Der Online-Versandhändler Zalando hat beim Arbeitsgericht die Einrichtung einer Einigungsstelle beantragt. Damit sollen offenbar die Verhandlungen über einen Sozialplan und die Kündigung der noch gut 2000 Beschäftigten am Standort Erfurt beschleunigt werden. Bis Mai soll eine Einigung her, teilte Zalando-Sprecherin Anne Frohnmayer am Freitagnachmittag (6. März) mit.

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Der Zalando-Betriebsrat wirft dem Unternehmen vor, damit den „Pfad der direkten Verständigung“ verlassen zu haben. Die Vertretung der Beschäftigten forderte von Zalando umfangreiche Informationen über die Hintergründe der Schließungspläne sowie über Alternativen dazu. Diese Informationsphase müsse den Verhandlungen über einen Sozialplan vorausgehen. Ein entsprechender detaillierter Fragenkatalog sei bislang seitens der Geschäftsführung nur unzureichend beantwortet worden, kritisiert der Betriebsrat in einer Mitteilung.
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„Die Situation ist ernst“, schreibt der Betriebsrat
Zalando versuche nun, „den Betriebsrat gerichtlich in eine Einigungsstelle zu zwingen“, heißt es weiter. „Wir haben den Eindruck, dass Zalando die gesetzliche Verhandlungspflicht schnellstmöglich ‚abhaken‘ will, um den Weg für Kündigungen frei zu machen“, so der Betriebsrat. „Die Situation ist ernst und Zalando will den Betriebsrat jetzt vor Gericht ziehen“, heißt es in einem Infobrief an die Belegschaft, der dieser Zeitung vorliegt.
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Das Unternehmen selbst erklärt, „weiterhin kein realistisches Szenario für den Weiterbetrieb des Standorts“ zu sehen. Ziel sei es nun, „zeitnah eine verlässliche Grundlage für die persönliche Zukunftsplanung für die Mitarbeitenden“ zu bieten. Man stehe „in einem kontinuierlichen und intensiven Informationsaustausch mit dem Betriebsrat“, widerspricht die Sprecherin den Blockadevorwürfen.
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Logistikzentrum soll im September schließen
Das Unternehmen hatte am 8. Januar verkündet, seinen größten Logistikstandort in Erfurt mit rund 2700 Mitarbeitern nach 14 Jahren zum 30. September zu schließen. Zalando begründete dies mit notwendigen Strukturanpassungen. Die Nachricht hatte weithin Empörung ausgelöst. Die Betroffenen und auch Landes- und Kommunalpolitik waren von den Plänen überrascht worden. Kritisiert wurde unter anderem, dass das Unternehmen keine Gelegenheit geboten hätte, über eine Alternative zur Schließung des größten privaten Arbeitgebers in Erfurt zu reden.
Als „Affront“ bezeichnet der Erfurter Bundestagsabgeordnete und frühere Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) das jetzige Vorgehen von Zalando. „Das habe ich bislang noch nicht erlebt, dass sich ein Unternehmen dieser Größenordnung so unprofessionell gegenüber seinen Beschäftigten verhält“, sagte er im Gespräch mit dieser Zeitung.







