Draußen ziehen Passanten und Touristen in Scharen durch die warme Mai-Sonne, drinnen wird gefeiert, am Fischmarkt gleich neben dem Rathaus. Hier, in der Schlösserstraße 44, hat das „Café des Herzens“ sein neues Domizil gefunden. Vom Eingang in der Rathausgasse geht es zwei Etagen nach oben. Ein Schild, das unten den Weg weist, gibt es noch nicht. Doch nach dem Umzug der Stadtmission Anfang April sind die Räume nun komplett hergerichtet. Seit einer Woche empfängt das Café Gäste.

Umzug hatte auch für Verstimmung gesorgt

Anders als das bekannte „Restaurant des Herzens“, das immer in der Vorweihnachtszeit öffnet und bis Ende Januar täglich warme Mittagessen für Bedürftige serviert, ist das „Café des Herzens“ ganzjährig geöffnet, montags bis freitags von 8.30 bis 13 Uhr. Es sind Menschen, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens wandeln, die dieses Angebot gern annehmen, ein Frühstück erhalten, für einen symbolischen Betrag gespendete Lebensmittel erwerben können, einen geschützten Platz finden, miteinander zu quatschen, Rat zu suchen in schwierigen Lebenslagen.

Cafe des Herzens in Erfurt
Jana Keil die Leiterin der Einrichtung, in der kleinen Lebensmittel-Ausgabe.© Funke Medien Thüringen | Markus Stelle

Einige Wochen hatten sie auf den Café-Besuch verzichten müssen. Die Stadtmission ist aus ihren Räumen in der Allerheiligenstraße umgezogen an den Fischmarkt, nicht weit entfernt befindet sich die neue Geschäftsstelle. Der Umzug hatte für Verstimmung gesorgt zwischen den Gesellschaftern der Stadtmission, dem Marienstift Arnstadt und dem evangelischen Kirchenkreis, dem das Haus in der Allerheiligenstraße gehört.

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Lebensmittel-Spenden sind nun auch wieder willkommen

Die Gäste des Cafés des Herzens sind davon unberührt. Sie müssen sich an die neue Adresse gewöhnen. „Die neuen Räume sind gut angenommen worden“, weiß Stadtmissions-Geschäftsführerin Petra Hegt nach der ersten Woche. Am Samstag, 2. Mai, wurde Tag der offenen Tür gefeiert.

Auch Lebensmittelspenden werden nun wieder entgegengenommen, am liebsten haltbare Waren, keine abgelaufenen Produkte. Sie können bei Jana Keil, Leiterin des Cafés, und ihrem Team zu den Öffnungszeiten abgegeben werden. Die kleine Ausgabestelle ist wie ein Tante-Emma-Laden aufgebaut. Die Kunden zahlen einen symbolischen Betrag. Geschenkt bekommen will hier niemand etwas. Es geht um Respekt in diesem Haus, um Würde, die jeder auch in schwierigen Situationen verdient.

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Auch im Erdgeschoss der Schlösserstraße 44 wird ein neuer Mieter erwartet. Das spanische Restaurant El Mundo, das hier bislang zu Hause war, ist geschlossen. Hinter Klebefolien richtet die Fleischerei Reifenstein derzeit ihre neue Innenstadt-Filiale ein. Vorher war sie in der Bahnhofstraße nahe der Reglerkirche beheimatet.