Waschbären räubern sich in Deutschland durch die Städte. Sie vergreifen sich dabei auch an heimischen Tierarten – Amphibien und Vögeln. Erfurt macht da keine Ausnahme. Die Fraktion der Grünen wurde nun hellhörig bei einer Meldung aus der Waschbären-Hauptstadt Kassel. Dort wollte man per Pilotprojekt den Bestand der Tiere dezimieren.
Geburtenkontrolle so einfach nicht möglich
Geburtenkontrolle heißt das Zauberwort. Tiere fangen, sterilisieren, freilassen. So der Plan. Diesen auch in Erfurt umzusetzen, war die Frage und Anregung der Grünen in Richtung Natur- und Umweltamt.
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Aus dem ein klares Nein kommt. „Ein Einfangen, Kastrieren und Wiederaussetzen ist zum einen rechtlich nicht möglich und zum anderen finanziell nicht durchführbar“, schreibt Jörg Lummitsch, Leiter des Amtes, der um eine Einschätzung für die Sitzung des Ausschusses für öffentliche Ordnung, Sicherheit, Ortsteile und Ehrenamt gebeten wurde.
Jagd bremst höchstens den Anstieg der Population
Lummitsch sieht aber dennoch das Problem eines beachtlichen Bestandes der Waschbären in der Stadt. Es sei davon auszugehen, dass dieser kaum noch minimiert werden könne. So bremst die Jagd gerade einmal den Anstieg der Population. Zumal sei es im Stadtgebiet ja nicht möglich, herkömmlich zu jagen.
In Kassel wurde Experiment schnell gestoppt
In seiner Stellungnahme für den Stadtratsausschuss verweist der Erfurter Amtsleiter darauf, dass das Kasseler Experiment bereits nach zwei Wochen gestoppt wurde, weil die Genehmigung der übergeordneten Naturschutzbehörde fehlte. Ob die Geburtenkontrolle einen Einfluss auf die Zahl der Tiere habe, sei ohnehin erst nach drei Jahren messbar. Wirksamer sei es, beliebte Futterplätze für Waschbären, also Mülltonnenanlagen oder Kompostaufsteller, so zu sichern, dass die Tiere dort keine Nahrung mehr fänden.
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Gegenüber unserer Zeitung äußerte sich der Umweltamtsleiter auch zu Tübingen. Dort hatte der Oberbürgermeister, Boris Palmer, ins Spiel gebracht, die nichtheimischen Nilgänse einschließlich ihrer Küken zum Abschuss freizugeben. Jörg Lummitsch sieht für Erfurt auch hier keine Notwendigkeit. Es fehle an grundlegenden Daten, etwas zur Zahl der Vögel. Zudem ließe sich auch in dem Fall innerstädtisch keine Jagd durchführen.







