Angesichts der Immobilienpreise reiben sich die Erfurter schon seit Jahren die Augen. Zuletzt zogen die Kosten für Wohneigentum bundesweit wieder an. Spannend ist die Frage: Wie verhalten sich die Preise zu den Durchschnittslöhnen in der jeweiligen Region. Das Immobilienportal Immowelt veröffentlicht auf Grundlage seiner eigenen Daten nun das dritte Jahr in Folge ein sogenanntes Leistbarkeits-Ranking.

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Im Vergleich zum Vorjahr rutschte Erfurt vom vorderen Drittel ins untere Mittelfeld: Die Bruttolöhne stiegen nicht in dem Maße, in dem die Immobilienpreise zulegten. Basis für die Berechnung sind Inserate bei dem Internet-Portal, ermittelt wurde für 106 Städte der durchschnittliche Quadratmeter-Preis für eine 75-Quadratmeter-Wohnung, eine Bestandsimmobilie aus den 1990er-Jahren.

1,216 Quadratmeter pro Monatslohn

Dieser Durchschnittspreis liegt demnach in Erfurt bei 2761 Euro. Der von der Bundesarbeitsagentur ermittelte Durchschnittsbruttolohn erreicht 3356 Euro. Für einen Bruttolohn gibt es also 1,216 Quadratmeter Wohnung, für die ganzen 75 Quadratmeter müsste der gesamte Bruttolohn für gut fünf Jahre investiert werden. Erfurt liegt damit auf einem 57. Platz

Diese rein theoretische Berechnung lässt interessante Vergleiche zu anderen Städten in Deutschland zu. Am leichtesten kommen demnach die Menschen in Pirmasens zur eigenen Wohnung. Bei 3559 Euro Bruttolohn kostet der Quadratmeter nur 1240 Euro. Auch Städte mit hohen Einkommen müssen nicht teuer sein. In Wolfsburg (Platz 6) kostet der Quadratmeter 2510 Euro bei 5529 Euro Durchschnittslohn.

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Erfurt noch vor Jena, aber Gera ist unschlagbar

Auf dem letzten Platz hingegen rangiert das reiche München. 5094 Euro brutto wird hier an Löhnen gezahlt, stolze 8224 Euro kostet aber der Quadratmeter. In Thüringen rangiert Erfurt immerhin noch vor Jena (Platz 77), aber weit hinter Gera (Platz 3).

Dieses Verhältnis hat sich in den vergangenen Jahren kaum verändert. Wohl aber die Gesamtplatzierung Erfurts. Die Landeshauptstadt erreichte 2024 immerhin noch einen 29. Rang bei 3329 Euro Bruttolohn und 2582 Euro je Quadratmeter Wohneigentum. Seitdem sind die Löhne offenbar kaum gestiegen. Wiederum ein Jahr zuvor wurden bei Immowelt noch Wohnungen für 2966 Euro je Quadratmeter inseriert, bei 3166 Euro Durchschnittslohn ein noch ungünstigeres Verhältnis.

KORREKTUR: In einer früheren Version des Artikels waren die Zahlen für 2023 vertauscht. Wir bitten, diesen Fehler zu entschuldigen. Richtig bleibt, dass sich das Verhältnis von Bruttolöhnen zu Immobilienpreisen seitdem leicht verbessert hat.

mst/red