Blitzer an sensibler Stelle
Detlef Schröter aus Stendal fühlt sich als Tourist vom Blitzer in die Falle gelockt: Nach einem wunderschönen Urlaub in Frankreich und der Schweiz war Erfurt die letzte Station unserer Reise. Wir haben viel Geld in der Stadt gelassen und waren von der Kulisse begeistert – bis zur Abreise. Wir haben im Hotel Alma am Anger übernachtet. Dass in diesem Bereich Schrittgeschwindigkeit (7 km/h) gilt, war beim Suchen und Verlassen des Hotels für mich als Ortsfremden nicht erkennbar, da Schilder in solchen Zonen bekanntlich nur am Zonenanfang stehen. Prompt löste direkt vor dem benachbarten Ibis Hotel Altstadt ein Blitzer aus: Nach Toleranzabzug fuhr ich 15 km/h. Das Verwarnungsgeld von 30 Euro habe ich anstandslos bezahlt, da die Rechtslage eindeutig ist.

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Der moralische Beigeschmack ist jedoch bitter. Es entsteht der unübersehbare Eindruck, dass die Stadt hier ganz gezielt den Such-, An- und Abreiseverkehr von Hotelgästen ausnutzt, um die Haushaltskasse aufzubessern. Wenn es der Kommune wirklich um die Sicherheit der Bürger ginge, stünden an einer so sensiblen Stelle gut sichtbare, zusätzliche Hinweisschilder oder Piktogramme auf der Straße. Stattdessen setzt man auf das Prinzip „Abkassieren im toten Winkel“ direkt zwischen zwei Beherbergungsbetrieben. Als Tourist fühlt man sich hier nicht willkommen, sondern systematisch in die Falle gelockt. Dieses Vorgehen beschädigt das Image einer ansonsten gastfreundlichen Stadt massiv.
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Leserbriefe sind in keinem Fall Meinungsäußerungen der Redaktion. Wir behalten uns vor, Texte zu kürzen. Leserbriefe oder Fotos per E-Mail senden Sie bitte mit ihrem vollen Namen und Ortsangabe an erfurt@funkemedien.de
Ein Lob auf die Jugend
Rundum positive Erfahrungen haben Erwin und Lolo Westphal aus Grub am Forst bei Coburg in Erfurt gemacht: Bei einem Kurzbesuch bei der Schwägerin in Erfurt erfreute nicht nur die malerische Stadt mit ihren Kunstwerken unser Herz. Wir begegneten auch einer fröhlichen, aufgeschlossenen und hilfsbereiten Jugend. Wir hatten als 84 und 85 Jahre alte Renter auch Gehhilfen dabei. Ohne Aufforderung wurde uns überall und bereitwillig Platz gemacht oder der Vorrang eingeräumt, ob bei Taxi, Bus, Straßenbahn, der Platzsuche bei Sitzgelegenheiten auf Parkbänken. Sogar spätabends, als eine große Gruppe Jugendlicher, die von einem Event (Dirty Dancing) aus dem Messegelände kamen und die Straßenbahn voll ausfüllten, und wir, aus der Oper kommend, schon resignieren wollten, dass wir wohl in diese Straßenbahn nicht mehr reinkommen würden, wurde von den Jugendlichen alles so geschoben und zurechtgerückt und gedrückt, dass wir sogar zwei Sitzplätze bekamen. Als ich mich sehr herzlich dafür bedankte, sagten zwei junge Damen: „Wir wünschen uns doch auch, wenn wir alt sind, dass jemand für uns Platz macht und aufsteht.“
Auch in ihre fröhliche Unterhaltung bezogen die Jugendlichen uns wie selbstverständlich mit ein. Diese Fröhlichkeit sollten sie sich noch lange erhalten. Auf diese Jugendlichen kann die Stadt Erfurt stolz sein. Sie haben hier etwas richtig gemacht! Falls irgendwann Missfallen über die Jugend geäußert werden sollte, können Sie gerne unsere sehr positiven Erlebnisse dagegen setzen. Danke für die erfreulichen Ereignisse, Begegnungen und Erlebnisse in Erfurt.
Partnerschaft mit spanischen Schülern
Simone Rudloff von der Europa-Schule in Erfurt beschreibt die Erfahrungen mit einem Schüleraustausch: Im Rahmen des „Erasmus+“-Projektes unserer Schule begrüßten wir Schülerinnen aus unserer spanischen Partnerschule in Sevilla. Zehn Mädchen der Schule „Clara Campoamor“ waren bei uns zu Gast und wurden von Familien unserer Schulgemeinschaft aus verschiedenen Klassenstufen herzlich aufgenommen. Nach der Begrüßung unserer Gäste auf dem Schulhof am Montag begann eine abwechslungsreiche Woche mit vielen gemeinsamen Erlebnissen: Die Schülerinnen konnten am Unterricht teilnehmen, erlebten das traditionelle Sportfest der ersten und zweiten Klassen, durften bei einem Rundgang unsere Stadt kennenlernen, gemeinsam mit ihren Gastkindern die Ega besuchen und zusammen mit zwei vierten Klassen die Wartburg erkunden. Besonders wertvoll aber waren die gemeinsamen Stunden in den Familien, die echte Einblicke in das Leben und den Alltag in Deutschland ermöglichten.
Für alle Beteiligten war diese Woche eine tolle Erfahrung voller neuer Eindrücke, spannender Begegnungen und schöner Erinnerungen. Ein herzliches Dankeschön gilt allen Gastfamilien für ihre Offenheit, Gastfreundschaft und Fürsorge. Wir freuen uns schon auf weitere gemeinsame Projekte und interkulturelle Begegnungen mit unseren Partnern.

Nur ausgeben, was man hat
Zum vorsichtigen Umgang mit städtischem Geld mahnt Rico Marbach aus Erfurt: Erfurt ist eine liebens- und lebenswerte Stadt, aber, ehrlicherweise, nicht wirklich reich. Gerade in den letzten Jahrzehnten (seit 1990) ist sehr viel geschaffen und verbessert worden: u.a. Oper / Theater, Ega, inzwischen gibt es viele Möglichkeiten, größere Veranstaltungen und Konzerte durchzuführen. Es gibt Sportstätten, nicht zuletzt den Thüringer Zoopark und sehr viele kulturelle und sonstige Angebote. Dankenswerterweise liegt aktuell der Fokus endlich auch auf der Verbesserung der inneren Sicherheit.
All dies soll und muss erhalten und dort, wo nötig, weiterentwickelt werden. Gleichzeitig, da bin ich ganz sicher, wünschen sich viele Bürger, auch ich persönlich, eine insgesamte Evaluierung, gerade auch kultureller Angebote: Was wird eigentlich in welchem Umfang tatsächlich genutzt und nachgefragt?
Es wird, das ist klar, immer Themen geben, die unabhängig von der konkreten Nachfrage angeboten werden müssen und sollen; daneben ist ein noch mehr von allem auf absehbare Zeit wohl nicht möglich und, ehrlich gesagt, auch nicht nötig.
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red




