Bislang unbekannte Langfinger haben in Gotha einen Stolperstein gestohlen. Wie das Bündnis gegen Rechts „Gotha ist bunt“ mitteilte, handelt es sich um das Exemplar am Neumarkt 9. Der Stein erinnerte an den 1909 in Gotha geborenen Harry Neuwirth.

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Der Vorfall wurde bei der Polizei angezeigt. Das Bündnis verurteile diese Schändung des Holocaust-Gedenkens aufs Schärfste, hieß es in der Mitteilung. „Wenige Wochen vor dem 80. Jahrestag der Befreiung vom Nationalsozialismus ist diese Tat aus Sicht des Bündnisses die logische Folge des besonders in Thüringen auf allen politischen Ebenen salonfähig gewordenen Rechtsextremismus.“
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„Eine 180-Grad-Wende des Erinnerns an die NS-Zeit wird gefordert, das wahrhaftige Gedenken als ‚Schuldkult‘ verunglimpft, die Grenze des Sagbaren in unerträglicher Weise verschoben.“ Zuletzt sei das Erstarken der Rechten darin gegipfelt, dass ein rechtsextremer Geschichtsrevisionist mehrfach als Vizepräsident für den Thüringer Landtag aufgestellt worden sei.
Langfinger lassen einen Stolperstein in Gotha zurück
Eigenen Angaben nach hat das Bündnis in den vergangenen 25 Jahren die Verlegung von insgesamt 95 Stolpersteinen in Gotha initiiert. Der gestohlene Stein war 2017 verlegt worden. Harry Neuwirth war wegen seiner jüdischen Herkunft vor den Nationalsozialisten ausgereist und war 1940 ausgebürgert worden.
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NIcht gestohlen hingegen wurde der Stolperstein direkt daneben. Dieser erinnert an Harry Neuwirths Vater Isidor. Der Fotograf war im Februar 1945 in das Konzentationslager Theresienstadt deportiert worden und zählt zu den wenigen Gothaer Überlebenden des Holocausts.
Das Bündnis hofft, den Stolperstein im September ersetzen zu können. Dann sollen fünf weitere Steine verlegt werden. Dafür sammelt der Verein Spenden. Zeugen, die Hinweise zum Diebstahl machen können, werden gebeten, sich bei der Polizei Gotha zu melden.
Kontakt zum Bündnis „Gotha ist bunt“ per E-Mail: gotha-ist-bunt@web.de






