, die unser schönes Erfurt besuchen, auch den Weg zur Augustinerkirche fänden und wir dann vielleicht 300.000 Menschen in diesem besonderen Ort des Glaubens, der Musik und der Demokratie begrüßen dürften?
Dieser „Gegenwind“ gegen die Neugestaltung, wie es im Titel des Artikels heißt, streut Sand in die Augen und hat einen üblen Geruch.
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Klimaneutralität oder Gewerbegebiete
Ob Erfurt neue Gewerbegebiete braucht, beschäftigt Christiane Jedamzik aus Erfurt: Neben bereits 14 erschlossenen Gewerbegebieten in Erfurt beabsichtigt der Dezernent für Stadtentwicklung, Herr Bredemeier von der CDU, weitere Gewerbegebiete in Erfurt anzulegen. Da es bereits zu wenig geeignete Flächen dafür gibt, wird überlegt, Acker und Grünflächen dafür zu versiegeln. Ohne zu wissen, ob es überhaupt Bewerber für die Gebiete gibt. Versiegelungen von Ackerboden heißt, Vernichtung des Produktionsmittels Boden, eines in Jahrhunderten erarbeitenden Kulturbodens. Und das für immer!
Versiegelungen in Größenordnung bedeuten mehr Lärm, mehr Luftverschmutzung, noch mehr Autos auf den sowieso überlasteten und kaputten Straßen. Verdichtung der Bevölkerungsstruktur. Damit verbunden eine höhere Hitzebelastung der in einer Senke liegenden Stadt. Mehr Müll wie z.B. im GVZ, wo das Müllproblem kaum gelöst werden kann.
Laut Dezernent, soll die Stärkung des Wirtschaftsstandortes im Interesse der Erfurter Bürger liegen. Vielleicht, weil mehr Steuereinnahmen zu erzielen sind. Und Arbeitsplätze geschaffen werden? Woher sollen diese kommen? Abwerbung von anderen Gewerbegebieten ?
In welchem Verhältnis stehen die Einnahmen zu den Wert der Schäden, die der Natur, dem Wohlbefinden und der Gesundheit der Bürger entgegenstehen? Mit dem Klimaentscheid von 2023 haben sich die Erfurter Bürger für den Schutz der Umwelt, in all ihren Facetten, stark gemacht. Die Erfurter wollen mit dem Bürgerentscheid, dass im städtischen Einflussgebiet Klimaneutralität bis 2035 erreicht wird. Das wurde vom Stadtrat beschlossen und muss konsequent eingehalten werden.
Wir und sie haben eine enorme Verantwortung gegenüber der ihnen nachfolgenden Generationen. Wo bleibt sonst die Glaubwürdigkeit unserer gewählten Kommunalvertreter?
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Hochwassergefahren lauern überall
Dass Hochwasser nicht nur von der Gera droht, betont Thomas Petzold aus Erfurt: Zu Ihrem Artikel vom 22. Mai „Erfurt wird gegen Jahrhunderthochwasser geschützt“ folgende Ergänzung. Laut Ihrem Artikel klingt es so, als ob ganz Erfurt nun vor Hochwasser geschützt ist. Dem ist leider nicht so.
Das Papierwehr und auch der Flutgraben werden und haben die Erfurter Innenstadt schon öfter vor Überschwemmungen geschützt. Jedoch muss dringend auch in den Randgebieten von Erfurt am Schutz vor Starkregen und Hochwasser etwas geschehen! Für den östlichen Teil gibt es seit 2015 ein Hochwasserschutzkonzept mit 19 notwendigen Maßnahmen, von denen bisher 3 umgesetzt wurden. Wenn in diesem Tempo weiter so gearbeitet wird, dauert es noch mindestens 50 Jahre, bis dies umgesetzt ist.
Für den Bereich Mittelhausen soll ein Konzept erstellt werden. Dazu wünsche ich allen Betroffenen einen langen Atem und möglichst wenige Hochwasserereignisse. Ebenso sollte allen bewusst sein, dass Starkregenniederschläge zu jeder Zeit an jedem Ort auftreten und jeden treffen können, nicht nur diejenigen, die in der Nähe von Gewässern leben. Die BI zum Hochwasserschutz versucht seit über zehn Jahren hier aufzuklären und an den Missständen zu arbeiten.
Eine von der BI im Februar eingereichte Petition mit ca. 2600 Unterschriften erhält wahrscheinlich erst im Herbst 2025 nach 6 bis 8 Monaten einen Termin für die öffentliche Anhörung. Hier herrscht dringender Handlungsbedarf, um alle Erfurter Ortsteile zu schützen.
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