Zum dritten Mal seit Anfang Februar ruft die Gewerkschaft Verdi die Beschäftigten im Thüringer Nahverkehr zum Warnstreik auf. Diesmal sollen Busse und Straßenbahnen in Erfurt für drei Tage weitgehend stillstehen. Der Streik beginnt am Montag, 9. März, und soll bis einschließlich Mittwoch, 11. März, gehen.

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Im Unterschied zu den beiden vorherigen Warnstreiks wollen die Erfurter Verkehrsbetriebe (Evag) dieses Mal einen rudimentären Nahverkehr aufrechterhalten. Evag-Vorstand Mario Laube betont, dass es sich um ein stark eingeschränktes Angebot handeln werde. „Dies ist nur möglich, weil sich einige unserer Mitarbeitenden bewusst entschieden haben, im Interesse der vielen Fahrgäste, die auf den Nahverkehr angewiesen sind, nicht zu streiken. Dafür bedanken wir uns ausdrücklich.“

Alle Bahnlinien sollen bedient werden

Demnach soll es Fahrten auf allen sechs Stadtbahn-Linien und für ausgewählte Buslinien geben. Welche Bahnen und Busse konkret fahren werden, welche Haltestellen bedient werden und in welchen Abständen Verbindungen möglich sind, stand zum Redaktionsschluss noch nicht fest. Das Angebot hänge davon ab, wie viele Fahrer zur Verfügung stünden.

Rund um den Streik

Der Notfahrplan soll spätestens am Samstagabend, 7. März, auf der Evag-Webseite zur Verfügung stehen. Die App wiederum wird aller Voraussicht nach nicht mit aktuellen Fahrplandaten gefüttert werden können. Über Laufschriften an den Haltestellen sollen Informationen zu den möglichen Stadtbahn- und Busverbindungen angezeigt werden.

Der Notfahrplan ist wackelig

Grundsätzlich sei der Notfahrplan mit Vorsicht zu genießen, sagt Mario Laube: „Der Notfahrplan steht unter Vorbehalt. Wir können nicht vollständig garantieren, dass alle dort aufgeführten Fahrten tatsächlich stattfinden.“ Kurzfristige Krankmeldungen oder weitere Einschränkungen könnten das Angebot zusätzlich ausdünnen.

Warnstreik Evag in Erfurt
So ruhig wie zum ersten Warnstreik am 2. Februar geht es im Bahnhofstunnel selten zu. Üblicherweise rollen hier im Sekundentakt Busse und Straßenbahnen durch.© Funke Medien Thüringen | Markus Stelle

Für Montag bis Mittwoch empfehlen die Verkehrsbetriebe ihren Fahrgästen, auf Einschränkungen, Verspätungen und Fahrtausfälle vorbereitet zu sein und möglichst auf andere Varianten der Fortbewegung zurückzugreifen.

Ab Donnerstagmorgen regulärer Verkehr

Die letzte Mittwochsschicht wird am Donnerstagmorgen ihren Warnstreik beenden. Ergo können Bahnen und Busse an diesem Tag ab 5 Uhr wieder fahren. Die Evag ist zuversichtlich, dass der Verkehr weitgehend reibungslos anlaufen wird. Es gibt Vorbereitungen, dass die Fahrzeuge pünktlich ausrücken und der Fahrplan eingehalten werden kann. Kleinere Ruckler können aber nicht ausgeschlossen werden, teilte ein Evag-Sprecher mit.

Verhandlungen für 100.000 Beschäftigte

Dass die Tarifverhandlungen für Beschäftigte im Nahverkehr kaum vorankommen, spüren ÖPNV-Nutzer in Erfurt, Thüringen und ganz Deutschland seit einigen Wochen. Zum ersten bundesweiten Streiktag am 2. Februar blieben in mehr als 100 Unternehmen die Fahrzeuge in den Depots. Am 27. und 28. Februar folgte ein 48-stündiger Ausstand. Während sich in anderen Städten vereinzelt ein Rad drehte, stand der Nahverkehr in Erfurt gänzlich still. Lediglich überregionale Busunternehmen steuerten die Stadt an.

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Betroffen von der Tarifrunde sind nach Gewerkschaftsangaben 150 öffentliche Verkehrsunternehmen und Busbetriebe in allen Bundesländern mit rund 100.000 Beschäftigten. Verhandelt wird über Entlastungen bei der Wochenarbeitszeit und den Schichtdiensten sowie über höhere Zuschläge für Arbeit in der Nacht und am Wochenende. In Thüringen wird zusätzlich über höhere Löhne und Gehälter verhandelt.