Die Kriminalpolizei ermittelt nach einem antisemtischen Angriff am Freitagmorgen, 26. September, in einer Straßenbahn der Linie 3 in Erfurt-Nord. Wie die Polizei mitteilt, wurde ein 24-jähriger Mann von einem Unbekannten gleich mehrfach bedroht, geschlagen und getreten.

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Demnach war der Angreifer gegen 6.35 Uhr am Klinikum in die Bahn Richtung Norden eingestiegen. Ersten Erkenntnissen zufolge sprach er den 24-Jährigen auf dessen Davidstern-Kette an. In der Folge schlug der Mann mehrfach auf den 24-Jährigen ein, er soll auch versucht haben, ihn aus der Bahn zu ziehen. Dies gelang ihm nicht. An der Straße der Nationen habe der Schläger die Bahn verlassen. Der junge Mann fuhr weiter bis zum Europaplatz, wo er die Bahn verließ. Dort sei er wieder auf den Angreifer getroffen, der ihn erneut bedrohte und schlug. Wie die Nachrichtenagentur epd berichtet, sei ihm die Kette mit dem Davidstern vom Hals gerissen worden.
Mitfahrende müssen die Tat beobachtet haben
Da der Vorfall von anderen Insassen der Bahn beobachtet wurde, hofft die Polizei auf Zeugenhinweise. Bislang liege ihr eine Personenbeschreibung des Täters durch den Geschädigten vor. Bei dem Angreifer soll es sich demnach um einen etwa 30-jährigen Mann gehandelt haben, möglicherweise einen Deutschen. Er sei blond gewesen, habe einen weißen Pullover, eine schwarze Jacke, eine schwarze Arbeitshose mit grünen Taschen sowie Arbeitsschuhe getragen.
Wer Angaben zu dem Vorfall oder zur Identität des Unbekannten machen kann, soll sich beim Inspektionsdienst Nord unter Tel.: 0361 / 78 400 melden. Die Vorgangsnummer lautet 0251723.
Jüdische Landesgemeinde bekundet Solidarität
Nach Informationen der Jüdischen Landesgemeinde sei noch unklar, ob der Geschädigte jüdischen Glaubens sei. Gleichwohl habe man Kontakt zu ihm aufgenommen, um ihn in die Landesgemeinde einzuladen und Solidarität mit ihm zu bekunden. Schockiert über den Vorfall äußerte sich Michael Hose, CDU-Bundestagsabgeordneter und Fraktionschef im Erfurter Stadtrat. „Antisemitismus muss entschieden bekämpft werden. Wer Menschen wegen ihres Glaubens bedroht und verletzt, muss konsequent verfolgt und bestraft werden. Kritik an der israelischen Regierung darf dabei nie zum Vorwand für Antisemitismus werden. Ich rufe alle Zeugen auf, sich bei der Polizei zu melden, damit der Vorfall lückenlos aufgeklärt werden kann.“
Auch die Landesregierung äußerte sich zu dem Vorfall. Man verurteile den Angriff auf das Schärfste. Der Antisemitismusbeauftragte des Landes, Michael Panse, erklärte: „Der Schutz unserer jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger und ihres Eigentums hat für die Landesregierung höchste Priorität. Es bleibt aber insbesondere eine gesellschaftliche Aufgabe, immer wieder dafür einzutreten, dass unsere jüdischen Mitbürger ohne Angst in Thüringen leben können.“
mst/red




