Brigitta Pohl aus Erfurt über die Kunst-Ausschreibung zum Krämerbrückenfest: „Ich schlage vor, mit der Installation auf den namensgebenden „Kramhandel“ auf der Brücke Bezug zu nehmen. Zunftzeichen und Handelsartikel vom Mittelalter bis heute könnten dort symbolisch Berücksichtigung finden. Nach 870 Jahren ein würdiger Hinweis auf die einstige Namensgebung: „pons rerum venalium“ – „Brücke der feilgebotenen Dinge“.
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Unfälle und „rücksichtsloses Durcheinander“ in Erfurt-Nord
Hagen Mittelstädt aus Erfurt über Radwege in Erfurt-Nord: „Vielen Dank für den Artikel der die desolate Situation für Radfahrende in der Magdeburger Allee in Erfurt beschreibt. Konkreter Anlass mich zu dem Thema zu äußern, ist die aus meiner Sicht sehr fragwürdige Aussage des Radverkehrsbeauftragten Dirk Büschke. Er macht sich lieber über Radfahrende als „lauffaul“ lustig, als ihre Interessen zu vertreten. Wirklich überraschen tut dies allerdings nicht, wenn man in Erfurt mit dem Rad unterwegs ist.
Als Vater, der seine kleine Tochter täglich durch die Magdeburger Allee, die Hans-Sailer-Straße und über die Karlsbrücke begleitet, erlebe ich jeden Tag, wie unsicher diese Wege für Kinder und Radfahrende sind. Radwege verlaufen teilweise so dicht an parkenden Autos entlang, dass Dooring-Unfälle vorprogrammiert sind. Direkt neben dem Zebrastreifen, an Kreuzungen und Einmündungen versperren Falschparker die Sicht – Kinder werden erst sichtbar, wenn sie bereits auf der Fahrbahn stehen. Gleichzeitig wird zu schnell gefahren, Fahrräder werden mit viel zu geringem Abstand überholt, und gerade zu Bring- und Abholzeiten herrscht ein rücksichtsloses Durcheinander.
Besonders irritierend ist die Reaktion der Stadt auf entsprechende Hinweise: Man verweist darauf, dass die Unfall- bzw. Opferzahlen unter Berücksichtigung der verfügbaren Ressourcen „nicht hoch genug“ seien, um weitergehende Maßnahmen zu rechtfertigen. Diese Argumentation macht fassungslos. Muss erst etwas Schlimmes passieren, bevor gehandelt wird? Prävention darf sich nicht an der Frage orientieren, ob die Statistik bereits dramatisch genug ist.
Statt konsequent zu kontrollieren und klare Prioritäten zu setzen, beschränkt sich die Stadt häufig darauf, über großflächige Drucke auf der Straße alle Verkehrsteilnehmenden um gegenseitige Rücksicht zu bitten. Natürlich ist Rücksicht wichtig – aber Appelle ersetzen keine Verkehrsüberwachung und keine sichere Infrastruktur. Der Eindruck drängt sich auf, dass die Stadt vor dem motorisierten Individualverkehr kapituliert hat.
Hinzu kommt, dass punktuelle Einzelmaßnahmen den Radverkehr nicht sicherer machen. Ein paar Markierungen hier, ein kurzer Schutzstreifen dort – ohne ein durchgängiges, nachvollziehbares Gesamtkonzept erhöhen solche Insellösungen teilweise sogar die Gefährdung, weil sie Sicherheit suggerieren, die faktisch nicht besteht. Wer Radverkehr will, muss ihn konsequent und lückenlos planen.
Auch strukturell bleibt der Eindruck bestehen, dass der Kfz-Verkehr durch die StVO und sogar darüber hinaus bevorzugt behandelt wird. Dabei bestehen mittlerweile durchaus Möglichkeiten für Kommunen, Tempo-30-Bereiche vor Schulen, Kitas und sensiblen Einrichtungen auszuweiten. Von diesen Spielräumen wird in Erfurt jedoch nur sehr zurückhaltend Gebrauch gemacht.
In einem Gebiet mit Schulen, Kindergärten und Einrichtungen für Menschen mit Behinderung sollte die Sicherheit der Schwächsten oberste Priorität haben und nicht der Kfz-Verkehr. Es geht nicht um Ideologie, sondern um Schutz. Nicht um Bequemlichkeit, sondern um Verantwortung.
Eine kinderfreundliche Stadt misst sich nicht an der Zahl der Unfälle – sondern daran, wie viel sie unternimmt, damit es gar nicht erst zu ihnen kommt.“
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Regale aus Basketbällen von Science City Jena

Sindy Klose aus Erfurt über ein Schulprojekt: „Wie aus Sportmaterial und Teamgeist etwas ganz Neues entstehen kann, zeigt die Internationale Gemeinschaftsschule Erfurt mit einem besonderen Upcycling-Projekt: Schülerinnen und Schüler haben dort aus alten Basketbällen ein kreatives Schuhregal gebaut. Unterstützt wurde das Projekt dankenswerterweise vom Basketballverein Science City Jena. Die Verbindung zur Mannschaft bestand bereits seit Januar, als Schülerinnen und Schüler den Verein besuchten und ein Training miterleben durften. Die Eindrücke aus der Halle wirkten nach – und wurden nun in ein eigenes Schulprojekt verwandelt.
Ausgangspunkt waren alte Basketbälle, die nicht mehr im Spielbetrieb genutzt wurden. Wegwerfen kam für die Schülerinnen und Schüler aber nicht infrage. Stattdessen entstand die Idee, daraus Schuhregale mit sportlichem Charakter zu bauen. Gemeinsam wurde geplant, entworfen, gesägt, geschraubt und gestaltet, bis aus einer ungewöhnlichen Materialidee ein praktisches Möbelstück wurde. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Ein originelles Regal, das sofort zeigt, wofür das Projekt steht – Kreativität, Nachhaltigkeit und Teamarbeit. Jeder Ball erzählt dabei ein Stück Geschichte und erinnert an die Verbindung zwischen Schule und Basketball.“
red



