Es hat also doch geklappt: Als die Chemnitzer Indie-Rock-Band Kraftklub zum Start ihres neuen Albums „Sterben in Karl-Marx-Stadt“ ihre Fans dazu aufrief, sich um eine Spontan-Party zu bewerben, entpuppten sich Mitarbeiter der Erfurter Verkehrsbetriebe bis hin zu Evag-Chef Mario Laube als unbeirrbare Anhänger und luden die Band nach Erfurt ein.
Um 11.15 Uhr fuhr die Band im Cabrio-Wagon heran
Unter strengster Geheimhaltung wurde der Gig organisiert. Als gestern Vormittag die Katze aus dem Sack gelassen wurde, sprach sich das wie ein Lauffeuer in der Stadt herum. Um 11 Uhr warteten schon Hunderte Fans und Eingeweihte an der Straßenbahn-Wendeschleife am Domplatz. Gegen 11.15 Uhr ruckelte der Katerexpress der Evag heran, auf dem Cabrio-Wagen: die Band mit komplett aufgebautem Set.

Nach einer ausgedehnten Autogramm-Runde wurden die Verstärker angeschlossen und Kraftklub begeisterten ihre Fans mit einem Spontankonzert. Rund eine Dreiviertelstunde lang rockten die fünf Musiker die Wendeschleife, bevor sie im Katerexpress wieder davonrollten. Der PR-Stunt der Band und der Evag war gelungen.
Am E-Burg-Türsteher gescheitert
Gerüchte, dass es Kraftklub zum Album-Release nach Erfurt verschlagen könnte, machten freilich schon am frühen Morgen die Runde. Im Instagram-Kanal der Band war zu sehen, wie das Quintett vor der Engelsburg steht. Dort wurde eine Release-Party für „Sterben in Karl-Marx-Stadt“ gefeiert – doch die unangemeldete Band bat vergeblich um Einlass. Der Türsteher nahm seine Sache ernst und ließ sich nicht einmal davon erweichen, dass die fünf Herren behaupteten, Freunde von Clueso zu sein.
Auch interessant
Da konnte es sich Engelsburg-Booker Andreas Busch natürlich nicht nehmen lassen, auch zum Spontankonzert am Dom zu kommen, mit einem Satz E-Burg-T-Shirts als kleine Entschuldigung bei der Band, die die Absage allerdings gelassen genommen hat. „Ich hätte uns auch nicht reingelassen“, sagt Kraftklub-Frontmann Felix Kummer.

Täglich
Der Newsletter für Erfurt
Alle wichtigen Informationen aus der Landeshauptstadt Erfurt, egal ob Politik, Wirtschaft, Sport, Kultur oder gesellschaftliches Leben.
Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.
Bei der Evag stieß die Band jedenfalls auf offene Türen, durfte einmal durch die Stadt zuckeln, vorbei, natürlich, am Weihnachtsmarkt, dessen Schönheit sich auch in Chemnitz herumgesprochen haben dürfte. Immerhin hatte sich Evag-Geschäftsführer Mario Laube ja persönlich mächtig ins Zeug gelegt. Er ging mit einem viralen PR-Erfolg aus der Sache hervor und einem persönlichen Andenken, einem Satz Drumsticks von Kraftklub-Schlagzeuger Max Marschk.





