Eine übersichtliche Schar Erfurter ist am Samstagmittag (31. Januar) dem Aufruf der Initiative für eine böllerfreie Altstadt auf den Domplatz gefolgt. Die Demonstration fand exakt einen Monat nach dem verheerenden Dachstuhlbrand statt, bei dem zwei historische Gebäude am Domplatz zerstört wurden. Etwas mehr Zulauf hätten sich die Organisatoren gewünscht. Zugleich sind sie zufrieden mit der Resonanz auf den geplanten Einwohnerantrag, der eine kontrollierte Verbotszone für Pyrotechnik in der Altstadt fordert.
Im März soll der Stadtrat über den Antrag beraten
Das nötige Quorum von 300 Unterstützern ist längst erreicht. 500 Unterschriften sind sicher zusammengekommen. Zugleich kursieren noch einige Unterschriftenlisten, informierte Thomas Groneberg, einer der Initiatoren, am Rande der Kundgebung. Bis Ende Februar sollen weitere Unterschriften gesammelt werden, ehe das Paket an Oberbürgermeister Andreas Horn (CDU) übergeben werden soll. Möglichst im März soll sich der Stadtrat mit dem Einwohnerantrag befassen.

Es gehe nicht darum, Menschen den Spaß am Böllern und an Raketen zu verderben. Fakt sei aber, dass jedes Jahr zu Silvester Menschen verletzt und Schäden verursacht würden. „Silvester sollte als Übergang zu etwas Neuem, für Gemeinschaft stehen. Stattdessen ist es verbunden mit Lärm, Angst, Kontrollverlust“, so Thomas Groneberg. „Wir wollen keine Schuld verteilen, sondern Verantwortung zuweisen“, fügt er hinzu. Die Stadt und die Polizei müssten das Verbot durchsetzen.
Verbot wird in Erfurt bisher nicht durchgesetzt
Die Redner griffen Beobachtungen auf, die in Erfurt wohl jeder kennt. Gerade der Domplatz gleicht in der Silvesternacht einem Kriegsgebiet. Böller werden wild in die Menge geworfen, Raketen horizontal über den Platz geschossen. Und das, obwohl im unmittelbaren Umkreis von Kirchen – in dem Fall dem Mariendom und der Sankt-Severi-Kirche – Pyrotechnik verboten ist. Nur: Diese Regel wird in Erfurt nicht durchgesetzt.

Seit Jahren sei es in Erfurt derselbe Vorgang. Vor dem Jahreswechsel appelliert der Oberbürgermeister in einer Pressemitteilung an die Bürger, auf Raketen und Knaller in der Altstadt zu verzichten. „Aber es gibt keine sichtbaren Hinweise auf das Verbot im Stadtraum und keine Kontrollen“, kritisierte Laura Wahl, die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Stadtrat.
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Dennoch gehöre eine Feier zu einem gelungenen Jahreswechsel dazu. Daher fordert die Initiative in ihrem Einwohnerantrag, dass den Bürgern zu Silvester Alternativen angeboten werden. Etwa eine zentral organisierte Licht-, Laser- oder Drohnenshow. Vertreter der Erfurter Wohnungswirtschaft stellten sich vor wenigen Tagen hinter ein Böllerverbot und stellten in Aussicht, ein zentrales Feuerwerk auf dem Petersberg anteilig zu finanzieren.






