„Vision Zero“, eine Welt ohne Verkehrstote, das klingt utopisch. Doch es braucht Ziele, Visionen im Leben. Um dieses Leben nicht in Gefahr zu bringen, lernen bereits Kindergartenkinder, wie sie sich richtig im Straßenverkehr verhalten sollten. Hunderte von ihnen sind hier auf dem Domplatz, es ist Donnerstagvormittag (21. Mai) und die Verkehrswacht hat zum Tag der Verkehrssicherheit eingeladen.
„Null Verkehrstote, das ist unsere Vision Zero“, sagt Andreas Schubert, der Vorsitzende der Landesverkehrswacht Thüringen. Die polizeiliche Statistik hält (noch) andere Zahlen parat: Drei Menschen starben im vergangenen Jahr auf Erfurts Straßen, in diesem Jahr bisher eine Person. Auch die Zahl der Leicht- und Schwerverletzten stieg 2025 im Vergleich zum Vorjahr an.

„Wissen Sie“, sagt Johanna Berles von der Dekra, „ich nehme diesen Simulator häufig in Berufsschulen mit. Die jungen Menschen überschätzen sich gern mal, und mit dem Simulator, an dem die Rennstrecke Lausitzring gefahren werden kann, wird deutlich, wie es ist, bei 180 km/h stark bremsen zu müssen“.
Verkehrserziehung beginnt in den Kitas
Sie zeigt auf den Stuhl und das Display, auf dem die Straße erkennbar ist. Hier auf dem Domplatz nehmen vor allem Kita- und Schulkinder Platz, so wie Clara, die mit ihrem Papa und ihrer Klasse die Stände erkundet. „Es ist schön hier“, meint sie. „Wir haben aber auch in der Schule schon viel gelernt und die Polizei war auch bei uns, um mit uns zu üben“, berichtet sie. Johanna Berles nickt zustimmend. „Das Thema Verkehrserziehung kann gar nicht früh genug angesetzt werden. Uns erreichen tatsächlich viele Anfragen bereits von Kitas.“

Insgesamt sind über 30 Aussteller auf dem Domplatz dabei, auch die Zahl der angemeldeten Teilnehmer ist ein neuer Rekord. „1400 Kinder, das freut uns sehr und zeigt, wie groß das Interesse und der Bedarf sind“, sagt Oberbürgermeister Andreas Horn. Er freue sich zudem, dass auch der Behindertenverband mit einem Stand vertreten ist: „Inklusiver Verkehr geht uns alle etwas an.“
Verkehrsgarten auf dem Domplatz
Beim Tag der Verkehrssicherheit, der übrigens alle zwei Jahre stattfindet, sind neben der Verkehrswacht und der Dekra auch die Polizei, der ADAC, das Technische Hilfswerk, das Deutsche Rote Kreuz, die Feuerwehr, das Ministerium für Infrastruktur, der Kriminalpräventive Rat und viele weitere Vereine vertreten. Es werden Quizze angeboten, Tests mit VR-Brillen, die Dunkelheit oder Betrunkensein simulieren. Mutige können sich in den Überschlagsimulator setzen.

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Die Polizei hat einen kleinen Verkehrsgarten aufgebaut mit Hindernissen, einem Slalom und einer Wippe. Etwa 500 Meter Luftlinie entfernt befindet sich der richtige Verkehrsgarten, in dem fast alle Viertklässler die Raderziehung durchlaufen. Noch. Denn die Zukunft dieser Anlage ist derzeit ungewiss, Stadtplanern ist sie ein Dorn im Auge.

Zur Sicherheit auf Straßen gehört auch das Wissen, was zu tun ist, wenn doch ein Unfall passiert. „Unser Auto lag mal im Graben und dann kam ich auch in einen Rettungswagen“, erzählt ein kleiner Junge, während Notfallsanitäter Daniel Ressel den RTW erklärt. Viele Kinder kennen bereits die Notrufnummer und sagen sie stolz. Junge Menschen an das Thema Verkehrssicherheit heranzuführen, das ist mit der Veranstaltung auf dem Domplatz gelungen.





