Dieses Wochenende, vom 7. bis 9. August, steigt in Dittelstedt eine Kirmes. Es ist das erste Mal seit 70 Jahren, dass der Ort die Kirchweih zelebriert und damit eine alte Tradition wiederbelebt, die zuletzt nur in Erinnerungen und Erzählungen fortdauerte. Gefeiert werden sollen Gemeinschaft und Zusammenhalt in schnelllebigen Zeiten, kündigen die Organisatoren an.
Dittelstedter Jubiläumsfeier war die Generalprobe
Die Feier wird von der Kirmesgesellschaft Dittelstedt auf dem Bolzplatz ausgerichtet. Die Gesellschaft wurde selbst erst im vergangenen Jahr gegründet. „An dem Kirmeswochenende werden wir an die ursprünglichen Traditionen anknüpfen und erwarten – ähnlich wie bei den Feierlichkeiten zum 1125-jährigen Ortsjubiläum im letzten Jahr – circa 3000 Besucher“, teilt Christian Staufenbiel mit. Er ist der Vorsitzende des Dittelstedter Ortsvereins und zugleich Mitglied der Kirmesgesellschaft.
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Der Impuls, die Kirmes wiederzubeleben, sei von der Jugend im Ort ausgegangen. Die jungen Männer und Frauen seien zunächst scharenweise in den Ortsverein eingetreten, bis schließlich eine eigene Kirmesgesellschaft gegründet wurde. Sie wollen an die Arbeit des nicht mehr existierenden Burschenvereins anknüpfen. Zehn Leute bilden das Kernteam, etwa 70 Freiwillige aus allen Altersgruppen unterstützen bei den Vorbereitungen der Feier. Die Jubiläumsfeier vergangenes Jahr war gewissermaßen die Generalprobe.
Womöglich wollte die DDR-Führung die Kirmes loswerden
Im Ort prangen bereits die mannshohen Ziffern 14, 15 und weisen auf das Wochenende hin. Der Schlachtruf „14, 15, Kirmse“ geht auf das ursprüngliche Datum zurück, das Wochenende Mitte November, nach der Martinsfeier und nach erledigter Erntearbeit. Mangels eines Saals in Dittelstedt musste sich die Kirmesgesellschaft allerdings für eine vorgezogene Sommerkirmes entscheiden.

Der Saal war es wohl auch, weshalb die Kirmestradition unterbrochen wurde. So wird es zumindest im Ort erzählt, sagt Christian Staufenbiel. Der Wirt des Gasthofs „Zum goldenen Anker“ musste nach der letzten Kirmes 1956 das Handtuch werfen. Er konnte die an den Saal gestellten technischen Voraussetzungen nicht erfüllen. Inwieweit diese Auflagen tatsächlich für eine sichere Kirmes notwendig waren, oder ob sie ein willkommener Hebel waren, um das kirchliche Fest im Arbeiter- und Bauernstaat zu beenden, kann nur spekuliert werden.
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Los geht die Kirmes am Freitag, 18 Uhr, mit einem ökumenischen Gottesdienst, ab 20 Uhr Disco. Der Samstag beginnt um 8.30 Uhr mit Ständchen. Für 20 Uhr wird zu Tanz bei Livemusik geladen, gekrönt von einem Feuerwerk um 22.30 Uhr. Der Frühschoppen startet Sonntag um 10 Uhr. 14 Uhr steigt der Kindernachmittag. 18 Uhr wird die Kirmes beerdigt.







