Zusammenfassung
- Der Standortübungsplatz Ohrdruf feiert 120-jähriges Bestehen.
- Zum traditionellen Wandertag sind dieses Mal auch Bustouren möglich.
- Es gibt Einblicke in die Geschichte und eine Technikschau der Bundeswehr.
Eine bewegte Vergangenheit, außergewöhnliche Natur und lebendige Tradition: Dafür steht der Standortübungsplatz Ohrdruf. Seit seiner Entstehung im Jahr 1906 war er Schauplatz militärischer Nutzung, historischer Umbrüche sowie menschlicher Tragödien. Zugleich konnten sich Flora und Fauna dort aufgrund der abgeschirmten Lage auf einzigartige Weise entfalten.

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Gemeinsam mit dem Aufklärungsbataillon 13 lädt die Stadt Ohrdruf Ende April 2026 wieder zum traditionellen Wandertag auf dem Übungsplatz ein. Anlässlich des 120-jährigen Platzjubiläums wird die Veranstaltung in diesem Jahr noch größer und vielfältiger.
Erinnerung an dunkle Kapitel der Geschichte
Das Naturareal kann zum Wandertag am Samstag, 25. April 2026, individuell auf drei Wanderstrecken mit einer Länge von 11, 19 oder 28 Kilometern erkundet werden. Der Start ist zwischen 6 und 12 Uhr am Eingang zum Truppenübungsplatz (Halbmondsweg) möglich. Das Ende der Wanderungen ist für 16 Uhr angesetzt. Die Startgebühr beträgt zwei Euro und berechtigt auch zur Teilnahme am Rahmenprogramm sowie zur Nutzung der Versorgungspunkte.

Doch das Gelände kann dieses Jahr nicht nur zu Fuß, sondern auch mit dem Bus erkundet werden: „Schon beim Kreisseniorentag 2025 war das Interesse an den Bustouren riesig. Dem möchten wir Rechnung tragen und noch mehr Menschen dieses Erlebnis ermöglichen“, erklärt Ohrdrufs Bürgermeister Stefan Schambach (SPD).

Die Bustouren beginnen am Parkplatz am Schloss Ehrenstein. Die Abfahrt erfolgt zwischen 10 und 14 Uhr im 30-Minuten-Takt. Der Preis von zwei Euro gilt gleichzeitig als Startgebühr für den Wandertag. Während der Fahrten informieren Reiseführer zur Historie und zu den Gedenkorten an die Opfer nationalsozialistischer Gewalt im ehemaligen Konzentrationslager SIII. „Im Jubiläumsjahr erinnern wir auch an das dunkelste Kapitel der Ohrdrufer Geschichte“, so Schambach.
Heimatschutzregiment trainiert für Kriseneinsätze
Heute ist der Standortübungsplatz die Hauptausbildungsstätte des Aufklärungsbataillons 13: „Hier trainieren wir insbesondere den Einsatz unserer verschiedenen Aufklärungssysteme“, erklärt Oberstleutnant Benjamin Hoppe. Darüber hinaus wird dort seit Oktober 2024 das neu aufgestellte Heimatschutzregiment 5 ausgebildet, das im Krisenfall wichtige Infrastruktur, wie Talsperren, Verkehrsknoten oder Elektrizitätswerke, schützen soll.

Die Einheiten stellen sich von 10 bis 16 Uhr auf dem Platz neben der Kaserne vor. Dann können die Besucher bei einer Technikschau militärische Ausrüstung und Fahrzeuge hautnah erleben. Zudem sorgen die Sängerin Nicole Trunt und das Kinder- und Jugendblasorchester Wölfis beim Rahmenprogramm für Stimmung. Parkmöglichkeiten gibt es am Schloss Ehrenstein.

Für den Wandertag gelten folgende Sicherheitshinweise der Bundeswehr: Die ausgeschilderten Straßen und Wege dürfen nicht verlassen werden; die Nutzung erfolgt auf eigene Gefahr. Auf dem gesamten Gelände herrscht Rauchverbot, Hunde sind an der Leine zu führen und Fahrräder sind nicht zugelassen. Blindgänger oder Munitionsteile dürfen nicht berührt werden. Stattdessen sei umgehend das Aufsichtspersonal zu informieren. Im Notfall kann die Telefonnummer 03624/34 34 00 angerufen werden.
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Anlässlich des 120-jährigen Platzjubiläums soll auch eine neue Dauerausstellung im Schloss Ehrenstein entstehen. Bei der Suche nach Exponaten werden auch die Bürgerinnen und Bürger um Mithilfe gebeten. Infrage kommen historische Objekte mit Bezug zum Übungsplatz von 1906 bis heute, wie Briefe, Tagebücher, Fotoalben, Souvenirs oder Ausrüstungsgegenstände. Mehr Infos unter Telefon 03624/31 70 01 00 oder per E-Mail an information@ohrdruf.de.








