In Erfurt treibt ein Meisterdieb sein Unwesen. Er nennt sich Hektor und ist regelmäßig auf Beutezug. Nun hat er es auf den größten Schatz der Stadt abgesehen. Wer ihn aufhalten kann? All jene, die sich auf die Rätseltour „Catch Cobra“ quer durch Erfurt begeben.

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Diese ist ein Angebot von Epic Escape, einem kleinen Start-up, das sich seit 2019 auf Outdoor-Rätselerlebnisse spezialisiert hat. Dahinter stecken zwei junge Männer aus Dresden, Marlon Würffel und Anton Ludewig. Im vergangenen Jahr gingen in 19 Städten 45.000 Menschen auf Tour, „rund 10.000 davon allein in Erfurt“, berichtet Marlon Würffel. Er verrät, nach Dresden sei Erfurt seine zweite Lieblingsstadt. „Hier wird viel fürs Stadtbild getan, es gibt ein gutes Stadtmarketing, da können große Städte nicht mithalten. Ich bin stolz, dass wir Erfurt als Standort haben“, schwärmt der 27-Jährige.

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Seit 2024 als Vollzeitjob

Eigentlich ist er Sozialversicherungsangestellter, doch das Rätseln war schon immer eine Leidenschaft, ebenso die seines Freundes und Geschäftspartners Anton Ludewig. Dieser studierte damals noch, Marlon Würffel war in Vollzeit angestellt. Nebenbei, abends und an den Wochenenden, begannen sie, Touren zu erstellen und in immer mehr Städten anzubieten. Zunächst gänzlich analog, später erhielten sie eine Förderung für Start-ups, „da wurde jeder Cent in die Entwicklung gesteckt. Wir können beide keine Software programmieren, also mussten wir uns immer externe Partner dazunehmen“, erinnert sich Marlon Würffel.

Während der Pandemie entschieden sich die beiden, das Unternehmen professionell zu betreiben. Seit 2024 ist Marlon Würffel in Vollzeit dabei. „Das waren harte Jahre, ein anstrengender Weg. Viele Partys fanden ohne uns statt, der Freundeskreis war recht klein. Wir arbeiteten eigentlich immer“, berichtet er. Im vergangenen Jahr stellten die beiden erstmals Personal ein, nun sind es sieben Vollzeitmitarbeiter. „Endlich können wir davon leben.“

Kontakt zum Unternehmen während der Tour

Das Team schickt die Rätselnden mitten durch die Erfurter Innenstadt, maximal ist die Strecke zwei Kilometer lang. „Dabei setzen wir bewusst auf starke lokale Partnerschaften – wie mit dem Schnitzler am Domplatz, das als fester Anlaufpunkt in unsere Tour integriert ist und den perfekten Rahmen für ein kurzes Briefing oder gemeinsamen Ausklang bietet“, erklärt Marlon Würffel. Hier erhalten die Teilnehmer ihr Equipment, bestehend aus einem Koffer und einem Tablet. Dieses ist getrackt. Sollte die Gruppe sich gänzlich verlaufen, da ein Rätsel völlig missverstanden wurde, greift Epic Escape ein. „Wir sind während der Touren über eine Notfallnummer erreichbar“, betont der junge Unternehmer.

Etwa 90 Minuten Rätseltourzeit sind angesetzt, der Durchschnitt beträgt in Erfurt 83 Minuten. Spezielle Kenntnisse über Erfurt und seine Sehenswürdigkeiten sind nicht notwendig. Die Rätsel sind eine Mischung aus logischem Denken, Kreativität und vor allem Teamwork. Möglich sind die Touren ab vier Personen. Sind es mindestens sieben Teilnehmer, kann in Gruppen gegeneinander angetreten werden. Die maximale Obergrenze pro Team liegt bei 12 Personen. Größere Gruppen wie Klassenstufen oder Firmenteams werden also einfach auf mehrere Teams aufgeteilt, sodass es eine Challenge wird.

Neue Tour ab 16. März

Der neuste Coup ab Montag: „Mit „Gold Card“ startet ein neues Bankraub-Teamevent speziell für Firmen“, verrät Marlon Würffel. „Eine geheime Einladung. Und Teams, die Teil eines Plans werden, der absolut diskret bleiben muss. Ein exklusiver Auftrag, denn ein Mastermind sucht die Besten für den perfekt geplanten Coup.“

Der Koffer ist eine individuelle Anfertigung, „jedes Detail ist bewusst platziert und Teil des großen Plans. Nichts ist Zufall, alles dient dem Raubzug“, sagt der Unternehmer augenzwinkernd. Auf dem Tablet befindet sich die passende interaktive Spielewelt, sie ist der Navigator durch den Coup.

Zahlreiche Testrundgänge durch die Stadt

Zwei Jahre Entwicklung stecken hinter der neuen Tour, es gab viele Testläufe. „Familie, Freunde, wir alle sind die Routen, die übrigens barrierearm sind, immer und immer wieder abgegangen. Qualität ist uns extrem wichtig“, berichtet Marlon Würffel.

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Wer bucht die Rätseltouren, wollen wir von den jungen Unternehmern wissen? Sie berichten, dass sie bei der Gründung Studierende als Zielgruppe hatten. Dem war letztlich nicht so. Mittlerweile sind es vor allem Familien- und Freundesgruppen sowie Firmen. „Gemeinsam auf Verbrecherjagd zu gehen und knifflige Rätsel zu lösen, ist für viele mehr Teambuilding, als in einem Kommunikationsseminar gemeinsam zu sitzen“, sagt der Geschäftsführer.

Und beantwortet noch eine letzte Frage lachend. Wer sind die besseren Rätselknacker? „Die Frauen.“