Die Temperaturen in Erfurt steigen, Sonntag werden fast 40 Grad Celsius erwartet. Wo viele Menschen schon Probleme bekommen, geht es den Haustieren nicht viel besser. Die Mitarbeiter des Erfurter Tierheim haben viel Erfahrung im Umgang mit Haustieren aller Art. Was tun sie, um den Vierbeinern das warme Wetter erträglicher zu machen?

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Stadtwerke-Sprecher Ivo Dierbach erklärt, wie die Hunde im Tierheim „Am Lutherstein“ an heißen Tagen Unterstützung bekommen. Damit sich die Hunde abkühlen können, würden in ausgewählten Freilaufgehegen Planschbecken aufgestellt, und seit Neuestem gebe es aufgrund einer Spende sogar einen Hundepool. Natürlich sei der Platz für solche Abkühlungsbereiche nicht überall vorhanden. Wo das nicht geht, würden einzelne Bademuscheln in die Zwinger gestellt.
Joghurteis mit Leberwurst und Melone
Es gibt selbstverständlich auch einfachere Mittel, mit denen die Hunde geschützt werden können. So würden sie nach Möglichkeit in der kühlen Morgenluft ausgeführt, somit der heißen Mittagssonne aus dem Weg gegangen. Ruhe. Schattenplätze und ausreichend Trinkwasser müssen vor allem im Sommer für die Tiere zur Verfügung stehen. Manchmal bekommen die Hunde sogar selbstgemachtes Joghurteis, das mit Leberwurst oder Melone serviert wird, erklärt Ivo Dierbach.
Im Tierheim im Andreasried, wo vor allem Katzen und Kleintiere leben, sei die Sache natürlich kompliziert, sagt Ivo Dierbach: „Schließlich möchte kaum eine Katze freiwillig baden.“ Deswegen wird für Abkühlung dort mit klassischen Mitteln gesorgt, also mit viel Trinkwasser, Schatten, Ruhe und gelüfteten Bereichen.
Eines fällt den Tierheim-Mitarbeitern im Sommer immer wieder auf: Es werden vermehrt Schildkröten abgegeben, die offenbar ihren Besitzern entlaufen sind. „Viele Halter unterschätzen, wie schnell Schildkröten bei diesen Temperaturen unterwegs sein können“, erklärt Stadtwerke-Sprecher Dierbach. Hohe Temperaturen würden die Tiere zu Erkundungstouren animieren.
Ein feuchtes Handtuch kann eine Wohltat sein
Tipps für den Umgang mit der extremen Hitze hat auch Victoria Elsner von der Katzenpension „Die Bunte Katze“ parat. Wichtig ist es natürlich zunächt, Innenräume so kühl wie möglich zu halten. Dazu sollten Rollos tagsüber am besten dauerhaft geschlossen bleiben, um direkte Sonneneinstrahlung zu verhindern. Natürlich müssen Katzen viel trinken. Am besten sei es, mehrere Trinknäpfe in verschiedenen Räumen zu verteilen. Allerdings sollte darauf geachtet werden, dass das Wasser nicht verdunstet und sich nicht zu sehr aufwärmt. Kaltes Leitungswasser reiche völlig aus, zusätzliche Eiswürfel seien reine Energieverschwendung, findet Victoria Elsner.

Da Katzen nicht so schwitzen wie Menschen, seien Ventilatoren ungeeignet zur Abkühlung. Victoria Elsner empfiehlt bessere Möglichkeiten. Man könne zum Beispiel einfach ein Handtuch befeuchten und auf den Boden legen. Wer bereit ist, etwas Geld auszugeben, kann auch in ein Kühlpad investieren. Kühler Fliesenboden ist auch für Katzen sehr angenehm.
Wer Freigängerkatzen hat, sollte noch ein wenig mehr beachten, sagt Victoria Elsner. Bei praller Sonne sind auch Katzen anfällig für Sonnenbrand, vor allem die, die größtenteils oder komplett weißes Fell haben. Am besten sei es daher, die Freigänger nachts streunern zu lassen und tagsüber entspannt zu Hause zu behalten. In der Nacht ist es zudem natürlich wesentlich kühler und somit angenehmer für die Katzen.




