Der dänische Filmganove Egon Olsen wäre wohl stolz auf die Erfurter Polizei: Spezialkräften ist es am Dienstag (12. Mai) gelungen, einen Tresor zu knacken. Der verschlossene Panzerschrank wurde Ende März bei einer Aufräumaktion auf einem Feld nahe des Flughafens zwischen Marbach und Salomonsborn gefunden und gab seitdem Rätsel auf.

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Der weißlich-graue Tresor des auf Waffenschränke spezialisierten Herstellers „Melsmetall“ ist rund 300 Kilogramm schwer und 86 Zentimeter hoch. Wie lange er auf dem Feld etwa 150 Meter neben der Marbacher Chaussee gelegen hatte, ist unbekannt.
Handelte es sich um Diebesbeute?
Die Erfurter Polizei suchte wochenlang nach den Besitzern und machte diese Suche Ende April auch öffentlich. Als Beute aus einem Diebstahl galt der leicht verschmutzte Tresor eher nicht. Denn die Beamten fanden keinerlei Spuren, die auf einen Aufbruchversuch hingedeutet hätten.
Allerdings meldete sich tatsächlich eine Firma aus der Region, die zwei Tresore nach Diebstählen vermisste. „Nach der weiteren Prüfung stellte sich jedoch heraus, dass es sich bei unserem Fundstück nicht um einen der gesuchten Tresore handelte“, sagt Polizeisprecher Denny Schlee.
Tresor eine halbe Stunde lang bearbeitet
Der Kripo blieb nichts weiter übrig, als den Panzerschrank öffnen zu lassen. Das war jedoch leichter gesagt als getan. „Spezialkräfte der Bereitschaftspolizei Thüringen holten den Tresor zunächst bei der Kriminalpolizei ab“, erzählt Denny Schlee. „Anschließend wurde er etwa eine halbe Stunde lang bearbeitet, bis ein Blick ins Innere möglich war.“

Egon Olsen, der auf Panzerschränke des fiktiven Herstellers „Franz Jäger Berlin“ spezialisiert war, ging da mit seinem Stethoskop und Fingerspitzengefühl etwas eleganter vor. Der Ganove mit Melone war außerdem in den meisten Fällen erfolgreicher: Der mysteriöse Erfurter Tresor enthielt nämlich nichts weiter als – Luft.
Das könnte der Hintergrund sein
„Das ernüchternde Ergebnis: Der Tresor war leer“, bestätigt Denny Schlee. Auch die erhoffte Seriennummer, die Rückschlüsse auf die Verkaufshistorie hätte geben können, war nicht zu entdecken.

„Nach derzeitigem Stand geht die Kriminalpolizei eher davon aus, dass der Tresor an seinem Fundort entsorgt wurde“, berichtet der Polizeisprecher. „Ein möglicher Hintergrund könnten die aufgrund der Bauweise und des Gewichts anfallenden Entsorgungskosten gewesen sein, die vom Eigentümer zu tragen gewesen wären.“
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Die weitere Verfahrensweise werde nun mit der Staatsanwaltschaft Erfurt abgestimmt. Sollte der Tresor freigegeben und das Verfahren eingestellt werden, wird er voraussichtlich auf Kosten der öffentlichen Hand entsorgt werden müssen.







