Über Sinn, Nutzung und Notwendigkeit der städtischen Ausstellungsfläche auf dem Petersberg war lange gestritten worden. Miete war schon fällig geworden, da waren erste Ausstellungen noch längst nicht in Sicht. Nun geht die Kulturdirektion Erfurt für die inzwischen „Def.Inition“ getaufte Ausstellungsfläche einen neuen Weg: mit einem sogenannten „Open Call“ samt Publikumsvoting.

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Damit, so Kulturdirektor Christian Horn, „erprobt die Stadt Erfurt eine neue Form der Bürgerbeteiligung in der Kultur. Die Räume der Formatfläche DEF.Inition in der Defensionskaserne auf dem Erfurter Petersberg sollen im kommenden Jahr mit innovativen und unkonventionellen Ausstellungs- und Projektideen bespielt werden.“ Bewerbungen können dafür bis 16. Oktober 2026 eingereicht werden.

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Zwei Zeiträume und knapp 30.000 Euro dazu

Zwei Zeiträume inklusive finanzieller Zuschüsse stünden zur Verfügung. „Der thematische Fokus liegt auf Fragen der Gegenwart, die Erfurter Bürgerinnen und Bürger bewegen“, heißt es im Ideen-Aufruf. Das Besondere an dem Modellprojekt: das künftige Publikum entscheidet im Rahmen einer öffentlichen Voting-Ausstellung im Februar 2027 direkt darüber, welche Projekte den Zuschlag erhalten und umgesetzt werden.

In diesem Zusammenhang bringt der Kulturdirektor einen neuen, alten Begriff ins Spiel: Die Pop-up-Ausstellungshalle, für die er den Begriff „Museum“ immer wieder vermieden hatte, bezeichnet er nun als „Bürgermuseum, das aktuelle Diskurse aufgreift und abbildet“.

Historische Funktion der Kaserne wird Motto

Für den ersten Zeitraum von Mai bis Juni 2027 werden die sieben Räume der DEF.Inition einzeln vergeben. Orientieren sollen sich die Projekte und Formate an einem gemeinsamen Thema: „Defensiv/Offensiv“. Das Thema nimmt Bezug auf die historische Funktion der Defensionskaserne – gebaut zum Schutz, zur Abwehr und Abgrenzung. Pro Raum und Projekt stellt die Kulturdirektion einen Zuschuss von 2.000 Euro zur Verfügung.

Für den zweiten Zeitraum von September bis Oktober 2027 wird ein Gesamtkonzept für alle Räume der DEF.Inition gesucht. Ein sich bewerbendes Kollektiv, eine Gruppe oder eine Organisation kann und soll auch hier bewusst Genregrenzen sprengen und verschiedene Darstellungsformen kombinieren. Dafür stellt die Stadt Erfurt eine ergänzende Finanzierung von bis zu 15.000 Euro zur Verfügung, wobei sie ein schlüssiges Konzept zur Co-Finanzierung in mindestens gleicher Höhe voraussetzt.

Die Räume und technische Infrastruktur werden dabei mietkostenfrei zur Verfügung gestellt. Auch die für die öffentliche Zugänglichkeit erforderlichen Aufsichtskräfte werden von der Kulturdirektion gestellt. „Das macht die DEF.Inition zu einem echten Pionierprojekt für kulturelle Teilhabe“, betont Kulturdirektor Christian Horn. Das Publikum werde hier vom Betrachter zum Mitentscheider.

Weitere Informationen stehen unter www.erfurt.de/definition/opencall zur Verfügung.

red/fk