Oben der Eiffelturm, unten das Publikum. Das also ist der Blick der Ensemblemitglieder, wenn in knapp zwei Wochen, ab dem 8. August, Puccinis Oper „La Bohéme“ bei den Erfurter Domstufenfestspielen erklingt. Dazwischen, über drei Absätze der Treppe, führt die silbrig glänzende Wellenrutsche. 23 Meter lang, 8,5 Meter hoch. Auch ohne Lampenfieber kann einem da schon mal flau im Magen werden.
Das Bremsen nicht vergessen
Nicht ohne Grund gibt es an diesem Montag, dem 28. Juli, eine gründliche Einweisung. Gerutscht wird auf einer Textilunterlage, Handschuhe sollen verhindern, dass es zu heiß wird, wenn mit Händen und Schuhen gebremst wird. Das, bittet inständig Christian Stark, der Technische Direktor des Theaters Erfurt, sollte nicht vergessen werden. Denn die Fahrt kann rasant werden und unten wartet kein weicher Spielplatzsand, sondern ein weiterer Treppenabsatz.
Hinab im Takt von Puccinis Musik
Nein, diese Rutsche ist nichts für Anfänger. Sie ist Teil des Bühnenbilds und eigentlich den Sängerinnen und Sängern des Erfurter Kinder- und Jugendchors vorbehalten. Jeweils 15 von ihnen und die Darstellerin der Musetta werden bei jeder Aufführung diese Rutsche hinuntersausen, im Takt von Puccinis Musik. Mit der richtigen Technik soll das jeweils sieben Sekunden dauern, das Timing ist wichtig.
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Unter den nervösen Blicken der Verantwortlichen
An diesem Montag ist Rutschenpremiere, für die Chorkinder, aber auch – große Ausnahme – für eine Handvoll Journalisten, die unter den nervösen Blicken der Verantwortlichen die Matten besteigen. Kann bitte jemand unten stehen und sie im Notfall auffangen?
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Die Rutsche, sie soll Bewegung bringen in die Inszenierung, für das beschwingte, das vergnügliche Paris stehen. Inspiriert haben soll Regisseur Matthew Ferraro übrigens das „Flockdown“-Schneechaos im Februar 2021, als die Domstufen kurzzeitig zur Rodelbahn wurden.




