Einen denkwürdigen musikalischen Glanzpunkt hat das Spohr-Quartett am Sonntag in einer Matinee im Festsaal des Schlosses Friedenstein gesetzt. Veranstalteter war die Europäische Louis-Spohr-Kulturgesellschaft. Zwei Quartette erklangen: von Beethoven a-Moll, op. 132, und von Mendelssohn Bartholdy a-Moll, op.13.

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Die 2014 gegründete Formation aus Musikern der Thüringen-Philharmonie (Alexej Barchevitch, 1. Violine), Diana Harutyunyan (2. Violine), Fred Ullrich (Bratsche) und Michael Hochreither, Violoncello) hat sich in den elf Jahren ihres Bestehens einen guten Namen gemacht und steht für ein fein austariertes Klangbild und künstlerische Reife.

Im ersten Teil des Konzerts erklang das autobiografisch geprägte Beethoven-Quartett, ein Spätwerk, das Krankheit, Genesung und spirituelle Erneuerung Klang werden lässt – voller leidenschafticher Dramatik und zugleich tiefer Innerlichkeit. Was die vier Musiker insbesondere im dritten Satz, dem Kernstück des Quartetts, leisteten, war eine Offenbarung. Der auf feinste Art nuancierte Umgang mit dem „Klang der Stille“ schuf eine geradezu transzendente Atmosphäre und entführte die Hörer in lichtvolle Welten.

Auf dieses Spätwerk folgte das a-Moll-Quartett des 18-jährigen Mendelssohn, mit feiner Klangbalance und in dramaturgischer Klarheit musiziert. Komponiert 1827, in Beethovens Todesjahr, ist es so etwas wie ein musikalischer Nachruf auf das große Vorbild, zugleich aber Selbstporträt des jungen Romantikers. In der stimmigen, emotional kontrastreichen Interpretation des Spohr-Quartetts zeigten sich beide Werke als die zwei Seiten ein und derselben Medaille.