Er gehöre zu den „fleißigsten“ Mitarbeitern der Naturschutzbehörden in der Stadt und auf Landesebene, so Jens Düring, der für Artenschutz zuständige Abteilungsleiter im Erfurter Umweltamt. Als unbezahlter Landschaftspfleger habe der Biber über den Winter beispielsweise in der Gara-Aue wieder ganze Arbeit geleistet. Das streng geschützte Tier, vor mehr als 400 Jahren aus der hiesigen Region verschwunden, schaffe mit seinen kräftigen Nagezähnen neue Lebensräume und trage zur Artenviellalt bei.

Schüler helfen beim Schutz der Biber-Reviere

Die Rückkehr des Bibers nach Erfurt zählt zu den Erfolgen der Artenschützer, die man gern vorzeigt. Immer wieder werden geführte Wanderungen auf den Spuren der Nager angeboten, so wie jüngst mit 22 Zehntklässlern aus dem Edith-Stein-Gymnasium.

Nach einer ausführlichen theoretischen Unterweisung teilten sich die jungen Leute in mehrere Gruppen, um Weidenstecklinge zu pflanzen beziehungsweise wertvolle Bäume wie die Schwarzpappel mit Drahthosen vor dem Nager zu schützen. Unterstützt werden sie dabei vom städtischen Artenschützer Jens Düring, seiner Kollegin Isabel Jacobs aus dem Umwelt- und Naturschutzamt sowie von Praktikantin Maria Berger, die Pflanzenbau an der Fachhochschule Erfurt studiert.

Biberführung mit Erfurts Artenschutz-Chef Jens Düring
Fachgerecht umgelegt: Biber betreiben Landschaftspflege in der Geraaue.© Heidrun Lehmann

Inzwischen fünf Biber-Standorte in Erfurt

Es gebe derzeit fünf Biber-Standorte in Erfurt. Niedergelassen haben sich die Tiere zwischen Kühnhausen und dem Kilianipark in Gispersleben, nahe dem neu angelegten Auenteich, im Rieth, am Flutgraben und bis hin nach Hochheim. Seit einiger Zeit werden laut Düring im Auftrag des Landes Biberberater für eine ehrenamtliche Tätigkeit geschult, die das Leben und Treiben der Nager beobachten, aber auch Konflikte zwischen Biber und Mensch lösen sollen.

Wie der studierte Forstwissenschaftler Düring erläutert, sorgen regelmäßige Kontrollen durch das Umwelt- und das Gartenamt sowie durch Mitarbeiter des Thüringer Landesamtes für Umwelt, Bergbau und Naturschutz dafür, dass durch gefällte Bäume kein Schaden für Bürger, an Rad- und Wanderwegen oder an der Infrastruktur entsteht.

Biberführung mit Erfurts Artenschutz-Chef Jens Düring
Sauber abgenagt: Jens Düring an einem von Bibern bearbeiteten Baumstumpf.© Heidrun Lehmann | Heidrun Lehmann

Geraaue bewusst für die Biber-Rückkehr angelegt

Immer wieder hört Düring kritische Meinungen aus der Bevölkerung zum Biberfraß. Er verweist dann darauf, dass es sich bei der Geraaue um einen Landschaftspark mit bewusst gestalteter Struktur des Gewässers handele, in dem der Europäische Biber willkommen sei. Das relativ tiefe Gewässer eigne sich nicht für den Bau von Dämmen. Der Biber haust mit seinen Nachkommen daher meist in den Böschungen des Uferbereiches. Und er sei sehr standorttreu.

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Gern lädt Düring die Erfurter zum Tag der Natur am 12. Juni ein. Naturfreunde, Anwohner und Interessenten können an diesem Tag um 17 Uhr am Auenteich an einer ausführlichen Führung zum Thema Biber teilnehmen.