Mehrere Fliegen mit einer Klappe geschlagen hat die Barfüßerschule mit ihrer Computer-AG. Das Projekt „Die sprechende Mülltonne“ soll den Mädchen und Jungen die korrekte Abfalltrennung nahebringen. Gleichzeitig haben sich die Schüler mit den Potenzialen, Grenzen und Gefahren von Künstlicher Intelligenz auseinandergesetzt. Und zu allem Überfluss gab es dafür ein Preisgeld und die Chance auf den Bundessieg im Wettbewerb „Energiesparmeister“.

Training mit der „Teachable Machine“ von Google

In jedem Klassenraum der Barfüßerschule stehen Abfallbehälter für Papier, Plastik und Restmüll. Doch längst nicht jedes Kind wisse, welches Material wohin gehöre. „Der Lerneffekt stand im Vordergrund des Projekts. Möglichst viele Kinder der Schule sollen wissen, wie Müll getrennt wird“, erklärt Schulleiterin Sandra Geske. Als sich der IT-Spezialist Andreas Barthel, Vater eines Schulkindes, bereit erklärte, eine AG zu leiten, entstand die Idee, gemeinsam mit den Kindern eine KI in Sachen Mülltrennung zu trainieren – mit gleichzeitigem Lerneffekt für die Schüler.

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Verwendet wurde ein KI-Modell von Google, die „Teachable Machine“. Diese kann mit Bildern trainiert werden. Zunächst sammelten die Kinder Daten, um der KI die Mülltrennung beizubringen. Zunächst ging es um die grobe Unterscheidung von Objekten. Ist das ein Apfel oder eine Flasche? Anschließend wurden die Kategorien Biomüll, Papier, Plastik und Glas hinzugefügt. Jedes Objekt, vom Obst bis zum Milchkarton, wurde vor eine Kamera gehalten und mittels Bilderkennung gespeichert.

Die KI sollte entzaubert und verstanden werden

Mithilfe von „Scratch“, einer kindgerechten visuellen Programmiersprache, wurde schließlich die App gebaut. Diese zeigt sich auf dem Laptop oder dem Smartphone als Bild mit vier Mülltonnen. Hält man nun ein leeres Trinkpäckchen vor die Kamera, sollte sich die gelbe Tonne öffnen, bei einer Bananenschale öffnet sich die Biotonne und so weiter.

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„Im Moment haben wir die KI mit ungefähr zehn Objekten pro Müllgruppe trainiert. Wir hätten noch deutlich mehr machen können, für eine bessere Erkennung“, sagt Andreas Barthel. Denn die KI macht durchaus Fehler. Das ist ein wichtiges Erlebnis für die Kinder. Der KI sollte der mystische Status als zauberhafte „Blackbox“ genommen werden. Sie versteht nur, was ihr Menschen beibringen.

Die sprechende Mülltonne hat die Jury des Wettbewerbs „Energiesparmeister“ überzeugt. 2500 Euro hat die Barfüßerschule als Thüringer Landessieger gewonnen. Am 26. Juni wird in Berlin der Bundessieger gekürt. Noch bis zum 17. Juni kann für das Erfurter KI-Projekt online abgestimmt werden, unter energiesparmeister.de/voting