Das war schon außergewöhnlich, wie das Konzert in der Gräfenhainer Dreifaltigkeitskirche am vergangenen Sonntag endete. Nach ihrem erstmaligen Auftritt vor drei Jahren spielte die Schweizer Organistin Irene Roth-Halter aus Tägerwilen (Kanton Thurgau) am Ende ihres Programms drei Toggenburger Hausorgeltänze „Schottisch“ (1855), „Napoleons Marsch“ (1855) sowie „Alpenrosen-Bolka“ (1852), die sie mal heiter, mal getragen und dann als wirbelnde Polka auf der barocken Thielemann-Orgel interpretierte, wobei auch die Zimbel-Sterne zum Einsatz kamen.

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Nach dem herzlichen Beifall der Zuhörer setzte sie als Zugabe ganz ans Ende den „Schanfigger Hochzeitsmarsch“ von Hannes Meyer (1938-2013), der noch einmal fröhlich durch die barocke Kirche tanzte.

Für das Konzertprogramm hatte die Organistin überwiegend Thüringer Komponisten ausgewählt, bei denen sie verschiedene Farben der Orgel vorführen wollte, wie sie in ihrer Begrüßung betonte. Von Johann Gottfried Walther (1684-1748) erklang ein kunstvoll ausgespieltes „Preludio con Fuga in d-Moll“, gefolgt von der variantenreichen, ideenreich abgesetzten Partita „Freu Dich sehr, o meine Seele“ des im benachbarten Hohenkirchen geborenen Georg Böhm (1661-1733).

Volksmusik auf der Orgel

Georg Friedrich Händel (1685-1759) war mit dem schön abgestimmten, viersätzigen „Orgelkonzert F-Dur“ vertreten, Johann Bernhard Bach (1676-1749) sodann mit einer liedhaften, abwechslungsreichen „Ciacona G-Dur“. Von Johann Sebastian Bach (1685-1750) waren Ausschnitte aus zwei Kantaten BWV 207 und BWV 156 sowie eine strahlende „Fantasie C-Dur“ BWV 573 zu hören, bevor Johann Ludwig Krebs (1713-1780) den barocken Teil des Konzerts beendete. Sein Choralvorspiel „Freu Dich sehr, o meine Seele“ ließ Roth-Halter zurückgenommen erklingen, mit reichen Verzierungen im Choral, während sie bei einem Werk aus der Sammlung „Pro Organo pleno“ von Krebs noch einmal den vollen Orgelklang in den Kirchenraum setzte.

Aber wie eingangs erwähnt, dürften viele der Besucher die abschließende „Volksmusik auf der Orgel“ als besonderen Clou erlebt haben.

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