Mehr zum Thema

  • Schloss Friedenstein beteiligt sich am Internationalen Museumstag
  • Es gibt mehrere Premieren und eine Entdeckungsreise im Westturm.
  • Naturerlebnistag eröffnet das neue „Bromacker lab“.

Mitmachen, Staunen, Entdecken: Mit einem abwechslungsreichen Naturerlebnistag im Westturm des Schlosses hat sich die Stiftung Schloss Friedenstein am vergangenen Sonntag am Internationalen Museumstag beteiligt. Familien, Naturfans und Neugierige jeden Alters fanden dort ein breites Angebot zum Ausprobieren und Erleben.

Bromacker lab mit erstem Aktionstag

Im Mittelpunkt stand das neue „Bromacker lab“, das im ehemaligen Blumenbachkabinett im Westturm eine neue Heimat gefunden hat. Der Raum, zuletzt als Pädagogikzimmer genutzt, bietet auch künftig Platz für museumspädagogische Angebote. „Wir sind zwar schon am Valentinstag umgezogen, veranstalten aber heute unseren ersten Aktionstag“, erklärte Paläontologe Tom Hübner.

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Paläontologe Tom Hübner kennt den Unterschied zwischen Ursaurier und Dinosaurier sehr genau. Ab dem 29. Juni gräbt er im echten Bromacker wieder nach Überbleibseln aus der Zeit der Ursaurier.© Funke Medien Thüringen | Dirk Bernkopf

Mit Handpuppen, Kunststoff-Sauriern und einer gehörigen Portion Humor erklärte er den Besuchern etwa den Unterschied zwischen Ursauriern und Dinosauriern. Wer eigene Fossilien mitgebracht hatte, konnte sie bestimmen lassen.

294 Millionen Jahre – und noch älter als gedacht

Wer schon einmal einen Blick auf die berühmte Ausgrabungsstätte werfen wollte, konnte mithilfe eines Handys und eines Stereobetrachters virtuell den Bromacker bei Tambach-Dietharz erkunden. Die Fundstätte ist nach neuesten Erkenntnissen rund 294 Millionen Jahre alt – und damit vier Millionen Jahre älter als bisher angenommen.

Ab dem 29. Juni wird dort wieder für drei Wochen gegraben. Und 2027 rückt der Bromacker sogar als Jahreshauptthema ins Zentrum der Stiftungsarbeit. „Ab dem 13. März werden wir die Geschichte der Ursaurier auf 500 Quadratmetern Ausstellungsfläche im Herzoglichen Museum präsentieren“, freute sich Hübner. „Dann können wir auch mal wieder unsere großen Ausgrabungsplatten zeigen.“

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Der von Peter Mildner präparierte Löwe Bono zeigte sich außerhalb einer Vitrine und war der Liebling der Besucher.© Funke Medien Thüringen | Dirk Bernkopf

Löwe Bono und die Vielfalt der Katzen

In der benachbarten Ausstellung „Tiere im Turm“ zog der frisch präparierte Löwe Bono die Blicke auf sich. Biologe Christian Göcke nutzte Schädelpräparate und Vergleichsobjekte, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen großen und kleinen Katzen anschaulich darzustellen. Freunde der naturkundlichen Ausstellungen machte Göcke auf das kommende Jahr neugierig. Dann wird es im Grafikkabinett des Herzoglichen Museums – parallel zur Bromacker-Ausstellung – wieder eine Insektenausstellung geben.

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Biologe Christian Göcke sprach über die Verwandtschaft der Katzen – hier hat er einen kleinen Löwenschädel in der Hand. Göckel gestaltete auch die Ausstellung „Im Krebsgang“ mit.© Funke Medien Thüringen | Dirk Bernkopf

Neue Ausstellung: Krebse aus den Friedensteinschen Sammlungen

Ergänzt wurde das Programm durch die Neueröffnung der Präsentation „Im Krebsgang. Krebse aus den Friedensteinschen Sammlungen“, die die beeindruckende Artenvielfalt der Zehnfüßer aus dem Depot des Hauses zeigt. Sie ist im Übergang vom neuen Treppenhaus zum Westturm zu finden. Dank des neuen Aufzugs sind alle Ausstellungen im Westturm nun barrierefrei erreichbar.

Direktor warnt: Finanzielle Lage vieler Museen ist prekär

Einen kritischen Ton schlug im Vorfeld des Museumstages Tobias Pfeifer-Helke an. Der Direktor der Friedenstein-Stiftung appellierte an politische Entscheidungsträger, sich trotz globaler Sparmaßnahmen für die Museen – und damit für Thüringen und seine Kultur – einzusetzen.

„Um die Menschen begeistern zu können, müssen die finanziellen Rahmenbedingungen für die museale Arbeit stimmen“, so Pfeifer-Helke. Auch wenn der Friedenstein als institutionell gefördertes Haus vergleichsweise gut aufgestellt sei, sehe die Lage andernorts düster aus: Viele Museen warteten noch immer auf Fördermittelbescheide für ihre Projektanträge 2026. „Ihre finanzielle Lage ist prekär, die Zukunft ungewiss.“