Hans-Jürgen Klein aus Erfurt nimmt sich detailliert die Pläne für die Stadtbahnlinie 9 vor: „Die neue 9“ wird den Anwohnern als Erfolgsgeschichte suggeriert und mit bunten Bildern beworben. Ich habe bei der Informationsveranstaltung in der Grundschule 23 auf dem Johannesplatz an der Pinnwand nur rote Zwecken gesehen. Das war keine Wahlprognose, sondern ein klares „Nein“ zu diesem Bauvorhaben.
Gut funktionierende Busverbindung vor dem Aus
Die Planer wollen 176 Millionen Euro einsetzen. Sie werden nicht reichen, um eine gut funktionierende Busverbindung (die einzige, die die verkehrsberuhigten Neubauviertel Daberstedt und Johannesplatz seit über 50 Jahren direkt verbindet) zu ersetzen! Die Planer haben damals offenbar bewusst auf die Umleitung der Straßenbahnlinie 4 in die Friedrich-Engels-Straße verzichtet, um damit der Verkehrsberuhigung gerecht zu werden. Mit der Buslinie 9 wurde 1973 die längst überfällige Direktverbindung zwischen Erfurt SO und Erfurt N hergestellt. Heute fahren bereits einige Elektrobusse. „Die neue 9“ beginnt oder endet im Bereich der Windhorststraße, rund 150 Meter Fußweg zum Bahnhof.
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Wohin fährt der Bus aus Daberstedt? Durch die Bahnhofsunterführung? Für die Trasse, Oberleitung und Haltestelle werden Bäume gefällt. In der Weströhre der Zugtrasse am Schmidtstedter Knoten muss die Straße abgesenkt werden. „Die neue 9“ quert auf der am stärksten befahrenen Kreuzung Erfurts fünf Fahrspuren, um in die Thälmannstraße zu gelangen. Eine weitere Rotphase für die „9“ verlängert den Rückstau in die Stauffenbergallee und angrenzende Straßen in Spitzenzeiten erheblich. Man braucht heute schon 2-3 Ampelphasen, um die Kreuzung zu überqueren. Dies wird sich noch weiter erhöhen, wenn der Verkehr aus den Nebenstraßen ebenfalls in die Stauffenbergallee münden soll.
Mehr Schadstoffe durch mögliche Auto-Staus
Eine erhöhte Schadstoffbelastung ist die Folge! Die Querung der Leipziger Straße und eine Haltestelle werden den Rückstau Richtung Hanseplatz weiter verlängern und gleiche erhöhte Belastungen verursachen. Am Steinplatz kommt der nächste kritische Punkt, die Querung der Eugen-Richter-Straße, Einfahrt in die Friedrich-Engels-Straße. Wir nähern uns dem als verkehrsberuhigte Zone geplanten Johannesplatz.
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Eine Straßenbahn ist laut, eine Dreifachverglasung oder Thermofenster werden empfohlen. Wer bezahlt sie. Der Vermieter, um sie dann auf die Miete umzulegen? In einem Artikel wurde von einer 3‑fach-Verglasung abgeraten – zu schwer, Nässe und Schimmel sind ohne ausreichende Lüftung zu befürchten. Die durch die intensive Sonneneinstrahlung teilweise auf über 30 Grad aufgeheizten Wohnungen werden ohne eine intensive Lüftung in den Nachtstunden zu Brutkästen.
Wohnbedingungen für Tausende verschlechtert
Eine Straßenbahn in den Nachtstunden vermittelt einen Geräuschpegel, als ob sie durchs Schlafzimmer fährt. Auch Lärm ist eine Umweltbelastung. Man scheut sich nicht, eine dauerhafte Verschlechterung der Wohn- und Lebensbedingungen für Tausende Bewohner zu verursachen! Was ist der wahre Grund?! Die Durchfahrt durch die Stollbergstraße, vorbei an einem Kinderspielplatz, ist heute schon, je nach Gegenverkehr, eine Einbahnstraße in beiden Richtungen.
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Die monate- bzw. jahrelange Belastung durch Baulärm und sonstige erhebliche Einschränkungen werden nur am Rande erwähnt! Wie komme ich nun zum Bahnhof? Die Erfolgsgeschichte der „neuen Linie 9“ ist für mich nicht erkennbar. Man will für 176 Mio. € Steuergelder eine intakte, gut funktionierende Buslinie und eine gewachsene Infrastruktur durch ein für die Anwohner unnötiges Bauvorhaben ersetzen, als ob wir in Erfurt nicht genug andere Baustellen hätten! Die zuständigen Instanzen sollten genau überprüfen, ob dieses Bauvorhaben Fördergelder wert ist.



