Ab diesem Montag ist alles anders für Pendler, die mit der Straßenbahn durch die Stadt müssen. Ich erlebe das am eigenen Leib.
Normalerweise stehe ich jeden Morgen pünktlich 7.33 Uhr hier am Abzweig Wiesenhügel, um zur Uni zu kommen. Ohne Umsteigen geht es durch die Stadt. Heute muss ich 20 Minuten früher losfahren, gleich zweimal muss ich umsteigen. Eigentlich sind die Fahrten immer entspannt, da die Straßenbahn groß genug ist, um alle, die während der Morgen-Rushhour unterwegs sind, mitzunehmen. Heute geht es chaotischer zu. Die Indizien lassen keinen Zweifel: Die Baumaßnahmen am Stadtparkdreieck haben begonnen.
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Auf den Bildschirmen im Inneren der Straßenbahnlinie 3 steht nicht mehr die gewohnte Endhaltestelle „Europaplatz“. Sie ist durch die Haltestelle „Stadion Ost“ ersetzt worden. Doch das ist verwirrend. Regelmäßig gibt es Durchsagen: Wer in Richtung Anger reisen möchte, muss bereits an der Station "Am Schwemmbach" umsteigen und mit dem Ersatzbus weiterfahren. Viele Fahrgäste scrollen durch ihre Handys, suchen den aktuellen Fahrplan, fragen sich, welchen Bus sie jetzt eigentlich nehmen müssen.
Wohin fährt der Bus jetzt? Der Evag-Lotse weiß Rat
Egal, ich folge einfach der Menschenmenge zur Ersatzhaltestelle. So viele nehmen diesen Weg auf sich, dass der Wartebereich schon fast zu klein war. Sind wir hier richtig? Auf dem Schild steht lediglich der Name sowie das Wort „Ersatzhaltestelle“. Wohin fährt der Bus? Das steht auf dem kleinen Papier-Fahrplan, der unten angebracht ist. Zum Glück finde ich einen Mitarbeiter der Evag. Der Lotse ist an seiner neonorangefarbenen Weste gut zu erkennen. Er erklärt mir, in welcher Richtung es jetzt weitergeht.
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Der Bus ist voll, nicht übermäßig, zum Glück. Die Fahrt geht direkt zum Anger. Das Gedränge ist jetzt groß. Mütter mit Kindern, ältere Damen mit ihren Einkaufstaschen und -trolleys, ein älteres Pärchen, das nach Hause fahren möchte – sie schieben sich durch die Menschenmenge. Sie alle fahren normalerweise mit den Straßenbahnlinien 1, 2, 3 und 6, die auf der Nord-Süd-Achse unterwegs sind.
Die Menschen versammeln sich um den Fahrplan, zücken ihre Handys
Um den Aushangfahrplan sammelt sich eine dichte Traube. Wieder zücken viele die Handys. Die Evag-App verspricht aktuelle Informationen. Auch hier steht eine Lotsin der Verkehrsbetriebe bereit, beantwortet geduldig Fragen. Viele müssen jetzt auf die andere Straßenseite, zum Straßenbahn-Pendelzug. Nicht ganz einfach im Gedränge, in dem viele Menschen zu Fuß zwischen Anger und Bahnhof unterwegs sind.
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Am Ende komme ich tatsächlich pünktlich auf dem Unigelände an. Da habe ich Glück. Eine Freundin meldet sich, sie wird es nicht rechtzeitig schaffen, ist angesichts der vielen Umstiege doch zu spät losgefahren. Jetzt haben wir alle viel Zeit, um uns an die neue Situation zu gewöhnen. Erst in sechs Wochen, am Ende der Schulferien, sollen die Straßenbahnen wieder in den Normalbetrieb wechseln.







