Nitratrückstände fanden sich in vielen der 48 Wasserproben, die Bürger aus ihren Gartenbrunnen am Labormobil des VSR-Gewässerschutzes Mitte August in Gotha abgaben. „Wir analysierten die Wasserproben und erstellten für jede Probe ein ausführliches Gutachten zur Nutzungsmöglichkeit des jeweiligen Brunnenwassers“, so Harald Gülzow, der das Projekt Brunnenwasseruntersuchungen koordiniert.

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Inzwischen hat die gemeinnützige Organisation auch die Nitratergebnisse aus Gotha und Umgebung ausgewertet, um die Entwicklung der Nitratbelastung im Grundwasser zu beobachten. „Die bisherigen Messwerte zeigen, dass die ständigen Änderungen bei den Düngeregelungen auf den Feldern nicht dazu beigetragen haben, die Nitratbelastung erfolgreich zu reduzieren“, heißt es in einer Mitteilung weiter.
Ein Viertel überschreitet Grenzwert
Die EU-Nitratrichtlinie besage, dass die Nitratbelastung von 50 mg/l im Grundwasser nicht überschritten werden dürfe. Die nationalen Regierungen seien aufgefordert, diese Forderung mittels Gesetzgebung entsprechend umzusetzen. In Deutschland zeige sich auch nach annähernd 35 Jahren keine wirkliche Orientierung auf dieses Ziel hin.
„In jeder 4. Probe aus den privat genutzten Brunnen stellten wir eine Überschreitung von 50 mg/l Nitrat fest“, erklärt Gülzow. Besonders kritisch sieht er die hohen Belastungen in den Gartenbrunnen in Emleben mit 191 mg/l, in Bufleben mit 166 mg/l, in Wangenheim mit 162 mg/l, in Gotha mit 128 mg/l und in Warza mit 110 mg/l.
Andere Brunnen seien nicht so stark belastet, überschritten trotzdem deutlich den Grenzwert der Nitratrichtlinie. So fand der VSR-Gewässerschutz in Rehestädt 84 mg/l Nitrat, in Westhausen 67 mg/l und in Waltershausen 57 mg/l.
Der VSR-Gewässerschutz ist besorgt, dass sich die Nitratbelastung in Brunnen nicht verringern wird, weil keine zusätzlichen Maßnahmen in nitratbelasteten Gebieten mehr erfolgen.
Es reiche nicht, nur die Düngemengen zu betrachten. Es müssten mehrere landwirtschaftliche Maßnahmen kombiniert werden, so Gülzow. Die Pflicht zum Anbau von Zwischenfrüchten bewertet er als sehr zielführend. Diese würden verhindern, dass die übrig gebliebenen Stickstoffe bei Regenfällen ins Grundwasser ausgewaschen werden.
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Im Kreis Gotha bestünden die landwirtschaftlichen Flächen zu 77 Prozent aus Ackerflächen. Dort sei die Gefahr der Nitratauswaschung höher, als unter Grünland. Das liege daran, dass Grünland eine ganzjährige ununterbrochene Begrünung der Fläche mit einer intensiven Durchwurzelung aufweise und dadurch das Nitrat aus dem Dünger weniger ausgewaschen werde.







