Was verbindet Dirk Oschmann, den Literaturprofessor und Bestsellerautor des Buches „Der Osten: eine westdeutsche Erfindung?“, und Gerald Hüther, einen der bekanntesten Hirnforscher Deutschlands? Beide sind Arnoldianer, haben die Arnoldischule Gotha besucht und dort ihr Abitur abgelegt. Und noch etwas kommt hinzu: In diesem Jahr geben sie sich an ihrer alten Schule die Klinke in die Hand – bildlich gesprochen.

Das geschieht aus gutem Grund, denn die Arnoldischule begeht mit einem großen Jubiläumsprogramm ihr 150-jähriges Bestehen. Seit 1876 werden Schülerinnen und Schüler an der Arnoldischule unterrichtet, seit 1918 verlassen Abiturienten diese Schule, um an Universitäten und Hochschulen zu studieren.
Veranstaltungen im Jubiläumsjahr 2026
Dienstag, 22. April, 10 Uhr: Benefizlauf „Gemeinsam bewegen, gemeinsam helfen“ für die Schulorgel
Freitag, 24. April, 11 bis 12.30 Uhr für Schülerinnen und Schüler: Rumpelstilzchen-Seminar mit dem Arnoldianer und einem der bekanntesten Hirnforscher Deutschlands, Gerald Hüther – „Über die Kunst, blanke Dummheiten in pures Gold zu verwandeln“; 19 Uhr für alle Interessierten: Vortrag Gerald Hüther „Weil Bildung für die Welt von morgen (nicht nur in der Arnoldischule) gelingen kann“
Donnerstag, 4. Juni, 18 Uhr: Vortrag des Arnoldianers und Literaturwissenschaftlers Dirk Oschmann für alle Interessierten: „Der Osten: eine westdeutsche Erfindung“ mit anschließender Diskussion
Dienstag, 9. Juni: Arnoldischule trifft Großmeister David Baramidze (Schachveranstaltung)
Donnerstag, 2. Juli: Schulfest zum Abschluss des Schuljahres
18. bis 21. August: Projektwoche zum Schuljubiläum
Freitag, 18. September, 16 Uhr: Festakt mit der Thüringen-Philharmonie Gotha-Eisenach; Präsentation der Ergebnisse der Projektwoche, Ehemaligentreffen
Donnerstag, 8. Oktober, 18 Uhr: Podiumsgespräch „Arnoldischule im Wandel der Zeiten“
Mittwoch, 18. November: Eröffnung des Lesecafés
Dezember: Weihnachtsmarkt und Feier der ehemaligen Lehrerinnen und Lehrer
Das imposante Schulgebäude an der Eisenacher Straße wurde 1911 eingeweiht. Die 1876 als höhere Bürgerschule gegründete Arnoldischule war 1892 in eine Realschule umgewandelt worden. Von 1959 bis 1991 war sie als Erweiterte Oberschule die einzige höhere Schule Gothas. Seit der Wende firmiert die Arnoldischule als Gymnasium.
Promis, Projekte und große Pläne
Zum Jubiläum haben Schulleiterin Kati Lang und ihre Kollegen ein umfangreiches Programm zusammengestellt, das viele Facetten beleuchtet – und das nicht nur mit prominenten Gästen. Unter anderem soll es zum Festakt am Freitag, 18. September 2026, ein großes Ehemaligentreffen geben. Dazu werde unter anderem auch die Ururururenkelin (viermal ur) des Namenspatrons Ernst Wilhelm Arnoldi erwartet, sagt Schulleiterin Lang.

Ein weiterer prominenter Gast kommt bereits am Dienstag, 9. Juni: Schachgroßmeister David Baramidze, der seit 1998 in Deutschland lebt. Der gebürtige Georgier ist zwar kein Arnoldianer, doch er zollt der erfolgreichen Schach-AG der Arnoldischule Tribut. Diese hatte 2018 die Deutsche Schulschachmeisterschaft gewonnen. Baramidze wird ein Turnier gegen die Gewinnerinnen und Gewinner eines schulinternen Wettbewerbs spielen.
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Bereits am Mittwoch, 22. April, startet die Arnoldischule einen Benefizlauf – der Erlös soll der Restaurierung der Weigle-Orgel im Schulhaus zugutekommen. 70.000 Euro sind für deren Sanierung veranschlagt. Orgelbauer Friedrich Weigle (Stuttgart) hatte das Instrument 1911 in der Aula errichtet. Die Arbeiten sollen 2027 abgeschlossen sein; dann wird die Orgel sicherlich von Chris Rodrian gespielt – der Kantor in der Region Nord des Kirchenkreises Gotha ist ebenfalls Arnoldianer.



