In der Fossilienlagerstätte Bromacker seien bei aktuellen Grabungen zwei dünne Bänder vulkanischen Auswurfgesteins identifiziert worden, sagte Grabungsleiter Tom Hübner von der Stiftung Friedenstein Gotha am Freitag vor Ort. Anhand der darin üblicherweise eingeschlossenen uranhaltigen Mineralien könne sich das Alter der Lagerstätte eventuell bis auf eine Million Jahre genau bestimmen lassen.

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Aktuell gehen die Forscher von einem Alter von rund 290 Millionen Jahren der mehrere Meter dicken Fundstelle am Nordrand der Thüringer Kleinstadt Tambach-Dietharz aus. Von einer genaueren Altersbestimmung des Bromackers erhoffen sich die beteiligten Forscher auch bessere Vergleichsmöglichkeiten mit Fundstellen in den USA. Vor 290 Millionen Jahre waren der heute eurasische und die amerikanischen Kontinente noch miteinander verbunden.

Die Verbreitungsgebiete beispielsweise der bis zu 3,20 Meter großen Raubechsen der Gattung Dimetrodon seien noch nicht getrennt gewesen. „Und trotzdem finden wir hier in Thüringen nur eine Art, die noch dazu kleiner als die amerikanischen Verwandten ist“, sagt Hübner. Sollten die Fundstellen in Europa und Amerika gleich alt sein, könnte der Unterschied auf ein schlechteres Nahrungsangebot hierzulande zurückzuführen sein. Sollten aber einige Millionen Jahre zwischen den Fundplätzen liegen, könne sich die eine aus der anderen Art entwickelt haben.

Zwei Skelette von kleinen Ursauriern gefunden

Beschäftigen werden die Forscher aber auch viele weitere der ausgegrabenen Funde. „In den Blöcken haben wir auch dieses Jahr zwei Skelette von kleinen Ursauriern gefunden“, sagte Hübner. Diese seien in etwa so groß wie Eidechsen. Ob die Skelette vollständig sind, zeige sich erst, wenn die Fossilen im Labor gescannt wurden.

Zudem konnten die Paläontologen Grabgänge von Ursauriern im Gestein, eine größere Anzahl von einzelnen Knochen sowie einen versteinerten Tausendfüßler bergen. „Insgesamt füllen die Funde mehrere Dutzend Kisten“, sagte Hübner.

Finanzierung für das kommende Jahr mittlerweile sichergestellt

Gegraben wurde in dieser Saison außergewöhnlich kurz. Wegen der lange ungesicherten Finanzierung des Forschungsvorhabens über das Jahresende 2025 hinaus sei die Suche nach den Fossilien vorverlegt worden. „So haben wir sicherstellen können, alle Funde noch bis Ende Dezember zu sichten und zu katalogisieren“, sagte Hübner.

Inzwischen hat Thüringen die Finanzierung für das kommende Jahr mit einer einmaligen Zahlung von 500.000 Euro aus dem Landeshaushalt sichergestellt. Damit könne auch 2026 noch einmal gegraben werden. Grundsätzlich aber brauche ein solch einzigartiger Fundplatz eine langfristige Finanzierung, betonte der Wissenschaftler.

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Der Bromacker befindet sich im Unesco Global Geopark Inselsberg - Drei Gleichen. Die Saurier-Fundstelle wurde 1974 entdeckt. 2020 starteten nach mehr als einem Jahrzehnt Unterbrechung wieder systematische Ausgrabungen, die Einblicke in das Ökosystem des Erdzeitalters Perm geben. Daran beteiligt sind unter anderem das Museum für Naturkunde Berlin, die Stiftung Friedenstein und die Universität Jena.

epd