Das Ganze klingt nach dem Drehbuch einer Krimiserie: In Erfurt hat ein 28-jähriger Mann offenbar einen lebhaften Online-Versandhandel mit illegalen Drogen und verschreibungspflichtigen Medikamenten aufgezogen. Ausgerechnet die Versuche, sein Treiben zu vertuschen, führten die Ermittler jedoch auf seine Fährte. Anfang Februar erfolgte dann der Zugriff, wie die Polizei jetzt nach Auswertung der Durchsuchungen mitteilt.

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Demnach steht der Mann unter Verdacht, online bestellte Drogen per Post an seine Kunden in ganz Deutschland versandt zu haben. Dazu habe er Standardbriefe verwendet, die er in verschiedene Briefkästen im Stadtgebiet einsteckte.

Rückläufer erreichten wahllose Erfurter Adressen

Um die Herkunft der illegalen Sendungen zu vertuschen, versah der Mann die Briefe mit wahllosen Adressen von Erfurter Privatpersonen als Absender. Im Zuge der Ermittlungen registrierte die Polizei eine ungewöhnliche Häufung von Vorfällen, in denen sich Privatpersonen bei der Polizei meldeten, weil sich Briefe mit Drogen in ihren Briefkästen befunden hatten. Offenbar handelte es sich um Rückläufer der von dem Drogenhändler versandten Briefe.

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Ganzes Arsenal von Drogen und Medikamenten

Anfang Februar schlug die Polizei dann zu. Der 28-Jährige wurde in seiner Wohnung im Erfurter Süden festgenommen. Die Räume wurden durchsucht. Dabei stießen die Beamten auf umfangreiche Lagerbestände des Mannes. Sichergestellt wurden mehr als ein Kilogramm Kokain, gut 200 Gramm Heroin und knapp 2,5 Kilogramm Amphetamine. Entdeckt wurden anderthalb Kilogramm Crystal sowie acht Kilogramm des Betäubungsmittels Ketamin. Die Beamten zählten mehr als 8000 Ecstasy-Tabletten, rund 1500 LSD-Trips sowie 4500 Tabletten verschiedener verschreibungspflichtiger Medikamente.

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Straßenverkaufswert von 350.000 Euro

Die aufgefundenen Drogen hätten einen Straßenverkaufswert von rund 350.000 Euro, so die Polizei. Darüber hinaus wurden 8500 Euro Bargeld in der Wohnung sichergestellt. Gegen den Mann wurde Untersuchungshaft angeordnet. Es wird unter anderem wegen des Verdachts des unerlaubten Handeltreibens mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge sowie wegen des Verdachts der illegalen Einfuhr von Betäubungsmitteln ermittelt.

Im Zusammenhang mit den Ermittlungen weist die Polizei darauf hin, dass sich umgehend melden muss, wer Postsendungen mit womöglich illegalen Drogen erhält. „Wer sie einfach behält, macht sich strafbar“, so Denny Schlee, Sprecher der Erfurter Polizei.

red