Schulstreik gegen die Wehrpflicht: Dieser Aufruf kursiert seit Anfang November durch die sozialen Netzwerke. Am Freitag (5. Dezember) ist es soweit. Bundesweit gehen Tausende Schüler auf die Straße. Auch in Erfurt!

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„Wir haben zwei angemeldete Versammlungen zu dieser Thematik“, bestätigt Anja Schultz von der Rathauspressestelle. „Einmal 10 Uhr ab dem Theater Erfurt durch das Bündnis „Schulstreik gegen Wehrpflicht Erfurt“ und um 17 Uhr durch die Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend Erfurt.“

Polizei begleitet die Demonstration

Die Polizei wird die Demonstration begleiten, schließlich ist geplant, vom Theater aus zu verschiedenen Schulen zu laufen. Die Route verläuft zum Königin-Luise-Gymnasium, Schillerschule, Heinrich-Mann-Gymnasium, Ratsgymnasium und letztlich zur Staatskanzlei, wo die Abschlusskundgebung stattfinden wird. Gegen 12.30 Uhr soll der Schulstreik beendet sein. Es wird mit mehreren hundert Teilnehmern gerechnet.

Für viele Schüler steht fest: sie werden mit streiken. Doch von der Schulpflicht sind sie dadurch nicht entbunden. „Die Erfurter Schulen regeln das unterschiedlich. Manche geben per se frei, manche fordern eine schriftliche Anfrage der Eltern. Manche Schüler werden wohl einfach schwänzen“, sagt Marlene Theisel, Referentin für Soziales im Vorstand des Erfurter Schülerparlamentes. „Lieber diesen einen Tag fehlen, als 180 Tage im Wehrdienst zu sein“, ist die klare Meinung. Es sei wichtig, dass sich die jungen Menschen für ein solches politisches Thema einsetzen und ihre Meinung öffentlich vertreten und kundtun, so Marlene Theisel.

Schulen sollen Teilnahme ermöglichen

Das Schülerparlament unterstützt den Streik, war auch an den Vorbereitungen beteiligt, ist aber nicht der Organisator. Ebenso wie der Stadtjugendring und weitere Erfurter Vereine. Deutschlandweit haben sich extra Bündnisse für den Freitag gebildet, sie haben die Kundgebungen organisiert und angemeldet.

Auch die Bundesschülerkonferenz appelliert an Schulen und Bildungsverwaltungen in allen Bundesländern, klare und einheitliche Regelungen zu schaffen, die eine unkomplizierte Freistellung für den 5. Dezember ermöglichen. „Gesellschaftliches Engagement ist bereits in jungen Jahren ein wichtiger Bestandteil demokratischer Kultur. Die Teilnahme an Demonstrationen, Kundgebungen oder politischen Aktionen kann entscheidend dazu beitragen, langfristig politisches Interesse und Verantwortungsbewusstsein zu stärken“, heißt es in einer Mitteilung des Gremiums, die am Donnerstagmittag verschickt wurde.

„Uns geht es darum, dass junge Menschen ihr verfassungsmäßiges Recht auf Versammlungsfreiheit ausüben können. Sicher, legitim und ohne schulische Nachteile.“