Zehn Jahre, und vor allem die zurückliegenden zehn Jahre, haben die Wirtschaftswelt so schnell verändert wie nie zuvor. Das klingt zur Feier des 10-jährigen Bestehens des Vereins IT-Net Thüringen immer wieder an. Die Veranstaltung im Dompalais, das zum Sitz der Firma NT AG gehört, war ein Gipfeltreffen der Thüringer IT-Branche.

Gemeinsam den Tech-Konzernen etwas entgegensetzen

Katrin Wiebus, Leiterin der Abteilung Wirtschaftspolitik des zugehörigen Ministeriums, erinnerte bei dem Empfang am Mittwochnachmittag (19. August) daran, dass vor zehn Jahren, als erste Firmen der Thüringer IT-Branche den Verein gründeten, weltweit die Automobilindustrie im Zentrum des Interesses stand. Nun dominierten die Tech-Konzerne die Weltwirtschaft. Genau an dieser Stelle, ungeachtet der Dominanz der übermächtigen Player aus Übersee, mithalten zu können, das sei der Urgedanke gewesen, sich in Thüringen zu vernetzen, mit dem IT-Net eine Basis zu schaffen. Heute zählt der Branchenverband der Thüringer IT-Unternehmen und IT-nahen Dienstleistungen 78 Mitglieder.

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„Wenn man auf die globalpolitische Entwicklung schaut, also all das, was dafür sorgt, dass wir in Deutschland, dass wir in Thüringen resilienter, sicherer werden, da haben wir eine ganz große Aufgabe vor uns“, meint Katrin Wiebus. Und an die zahlreichen Firmenchefs gewandt: „Das sind Entwicklungsfelder, in denen Sie alle sehr gut mitarbeiten können und die uns allen helfen würden, die Wirtschaft resilienter zu machen und auch die Gesellschaft.“

Tiefensee appelliert, ethische Aspekte im Blick zu haben

Wolfgang Tiefensee wandte sich nachdenklich an die Spitzen der Thüringer IT-Wirtschaft und appellierte an die Branche, dass sie die ethischen, die gesellschaftspolitischen Metathemen auf ihre Art und Weise bedenke und diskutiere und zu Lösungen führe. „Nehmen wir das ernst, was die großen Tech-Unternehmen vorhaben“, so der langjährige Thüringer Wirtschaftsminister, „es geht nicht mehr darum, dem Menschen zu assistieren, sondern es geht darum, den Menschen weitgehend aus dem System zu nehmen beziehungsweise obsolet zu machen.“

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IT‑Net-Vorstand Heiko Kahl spricht mit Blick auf die Entwicklung des IT-Net Thüringen in den zurückliegenden Jahren von einem großen Erfolg. Dieser zeige an Beispielen, dass kleinere IT-Firmen sich inzwischen gemeinsam erfolgreich für Großaufträge bewerben, die sonst nur Branchengrößen stemmen. Diese Herangehensweise sei auch ein Muster für den künftigen Erfolg Thüringer Unternehmen.