Der Wechmarer Heimatverein hat in diesem Jahr zum siebten Mal die Veit-Bach-Festspiele veranstaltet. Seit 2000 erzählt der Verein die Geschichte der Musikerfamilie Bach von 1600 bis 1843 in einem Theaterzyklus. Das neue Stück, „Anna Bach des Spielmanns Teufelsweib“ wurde gleich zweimal in der Sankt-Viti-Kirche aufgeführt.

Das Teufelsweib
Familienstück: Teufelsweib Anna Bach mit Ehemann Hans und Sohn Christoph (Natalie, Lars und Neo Schüller).© Uwe-Jens Igel | Uwe-Jens Igel

Im diesjährigen Volksschauspiel kämpfte der erste Musiker seiner Familie, Hans Bach, 1626 mitten im Dreißigjährigen Krieg um das Überleben seiner Familie. Doch nicht der Spielmann selbst rückte in den Mittelpunkt der Geschehnisse, sondern die kluge und selbstbewusste Tochter des Gastwirtspaares vom Wechmarer Markt, Anna Bach.

Anna Bach rettet das Dorf – Ensemble brilliert auf der Bühne

Wie der Autor des Stücks, der Wechmarer Knut Kreuch, in einem Resümee zur Aufführung schreibt, bewahrten Anna Bachs unkonventionelle Ideen das Dorf vor den Soldaten und großem Schaden. Sie wurde gespielt von Natalie Schüller, die auch hinter der Bühne Kulissen, Maske, und Frisuren terminierte, die Sängerinnen und Sänger koordinierte sowie im Vorfeld den Kartenvorverkauf und die Plakatwerbung managte.

Das Teufelsweib
Die Kalte Henne (Julia Hartung) verkauft gern ihre Eier an die Wirtin (Bärbel Kreuch). © Uwe-Jens Igel | Uwe-Jens Igel

Ihr Ehemann, Lars Schüller, spielte den Spielmann Hans Bach. Die von ihm gebauten Bühnenfiguren gingen in der „atemberaubenden Kulisse“ von Thomas Thielmann und Wolfgang und David Herz auf. Während der zweistündigen Veranstaltung sorgten die Wechmarer Mühlenpfeiffer unter der Leitung von Romeo Kreuch und Anja Liese für eine authentische Atmosphäre. Regie führte zum ersten Mal Max Mänz.

Das Teufelsweib
Herzog Johann Casimir von Sachsen und Herzogin Margarethe Elisabeth (Wolfgang Herz und Lara Baumgarten).© Uwe-Jens Igel | Uwe-Jens Igel
Das Teufelsweib
Soldaten nehmen Bäcker Hein Eißer (David Herz) fest.© Uwe-Jens Igel | Uwe-Jens Igel

Die zwei Müllerinnen des Dorfes (Grit Schack, Franziska Ronsöhr) führten das Publikum durch das Durcheinander des Dreißigjährigen Krieges. Das Schauspiel zeigte etwa den Streit zwischen den Fischerinnen und der Salzsiederin um den besten Fischfang und wie der Herzog Johann Casimir und seine Frau einen Sängerkrieg zwischen dem Hofkapellmeister Melchior Franck und Hans Bach verhinderten. Die Geselligkeit des Dorfes, aber auch die Zerstörung des Hauses der Herren von Spitznase waren Teil des Schauspiels. Immer wieder wurde die Bedeutung des Friedens thematisiert.

Nächsten Veit-Bach-Festspiele finden 2030 statt

Die Familie des Spielmanns wurde vervollständigt durch Christoph Bach (Neo Schüller) und seine Brüder Heinrich und Johannes, sowie Hans Bachs Bruder Caspar und seine Frau Katharina, die im Laufe der Handlung in die neue Heimat Arnstadt umsiedelten. Ihren Heldenmut bewies Anna Bach später, als sie den von Soldaten eingesperrten Bäcker Hein Eißer aus seinem Backofen befreite.

Das Teufelsweib
Gothas Oberbürgermeister in einer Nebenrolle: Der bucklige Siegmund (Knut Kreuch) als Dorfschreiber.© Uwe-Jens Igel | Uwe-Jens Igel
Das Teufelsweib
Die Obermüllerin (Grit Schack) kauft beim Buckelapotheker und Frau (Sarah und Philipp Liebezeit).© Uwe-Jens Igel | Uwe-Jens Igel

Auch die Musik spielt im Stück eine wichtige Rolle. Knut Kreuch, der den buckligen Dorfschreiber Siegmund spielte, brachte Lieder des Münchner Erfolgskomponisten Christian Bruhn ein und auch ein Kinderlied und eine Gesangseinlage der vier Wirtshaustöchter durften nicht fehlen. Am Ende wurde das ganze Ensemble mit einem minutenlangen Applaus belohnt.

Das Teufelsweib
Ein begeisterter Premierengast: Sängerin Ute Freudenberg.© Uwe-Jens Igel | Uwe-Jens Igel

Die nächsten Veit-Bach-Festspiele Wechmar finden 2030 statt, wenn es heißt „Meer, Wasser, Bach – Johann Sebastian zu Hause“. red